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Streit um 110-kV-Leitung spitzt sich zu: Land will Zustimmung jetzt erzwingen

VORCHDORF. Gegen die ersten vier Anrainer beginnt ein Behördenverfahren zur Zwangseinräumung.

Streit um 110-kV-Leitung spitzt sich zu: Land will Zustimmung jetzt erzwingen

Wolf und Sabine Kronegger in Vorchdorf bangen einer Zwangseinräumung entgegen. Bild: ebra

Um die geplante 110-kV-Freileitung zwischen Vorchdorf und Kirchdorf errichten zu können, braucht die Netz OÖ (ein Tochterunternehmen der Energie AG) die Zustimmung von knapp 140 Grundstücksbesitzern und bot diesen Dienstverträge an. 55 Anrainer legen sich aber quer. Sie fordern ein Erdkabel als sanftere Alternative.

Behörde beginnt in Vorchdorf

Die Geduld der Landesregierung mit ihnen ist jetzt am Ende. Gestern sickerte durch, dass gegen die ersten vier Grundeigentümer Zwangseinräumungsverhandlungen am 24. und am 25. November angesetzt wurden. Damit will man sie zwingen, Hochspannungsmasten auf eigenem Grund zu akzeptieren. Es handelt sich um Anrainer in Vorchdorf. Sollte die Behörde die Dienstabarkeit auf diesem Weg durchsetzen, erhalten sie zwar eine Entschädigung. Laut Netz OÖ aber weniger als wenn sie ihr Einverständnis freiwillig gegeben hätten.

Die Bürgerinitiative "110-kV ade!" kritisiert die verschärfte Gangart heftig. Auch deshalb, weil Politiker vor der Wahl beteuert hätten, es würden "keine weiteren Schritte" unternommen, bevor nicht alle offenen rechtlichen Fragen geklärt seien. Beispielsweise ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die Stromtrasse vom Alm- zum Kremstal nötig sei. Zudem liegt auch noch keine Rodungbewilligung vor. "Viele von uns haben aber schon befürchtet, dass die Politikerzusagen nur bis zur Wahl gelten", sagt Michael Praschma, Sprecher der Initiative.

Die 55 renitenten Grundstücksbesitzer wollen sich gegen das Enteignungsverfahren zur Wehr setzen. "Wir bleiben bei unserer Haltung", sagt beispielsweise Wolf Kronegger, Besitzer eines Bauernhofs in Vorchdorf. Im Falle einer Zwangseinräumung werde er das Verwaltungsgericht einschalten.

Praschma ist nach wie vor optimistisch, dass man eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchsetzen – und in weiterer Folge ein Erdkabel erzwingen kann.

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Artikel Edmund Brandner 11. November 2015 - 00:04 Uhr
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