Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Freitag, 21. September 2018, 09:29 Uhr

Linz: 25°C Ort wählen »
 
Freitag, 21. September 2018, 09:29 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich  > Linz

Zehn Tonnen schwerer Lapislazuli als Brunnen auf dem Domplatz

LINZ/MAUTHAUSEN. Chile – Dubai – Linz. Eine weite Reise hat der weltweit größte Lapislazuli-Stein hinter sich. Von einem Bildhauer zu einem Brunnen geformt, steht das Kunstwerk nun bis Ende September auf dem Linzer Domplatz. Eigentümer ist der Mauthausener Unternehmer Leonhard Helbich-Poschacher.

Zehn Tonnen schwerer Lapislazuli als Brunnen auf dem Domplatz

Freude über den Brunnen: Rudolf Kammerer, Hans Muhr und Leonhard Helbich-Poschacher (grill) Bild: privat

Das charakteristische Blau des Lapislazuli wird von goldenen Streifen durchzogen. Im Sonnenlicht schimmern die Farben unter dem fließenden Wasser. Durch den nahezu weißen Untergrund des Domplatzes wirken Blau und Gold des Brunnens „Wassergold“ noch intensiver. Aus einem einzigen Brocken Stein hat der Grazer Bildhauer Hans Muhr ein Kunstwerk geformt, das zwei Monate lang auf dem Linzer Domplatz ausgestellt ist.

Das Abenteuer Lapislazuli

Bevor der 75-Jährige den blauen Stein zu bearbeiten begann, brauchte er erst ein halbes Jahr Bedenkzeit. „Bis dahin hatte ich keinerlei Erfahrung mit Lapislazuli“, erklärt der Künstler. Nach vielem Experimentieren mit dem Material habe er aber schließlich gespürt, dass er bereit sei. „Der Lapislazuli wurde zu meinem größten Abenteuer“, sagt der Grazer. Der Halbedelstein, oder auch Stein der Freundschaft, strahle laut Muhr ein unglaubliches Kraftfeld aus. „Nach einer halben Stunde Arbeit an dem Stein habe ich mich gefühlt, als wäre ich 14 Tage auf Kur gewesen.“

Auch die Geschichte des Steins selbst klingt unglaublich. Der Lapislazuli stammt aus einer Mine in den chilenischen Anden. Die Mauthausener Baufirma Poschacher hatte sich Mitte der neunziger Jahre die Schürfrechte gesichert. Gerade als die Männer aufgeben wollten, stießen sie auf den 30 Tonnen schweren Stein. „Bis wir den Stein gefunden und geplant hatten, wie wir ihn aus dem Berg heraussprengen konnten, brauchten wir zwei bis drei Wochen“, erinnert sich der verantwortliche Sprengmeister Rudolf Kammerer.

Weltweit einzigartiger Fund

Weltweit wurde noch nie ein Lapislazuli dieser Größenordnung gefunden. Auch die Arbeiter waren nicht auf einen solchen Fund vorbereitet, daher musste der Stein zerlegt werden. Schließlich konnte der Brocken nach Österreich gebracht und von Hans Muhr bearbeitet werden. Eigentümer Leonhard Helbich-Poschacher wollte anlässlich des Kulturhauptstadtjahres seinen Brunnen der Öffentlichkeit zugänglich machen. Eine private Initiative ermöglichte die Leih-gabe an den Mariendom. Bis Ende September steht der Brunnen auf dem Domplatz.

Kommentare anzeigen »
Artikel Von Judith Grillberger 28. Juli 2009 - 00:04 Uhr
Mehr Linz

Supersommer für die Linzer Bäder: 362.000 Gäste kühlten sich heuer ab

LINZ. Der Supersommer, der von April bis September reich an Hitzetagen war, hat sich logischerweise auch ...

Aktenaffäre: Opposition verstärkt Druck auf Luger

LINZ. Enorme Wirkung im Linzer Rathaus ausgelöst hat der Rohbericht des Bundesrechnungshofes zur Linzer ...

Großes Mobilitätsfest auf dem Linzer Hauptplatz

LINZ. Auf dem Linzer Hauptplatz wird am Samstag ein großes Mobilitätsfest stattfinden.

Liegestühle gegen Bäume getauscht

LINZ. Mehr als 250 hölzerne Liegestühle wurden in den letzten beiden Saisonen der Linzer Sandburg verkauft ...

Im Zeichen der Verwaltung

LINZ. Im Zeichen der Beschleunigung der Verfahren und der Verbesserung des Rechtsschutzes stand der Linzer ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS