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Zwangsversteigerung: Eine Bäuerin in St. Wolfgang braucht ein Wunder

Von Gabriel Egger, 22. Mai 2024, 08:38 Uhr
Eine Bäuerin in St. Wolfgang braucht ein Wunder
Ein Hof in St. Wolfgang soll zwangsversteigert werden. Symbolbild: Achirei Bild: Photographer:Cornel Stefan Achir

ST. WOLFGANG. Der Hof von Sabine Hinterberger, seit dem Jahr 1446 in Familienbesitz, soll zwangsversteigert werden.

Wenn nicht doch noch ein kleines Wunder geschieht, endet am Donnerstag im Verhandlungssaal 1 des Bad Ischler Bezirksgerichts eine Familiengeschichte. Für 9 Uhr ist dort die Zwangsversteigerung einer Liegenschaft in "ruhiger und sonniger Wohnlage" angesetzt. Ein 2,1 Hektar großes, landwirtschaftlich genutztes Grundstück und 1,2 Hektar Wald im Ortsteil Graben der Marktgemeinde St. Wolfgang sollen unter den Hammer kommen. Schätzwert: 524.000 Euro, Ausrufpreis: 262.000 Euro.

Es ist der Bauernhof von Sabine Hinterberger, im Familienbesitz seit 1446. Vor 27 Jahren hat die 51-Jährige den Hof der Eltern gemeinsam mit ihren beiden Schwestern übernommen, schon damals mit Schulden. Hinterberger, vierfache Mutter und für ihre Produkte (Himbeerjoghurt) mehrfach ausgezeichnet, wollte den Hof weiter betreiben, ihre Schwestern aber hatten andere Zukunftspläne. Also suchte sie nach Kreditgebern, um sie "auszahlen" zu können. Ohne Erfolg. "Dann ist ein Telefonanruf gekommen. Er hat gesagt, er kann mir helfen. Und das war dann der richtige Genickbruch", sagt Hinterberger in einem Interview mit "ServusTV", das vergangene Woche ausgestrahlt wurde. Ein Vorarlberger Investor habe ihr das Geld geliehen, habe aber darauf bestanden, dass sie innerhalb von zwei Jahren alles zurückzahlen müsse.

"Ich will ihr nur helfen"

Hinterberger gelang das nicht, nun steht die Pfändung bevor. Die 51-Jährige braucht 470.000 Euro, um die Zwangsversteigerung ihres Bauernhofs abzuwenden. Stand Mittwochvormittag hatte sie immerhin bereits 170.000 Euro zusammen. Denn eine Kärntner Bäuerin war auf die Geschichte Hinterbergers aufmerksam geworden und hatte eine Spendenkampagne ins Leben gerufen, an der sich bislang mehr als 600 Menschen aus Österreich und Deutschland beteiligt haben.

Aber auch wenn die Summe von knapp einer halben Million Euro nicht zusammenkommt, gibt es noch Hoffnung für Hinterberger. Denn der Vorarlberger Investor, Friedrich Brunauer, habe entgegen der TV-Berichte gar kein Interesse, Hinterberger zu schaden, sagt er im Gespräch mit den OÖNachrichten.

"Sie hat die Situation, in der sie sich befindet, nicht verdient und auch nicht selbst verschuldet. Sabine ist eine wirklich hart arbeitende Frau, die alles tut, was in ihrer Macht steht, um voranzukommen. Aber es gibt Familienumstände, die es ihr und auch mir nicht leicht machen. Es braucht eine klare Strategie für den Hof", sagt er.

Er habe bereits im Jahr 2020 eine Zwangsversteigerung abgewendet, wolle auch jetzt nicht, dass Hinterberger ihren Hof verlassen muss. "Ich konnte ihr aber nur eine Übergangsfinanzierung und keine langfristige anbieten. Ich habe fünf Prozent Zinsen verlangt und auf alles andere verzichtet. Die zwei Jahre sind abgelaufen, die Zinsen wurden nicht bezahlt", sagt Brunauer. Jetzt habe er einen Schritt setzen müssen, "damit etwas vorangeht".

Brunauer stellte allerdings in Aussicht, die Versteigerung zurückzuziehen oder zumindest aufzuschieben. "Ich treffe mich am Mittwoch mit Beteiligten der Spendenaktion, die ich für eine ausgezeichnete Sache halte. Aber für eine gesunde Zukunft des Bauernhofs ist es mit dem Abbezahlen der Schulden nicht getan. Es braucht auch Investitionen", sagt er.

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Autor
Gabriel Egger
Redakteur Oberösterreich
Gabriel Egger
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21  Kommentare
21  Kommentare
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fischersfritz (1.592 Kommentare)
am 04.06.2024 11:40

das war nicht der erste Spendenaufruf über die OÖN der Familie Hinterberger. Ich erinnere an einen Aufruf um die Weihnachtszeit vor vielen Jahren, wo die ärmlichen Verhältnisse der Familie durch den Vater geschildert wurden. Es wurde viel gespendet und deshalb wurde auch einige Jahre später, neuerlich die Bettelei über die Medien wiederholt, mit Erfolg.
Nun ist die Tochter Eigentümerin und Bäuerin, der Spendenaufruf geht munter weiter und nimmt auch größere Dimensionen an. Den Fleiß und Einsatz von Frau Sabine Hinterberger möchte ich gar nicht in Frage stellen. Ob Vermögenserhalt und tägliches Einkommen auf diese Art und Weise geschehen soll, ist jedoch sehr fragwürdig.

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Melinac (3.153 Kommentare)
am 28.05.2024 15:10

Das ist bereits nichte! Ein unbekannter
Reicher, hat ihr die letzten Schulden noch bezahlt!
Sie bekam mehr als die Hälfte ,von dem Spendenkonto zusammen!!

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Melinac (3.153 Kommentare)
am 23.05.2024 12:34

Soviel ich gehört habe, wurde der Hof nicht versteigert! Herr Brunauer hat die Schulden nichte gemacht!!
Großen Dank an die Medien, die haben bei getragen, dass dieses Schicksal nach außen getragen wurde!!👍💫💫

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Superheld (13.287 Kommentare)
am 23.05.2024 12:03

Wieso blechen die Kinder nicht selbst für ihr späteres Erbe?

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MobbingAkademie (47 Kommentare)
am 23.05.2024 11:34

Trauriger Fall, aber es gibt tatsächlich viele, die das Geld viel dringender bräuchten.

Am Ende spendet man für das Auszahlen des Erbteils der Schwestern, was aber bedeutet, dass die Schulden bei Hofübernahme nicht allzu hoch gewesen sein dürften (weil sonst der Wert des Erbteils geringer wäre).

Das Ausbezahlen des Erbteils stellt für viele ein Problem dar.
Müssen wir jetzt für alle Familien spenden, wo das Erbteil ausbezahlt werden soll?

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MobbingAkademie (47 Kommentare)
am 23.05.2024 11:30

Jetzt sind fast alle Schulden durch Spenden abgedeckt?

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Melinac (3.153 Kommentare)
am 23.05.2024 12:37

Diese Frau hat schreckliches durchgemacht! Warum so Empathie lose Kommentare!?👎

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klettermaxl (7.003 Kommentare)
am 22.05.2024 17:59

Blut- und Boden-Mist, wie er in Nasi-TV in Permanenz gesendet wird. Stichwort "Erbhöfe", "Heimatforschung" im Sinne von "Ahnenforschung" usw. Georg Grüll lässt aus der Hölle grüßen...

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rubicon (599 Kommentare)
am 23.05.2024 10:18

was für ein Schwachsinnskomentar eines Vollidioten!

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vahida_maglajlic (359 Kommentare)
am 22.05.2024 16:52

Vielleicht sollte man sich in dieser Zeitung einmal um die wirklich armen Menschen kümmern, z.B. Alleinerzieherinnen, die wegen ihrem Schandlohn noch durch Mindestsicherung aufstocken müssen, und ihre Kinder, die keine gesellschaftliche Teilhabe haben.

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amha (11.593 Kommentare)
am 22.05.2024 20:41

😂😂😂

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moarli35 (2.582 Kommentare)
am 22.05.2024 12:00

Gespendet wird für Kinder welche Eltern verloren haben da bin ich großzügig

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meisteral (12.154 Kommentare)
am 22.05.2024 10:30

Da haben sich alle namhaften Vertreter der Hochfinanz getroffen....

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amha (11.593 Kommentare)
am 22.05.2024 10:26

Dazu fällt mir der Alfred Dorfer als Bankberater Eberl in Hinterholz 8 ein. Der hatte auch immer eine Lösung für den Düringer - bis es halt keine Lösung mehr gab.

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fischerfel (504 Kommentare)
am 22.05.2024 10:02

Was noch mehr"Hilfe"? 68%des Einkommens der Bauern sind Förderungen!

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muehlviertlerbua (988 Kommentare)
am 22.05.2024 10:48

Weil die Bauern keine fairen Preise für ihre Produkte bekommen!!

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TerraMata (1.125 Kommentare)
am 22.05.2024 20:26

Warum Förderungen damit die Masse etwas billiges zwischen die Zähne hat. Alternative wäre angemessene Preise dafür gibts dann für die Wirtschaft weniger zu verteilen.

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berufstaetiger (126 Kommentare)
am 22.05.2024 09:50

gibt ärmere Menschen in Österreich…

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Gelesen (745 Kommentare)
am 22.05.2024 09:40

Warum wird nicht gesagt wie hoch die Schulden waren bei der Übernahme. Und wieviel die Schwestern für die Auszahlung bekommen haben. Weiters, wieviel Geld der Investor vorgestreckt hat.

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SePatzian (1.965 Kommentare)
am 22.05.2024 09:27

Mutmaßlich lauern da, unter milden Blicken strenger Bauernvertreter in diversen amtlichen Kommissionen etc., bereits einige Pseudo-Bauern im Spekulantenrang auf ein Schnäppchen, um einen "Hof" zu übernehmen und neu zu adaptieren.

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rubicon (599 Kommentare)
am 23.05.2024 10:20

genau das ist mir auch als erstes Eingefallen. Die Geier lauern!

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