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Attersee oder Traunsee? So lautet die große Glaubensfrage im Salzkammergut

Von Gerhard Hüttner und Edmund Brandner, 03. August 2012, 00:04 Uhr
Attersee oder Traunsee? So lautet die große Glaubensfrage im Salzkammergut
Edmund Brandner: „Der Traunsee ist geheimnisvoll.“ Bild: Härmandinger

ATTERSEE/GMUNDEN. OÖN-Lokalredakteur Gerhard Hüttner übers reinste Badevergnügen im Attersee. OÖN-Lokalredakteur Edmund Brandner in Gmunden gehört zur Traunseefraktion.

Ich gestehe: Beim Baden bin ich ein Softie, um nicht zu sagen: ein Warmduscher. Wer für seine Abkühlung einen frischen alpinen Badesee liebt, bitteschön, der soll im Traunsee bibbern. Ich hingegen schwimme lieber im lauen Attersee, wenn die Wassertemperatur die 20-Grad-Marke deutlich überschritten hat.

Während Holzknechte und Klimamönche das undurchdringliche, bedrohliche Schwarzgrün des Traunsees schätzen, liebe ich das prachtvolle Spiel der Farben auf dem Attersee: Das Blau, das ins Türkis geht, überrascht immer wieder mit neuen Farbnuancen. Je nach Wetter glänzt der See auch oft silbern oder golden.

So kommt das Blau in den See

Wie kommt eigentlich dieses Blau in den Attersee? Die einfache Erklärung: Da das Wasser rein und mit wenig Fremdstoffen vermischt ist, erhält der See die blaue Farbe. Die schönere Antwort liefert aber Erich Weidinger mit seiner Sage von der Nixe Adhara: Sie brachte einst allen Bewohnern um den See Edelsteine und Gold. Doch mit dem Wohlstand wuchsen Neid und Habgier. Da verschwand die Nixe für immer und streut seither Gold, Silber und Geschmeide ins Wasser und gibt bis heute dem See sein herrliches Funkeln und Glitzern. Apropos Neid: Vielleicht sollte Adhara ihre Schätze einmal auch in den „glücklichen See“ der Gmundner streuen?

„Ah, heut’ is a wieder guat“, hört man in diesen Tagen von vielen Gästen, die das „reinste Badevergnügen“ genießen. Wer weiß: Womöglich hat die freundliche Frau nicht nur Gold und Silber in den See gestreut, sondern manch heilende Substanzen. Denn immer wieder höre ich davon, dass nach einem Bad im Attersee das eine oder andere Wehwehchen wie weggeblasen ist. Schlecht heilende Wunden und verstauchte Knöchel werden plötzlich gut. Das sind wahrhaft glaubwürdige Erzählungen und kein Seemannsgarn! Während man am Traunsee seit Jahren auf eine Therme wartet, vertraut man am Attersee seit jeher auf die heilende Kraft der Natur.

Der Traunsee ist eingepfercht zwischen der Hektik der Straße, dem Beton der Kaimauer und den schroffen Felsen, der Attersee hingegen liegt idyllisch eingebettet in der Landschaft, grüne Wiesen und Wälder und sanfte Hügeln umrahmen ihn. Ja, es gibt sie noch, die lauschigen Platzerl rund um den See, wo man rasten, planschen und entspannen kann. Denn die Bundesforste haben wieder einige schöne Naturbadeplätze geschaffen. Weil’s richtige Geheimtipps sind, wird hier nichts verraten (nur www.bundesforste.at) (Hüttner)

 

OÖN-Lokalredakteur Edmund Brandner in Gmunden gehört zur Traunseefraktion.

Oberflächlich betrachtet ist der Attersee der größte See unseres Bundeslandes. Wir von der Traunseefraktion gehen den Dingen aber auf den Grund, und deshalb können wir behaupten, dass unser See der größte der Republik ist. Nämlich was die Tiefe betrifft.

Der Attersee ist lauwarm und türkis. Der Traunsee ist geheimnisvoll. Schwarzgrün breitet er sich unter den Steilwänden des Traunsteins aus, manche Buchten sind nur mit dem Schiff erreichbar, und vom See aus sieht man hin und wieder Gämsen über dem Ufer stehen.

Zugegeben: Unser See macht es einem nicht immer leicht, er biedert sich nicht an. Aber genau das macht seinen Reiz aus. Linzer Ferienhausbesitzer, prominente Sportwagenfahrer und Prosecco-Schlürfer mögen sich am Attersee wohlfühlen. Am Traunsee leben urige Salzarbeiter, Holzknechte und ein OÖN-Redakteur. Hart arbeitende Menschen allesamt, die nicht jeden Tag Zeit zum Baden haben. Da muss die Abkühlung schon ein paar Tage anhalten. Deshalb ist der Traunsee ein wenig erfrischender. Hat die Natur nicht alles wunderbar eingerichtet?
Im Grunde sagen schon die Zuflüsse alles über die beiden Seen. Zum Traunsee gehört die stolze Traun und damit die Lebensader des Salzkammerguts, die flussabwärts sogar Linz links liegen lässt, um kurz danach die Donau gnädig in sich aufzunehmen.

Kennt jemand die Ager? Traurig verlässt sie den Attersee (der eigentlich Agersee heißen müsste) und windet sich dann mühsam nach Stadl-Paura, wo sie es mit letzter Kraft in die, jawohl, Traun schafft und auf diese Art doch noch zu später Ehre kommt.

Stangerlfisch und Schwarzbrot

Nirgendwo gibt es bessere Fische zu essen als in der Bucht von Altmünster: Stangerlfisch mit Schwarzbrot und Bier aus dem Salzkammergut, am besten aus der Flasche. Wer Glück hat, bekommt einen Riedling serviert. Diesen Fisch gibt es nur im Traunsee. Aber auch gegen unsere Reinanken verblasst jede Makrele, die man an anderen Ufern als Steckerlfisch verhökert.
Im Traunsee habe ich Schwimmen gelernt, hier habe ich als Kind schwarz gefischt, beim Schulschwänzen im Toskanapark die Faszination des Lesens entdeckt, halbe Nächte am Lagerfeuer verbracht und an seinem Ufer zum ersten Mal die Liebe meines Lebens geküsst. (Nie hatte ich mehr Herzklopfen.) Lacus Felix nannten die Römer unseren See – den „glücklichen See“. Jetzt sage noch einer, dass die spinnen! (Brandner)

 

Daten und Fakten

Größe
Attersee: Der Attersee ist der größte Binnensee Österreichs und der größte See des Salzkammerguts. Der See hat eine Fläche von 46,2 km2, die Wassermenge beträgt vier Milliarden Kubikmeter. Die größte Tiefe beträgt 169 Meter im Gemeindegebiet Steinbach.
Traunsee: Der Traunsee ist mit 191 Metern Tiefe der tiefste See Österreichs und nach dem Attersee der zweitgrößte See Oberösterreichs. Er hat eine Fläche von 24,35 km2 und ein Volumen von 2,3 Milliarden Kubikmeter.

Geschichte
Attersee: Der Attersee wurde 788 als Aterse oder Atarse erstmals urkundlich erwähnt. Spätere Namen waren auch Adersee, Odersee, Camersee, Weißbach-See.
Traunsee: Von den Römern wurde der Traunsee „Lacus Felix“ (der glückliche See) genannt. Der See wurde erstmals 909 in einem Dokument als „Trunseo“ erwähnt.

Temperatur
Attersee: Im August liegt die durchschnittliche Temperatur meist über 18 Grad Celsius. Der See ist naturgemäß nicht überall gleich warm, in sonnigen Buchten wurden schon 25,5 Grad gemessen.
Traunsee: Die durchschnittliche Wassertemperatur im August liegt bei 19 Grad.

Wasserqualität
Attersee: Durch die Verlegung einer Ringkanalleitung wurde sichergestellt, dass keine Abwässer mehr in den See gelangen. Der Attersee hat heute also wirklich Trinkwasserqualität.
Traunsee: Der Traunsee ist nährstoffarm und hat deshalb klares Wasser. Die unterste Wasserschicht ist jedoch durch industrielle Einleitungen salzhaltig.

Fische
Attersee: Seit der Jungsteinzeit wird der Fischreichtum des Gewässers genutzt. Reinanke, Kröpfling und Saiblinge sind die wichtigsten Fische. Auch Hechte, Aale und Forellen werden häufig gefangen. Der Perlfisch ist geschützt, da er nur im Attersee eine ausreichende Population hat.
Traunsee: Zu den vorkommenden Fischen zählen Barsch, Elritze, Hecht, Aal, Seesaibling und Coregonen. Eine Unterart der Coregonen, der Riedling, kommt nur im Traunsee vor. Daneben leben auch viele Wasservögel am See: Die bekanntesten sind die Schwäne, eines der Wahrzeichen Gmundens.

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26  Kommentare
26  Kommentare
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pepiboeck (3.211 Kommentare)
am 07.08.2012 20:47

Dass die OON für den Traunsee sind ist reiner Zufall, und nicht etwa weil das Asamerhotel am Traunsee steht und Asamers Freund Köppl am Traunsee Bürgermeister ist, für die OON kommt wahrscheinlich auch noch vorher der Mondsee und auch nicht deswegen weil dort das andere Asamerrestaurant ist.

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Saskatusch (1.343 Kommentare)
am 05.08.2012 18:51

der attersee natürlich, hat viel schöneres wasser als die latschen truansee...

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tabatha (2.926 Kommentare)
am 05.08.2012 18:55

Beide haben ihre schönen Seiten.

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tabatha (2.926 Kommentare)
am 04.08.2012 23:24

Ersuche den pt Artikelverfasser dann um eine Erklärung was die Traun-Auen in Ebelsberg sind und was unter der Traun-Brücke in Ebelsberg durchfließt.

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Pfette (2.900 Kommentare)
am 04.08.2012 06:29

gehört Cres zu Österreich?

Oder Iglau? Echt? Seit wann aber Salzburg?

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( Kommentare)
am 04.08.2012 19:12

zb. der attersee wirklich endet?
es könnte auch salzburg, ganz genau genommen, st.gilgen sein?!

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HermannKoller (1.736 Kommentare)
am 09.08.2012 16:48

am falschen Dampfer..

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Garfield (1.805 Kommentare)
am 04.08.2012 01:15

die betuchten Senioren, Prosecco würde ihr out bedeuten.
.
Auch die alten Zauseln mit Neuwagen, die man ihr Auto schießen und danach mit Kran herausholen muss, prägen Traunsee.

Wie gut, dass bei Planung an die "Greisen-Zausel-Truppe" bei Ferienanlage "Lacus Felix" gedacht wurde. Bequem vom Wohnzimmer mit Rollator zum Boot und reinfallen lassen. Am Weg zurück vom Boot zum Land dank Katapult arbeitet Frauscher an einer Lösung!

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Zaungast_17 (26.462 Kommentare)
am 04.08.2012 18:57

.... und offenbar ist bei manchen deren Geist noch vorhanden, sonst könnte man ja glatt mitarbeiten, damit etwas besser wird - und nicht nur "runtermachen", gell! zwinkern

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Garfield (1.805 Kommentare)
am 04.08.2012 00:54

Der lebt noch Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts.
Übrigens, Brandner desertierte doch von Gmunden nach Gschwandt, da dort Leben, Grund und Hauserhaltung billiger ist!

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Ameise (45.683 Kommentare)
am 03.08.2012 12:51

dort seid ihr Willkommen...

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Garfield (1.805 Kommentare)
am 04.08.2012 00:57

seit Jahren oder Jahrzehnten nur mehr tot. Die Menschen wollen in ihrem Friedhofsambiente doch nicht gestört werden.

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emmily (114 Kommentare)
am 05.08.2012 18:16

nehme es mir zu Herzen - Abfahrt Wien - süßer Zwischenstopp beim Ottet in Schörfling - aber dann hinein ins wunderbare grüne Naß .........

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( Kommentare)
am 03.08.2012 12:22

--die unterste Schicht ist durch die industrielle Einleitung von Kalkschlamm eingetrübt und wird es auf Grund von Interessensabwägung immer bleiben. Industrie, Arbeitsplätze haben Vorrang vor der Reinheit der Gewässer, zumal es in der Gegend auch noch andere Seen gibt. Traurig aber dennoch rechtliche Realität!

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Garfield (1.805 Kommentare)
am 04.08.2012 01:05

wenn sie sich aus der Totenregion Traunsee verabschieden kann. Gmunden hat ausser ihrem Austritt sonst ohnehin nichts mehr zu bieten!

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Zaungast_17 (26.462 Kommentare)
am 03.08.2012 10:35

... auch in den „glücklichen See“ der Gmundner streuen?

Schatzsuche alá Toplitzsee!

Da tät´s noch viel mehr Neid und Unfrieden geben! zwinkern

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netmitmir (12.413 Kommentare)
am 03.08.2012 10:12

Lernen sie Geographie/ Geschichte Herr Redakteur : Der Attersee gehört mangels Salzvorkommen nie zum SALZkammergut. Nichte einmal zum Wirtschaftraum
Er war eher Teil des Montanrevieres Hausruck mit der geplanten Verhüttung der Kupfererze von Öblarn.( 1860 erster Plan für die Bahntrasse Irdning Vöcklabruck nicht über Gmunden )

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Zaungast_17 (26.462 Kommentare)
am 03.08.2012 10:29

... und jeder wirbt mittler Weile mit SALZKAMMERGUT - ist halt grad IN!!!

Wenn einem sonst nix einfällt! zwinkern

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Garfield (1.805 Kommentare)
am 04.08.2012 01:01

Seid froh, ihr Traunseeanrainer, dass Salzkammergut touristisch nun bis vor den Toren Salzburgs gezogen wurde. Sonst wärd ihr noch erbärmlicher dran.

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netmitmir (12.413 Kommentare)
am 05.08.2012 23:15

Ich rede von richtiger Wirtschaftsgeschichte und nicht vom aktuellen Abzock-dahin siech-Subevebtions Tourismus.

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( Kommentare)
am 03.08.2012 07:46

an den attersee ... somit gehört der attersee zum salzkammergut ... irgendwie halt!

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wilderer (3.053 Kommentare)
am 03.08.2012 02:40

Bis auf das unbedeutende Detail, daß der Attersee nicht zum Salzkammergut gehört,gibt es höchstens ein Bier (ein Märzen aus Little Ankara) zum Salzkammergut! Und wer einen Riedling von Auswärts möchte, sollte halt mal den Omul (Coregonus autumnalis migratorius)vom Baikalsee probieren!

Es ist schön, Tag für Tag mit dem hohen Bildungsanspruch einer Qualitätszeitung konfrontiert zu sein!

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tabatha (2.926 Kommentare)
am 03.08.2012 10:25

Meine volle Zustimmung. Gilt auch für die Opernkritiken eines Hrn. Wruss.

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( Kommentare)
am 03.08.2012 11:59

---vor nicht allzulanger Zeit las ich ein langes Statement von dir, dass du dich aus dem Forum verabschiedest. War eindrucksvoll und rührig, letzlich aber doch nicht ernst zu nehmen.
Es ist aber auch schön, Tag für Tag von Leuten zu lesen, die man nicht ernst nehmen kann.

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Garfield (1.805 Kommentare)
am 04.08.2012 01:36

wurde Gmunden als verödet bezeichnet. 432 Kommentare zog allein diese Aussage in Austria nach sich - ich las nur und die Poster waren alle auf meiner Linie. Ganz zu schweigen vom weiteren deutschsprachigen aber auch englichsprachigen Raum, wo dieser Artikel präsent ist. Fazit: Gmunden ist nur mehr zum Meiden bei der Bevölkerung.

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Pfette (2.900 Kommentare)
am 04.08.2012 06:25

…es kommt halt auf den Masstab an, sprich auf das Anspruchsniveau.
Ich halte aber auch nichts von nicht passenden geplanten hotelkobeln,

die Landschaft ist der letzte Schatz, den sie haben.

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