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Oberösterreich

Nach versuchter Vergewaltigung: Fingerabdrücke überführten Angreifer

18. November 2019 00:04 Uhr

Joggerin
Niemand kannte den Mann, der Mitte März gestürzt war und seitdem im Koma liegt.

LINZ/FREISTADT. Der Verdächtige, ein 22-jähriger Syrer, gab die Attacke auf die Linzerin an der Donau zu. Asfinag will die Beleuchtung auf den Laufstrecken bei den Brückenbaustellen verbessern.

Zuerst die Vorfälle durch gewalttätige Jugendliche, nun die versuchte Vergewaltigung einer Joggerin am Linzer Donaudamm: In der Bevölkerung haben sich Verunsicherung und Angst breitgemacht.

In einer für heute angesetzten Sicherheitskonferenz in Linz sollen daher Ursachen und Maßnahmen erörtert werden. "Linz ist eine vergleichsweise sichere Stadt, aber keine Insel der Seligen. Das subjektive Sicherheitsgefühl hat sich verschlechtert", sagt Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FP), der mit Bürgermeister Klaus Luger (SP) die Konferenz einberufen hat.

Im Falle der 38-jährigen Joggerin konnte die Polizei am Wochenende einen Verdächtigen festnehmen. Der 22-jährige Syrer soll vergangenen Dienstag am Treppelweg an der Donau der Frau nach einer Baustellenbegrenzung bei der Autobahnbrücke aufgelauert haben. Er soll versucht haben, ihr von hinten einen Plastiksack über den Kopf zu stülpen. Die Frau wehrte sich heftig, indem sie ihm mit dem Fuß in den Bauch- und Brustbereich trat, ehe sie selbst zu Boden fiel. Der Angreifer ließ aber nicht von ihr ab, kniete sich über die Joggerin und hielt sie fest. Die Linzerin wehrte sich weiterhin mit aller Kraft, schlug und trat um sich und schrie, bis der Täter von ihr abließ und flüchtete.

Überführt wurde der Syrer, weil er auf dem schwarzen Müllsack, den er der Joggerin über den Kopf stülpen wollte, Fingerabdrücke hinterlassen hat. Das Opfer hatte den Sack nach dem Überfall zur Polizei gebracht, die den Verdächtigen schließlich in seiner Wohnung im Bezirk Freistadt festnahm. "Die Ermittlungen laufen. Der Beschuldigte zeigt sich geständig, die Frau überfallen zu haben. Wir werden Untersuchungshaft beantragen", sagt Philip Christl von der Staatsanwaltschaft Linz auf OÖN-Anfrage. Sollte sich der Verdacht einer versuchten Vergewaltigung bewahrheiten, drohen dem Mann laut Staatsanwaltschaft bis zu zehn Jahren Haft. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Auch wenn der Täter gefasst ist, bleibt vor allem bei Läuferinnen ein ungutes Gefühl, wenn sie in der Dämmerung bzw. im Dunkeln auf der beliebten Laufstrecke am Damm zwischen Lindbauer und Pleschingersee in Linz unterwegs sind. Zwar gibt es dort eine beleuchtete Laufstrecke, doch die beiden Brückenbaustellen haben die Lichtsituation stark verändert.

"Laufen macht keinen Spaß"

Nicht nur im Baustellenbereich bei der Voestbrücke, sondern auch im Bereich der Eisenbahnbrücke ist es stockdunkel. "In totaler Dunkelheit und zwischen Baustellenabsperrungen ohne ,Fluchtmöglichkeit‘ macht Laufen an der Donaulände keinen Spaß", schreibt eine OÖN-Leserin. Der Überfall vergangene Woche verstärke das mulmige Gefühl, dass man beim Laufen alleine im Dunkeln empfinde.

Bei der Asfinag, die die Bypassbrücken zur Autobahnbrücke verantwortet, hat man die Lichtproblematik mit der Baufirma bereits besprochen. "Wir nehmen die Situation ernst und werden nach Möglichkeiten suchen, wie man die Beleuchtung im Baustellenbereich verbessern kann", sagte Asfinag-Pressesprecher Christoph Pollinger. (rgr/lag/mpk)

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