Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Montag, 22. April 2019, 10:37 Uhr

Linz: 14°C Ort wählen »
 
Montag, 22. April 2019, 10:37 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich  > Nachrufe

Wolfgang Lehner (1956–2014): Wie geschaffen für die Freiwilligkeit

Es war eine ebenso kurze wie intensive und einprägsame Begegnung, an jenem 18. Dezember 2013.

Wie geschaffen für die Freiwilligkeit Von Helmut Atteneder

Wolfgang Lehner in seinem Element Bild: (BFK Linz-Land)

Wolfgang Lehner saß neben mir, und wir warteten auf den Papst. Auf dem Petersplatz sprachen wir über Freiwilligkeit, über Jugendarbeit bei den Feuerwehren. Die Freude, dass mit Michael Weixlbaumer ein Bub aus "seinem" Bezirk Linz-Land das Friedenslicht an Franziskus weitergeben würde, stand ihm ins Gesicht geschrieben. Als er merkte, dass er jemandem, der hinter ihm saß, die Sicht auf den Papst nahm, tauschte er Platz. In diesen Minuten habe ich das, was den Menschen Wolfgang Lehner ausgemacht hat, mehr oder weniger selbst erlebt.

Am 9. April ist der Breitbrunner in den Armen seiner Frau Ulrike und seiner beiden Söhne Wolfgang und Christoph gestorben. 58 Jahre hat er gelebt, mehr als ein Jahr davon gegen Krebs angekämpft. Er hat seine Ernährung komplett umgestellt, hat die ganze Wucht seiner positiven Sturheit in den Kampf geworfen. Sein Motto war: "Ich gebe nicht auf." Bezeichnend, dass er in einem Moment starb, da er sich aufsetzen wollte.

Wolfgang Lehner war wie geschaffen für die Freiwilligkeit. Er hatte technisches Verständnis, er konnte Menschen erreichen, und er lebte Prinzipien. "Mein Vater war nicht einer, der sich mit dem Wind dreht", sagt sein Sohn Wolfgang, der seinem Vater zwei Enkel geschenkt hat. Und er konnte resolut sein, wenn es um seine Feuerwehr ging. 15 Jahre lang war der Verstorbene Kommandant der Feuerwehr Breitbrunn (Hörsching), 2009 wurde er Kommandant für den Bezirk Linz-Land. Bei der Wehr war Lehner in seinem Element. Er baute viel auf – etwa einen neuen Alarmplan für die Autobahnen und das Projekt Gemeinsam.Sicher.Feuerwehr, womit bereits in Kindergärten und Volksschulen spielerisch Brandschutz geübt wird. Wie es aussieht, wird daraus nun sogar ein bundesweites Projekt. Spuren eines echten Feuerwehrlers.

Im Brotberuf arbeitete Wolfgang Lehner bei der Energie AG im Kraftwerksbereich. Sein letztes Projekt war das Kraftwerk Stadl-Paura. Bereits 1987 hatte Lehner einen Papst getroffen: Mit dem Hans-Sachs-Chor sang er für Johannes Paul II.

Morgen, Mittwoch, wird Wolfgang Lehner in Hörsching begraben. Er wird nicht allein sein.

Kommentare anzeigen »
Artikel Von Helmut Atteneder 15. April 2014 - 00:04 Uhr
Mehr Nachrufe

Maria Anderst: Gut behütet durchs Leben

Wer Maria Anderst begegnete, musste sich viel Zeit nehmen.

Ein Leben auf der Donau

Jahrzehntelang war sein Arbeitsplatz auf der Donau. Als er um die 60 in den Ruhestand trat, konnte oder ...

Ein Unternehmer und Mann des Sports

Es war der Sport, der das Leben von Kurt Pippig antrieb, obwohl der als Gründer und Kopf des gleichnamigen ...

Er ließ sich sogar von Karajan dirigieren

"Er war das Aushängeschild von St. Ägidi", sagt Erich Em, wenn er auf Pater Josef Froschauer zu sprechen ...

Tischtennis war sein Leben

Um seinen gesundheitlichen Zustand war es in den vergangenen Wochen und Monaten schon ganz schlecht bestellt.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS