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Oberösterreich

"Klimastreik": Tausende demonstrieren für mehr Klimaschutz

Von nachrichten.at/apa   24. September 2021 06:14 Uhr

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LINZ/WIEN. In ganz Österreich fanden am heutigen Freitag Klimastreiks statt. Laut Polizei demonstrierten in Linz etwa 2000 Klimaschützer. Es gab keine Ausschreitungen.

Es ist bereits der achte weltweite Klimastreik und doch wurde in den vergangenen drei Jahren nichts umgesetzt, sagt Bjarne Kirchmair, Sprecher von Fridays For Future Oberösterreich. "Die Landesregierung kann weder ein Klimaneutralitäts-Ziel noch einen Klimaschutzplan vorweisen. Daher dürfen wir uns über die globalen Zustände auch nicht wundern", sagt Kirchmair.

Alles verlief friedlich

Um 14 Uhr trafen sich die Teilnehmer in Linz am Hauptbahnhof, wo es musikalische Beiträge, Poetry Slam und Reden gab. Anschließend brach der Demonstrationszug zur Donaulände auf, die Endkundgebung fand zwischen Lentos und Brucknerhaus statt. Laut Einsatzleiter der Polizei waren etwa 2000 Demonstranten unterwegs, unter ihnen sogar Fans von Arnold Schwarzenegger, aber auch heimische Politiker: Der Spitzenkandidat der Grünen für die Landtagswahl am Sonntag, Landesrat Stefan Kaineder, sowie sein pinkes Pendant Felix Eypeltauer gingen für "Alles für das Klima" auf die Straße. Demonstranten appellierten auf Plakaten: "Machen wir die OÖ Wahl zur Klimawahl". Zum Ende hieß es: "Wir waren hier, wir waren laut, weil man uns die Zukunft klaut." Anschließend wurde gemütlich am Ufer der Donau gechillt.

Video von OÖN-Redakteurin Karoline Ploberger:

Insgesamt waren in Linz 30 Polizeibeamte im Einsatz. Einsatzleiter Felbermayr sagte: "Es war alles ruhig, es gab keine Ausschreitungen." Für die Dauer der Demo wurde durch die Linz Linien ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Auch in Steyr wurde ab 16 Uhr im Schlosspark demonstriert. Die größte Demo wurde in Wien erwartet.

Kaineder: "Stehen geschlossen hinter FFF"

Der Spitzenkandidat der Grünen für die Landtagswahl, Stefan Kaineder ließ wissen: "Eure Botschaft ist unser Auftrag hier in Oberösterreich". Die Grünen stünden geschlossen hinter Fridays for Future. 

Demos in vielen größeren Städten

Eine Veränderung des "Systems" brauche es, um Klimaerhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen, ließ indes die Initiatorin der Bewegung, die Schwedin Greta Thunberg, ihre Mitstreitenden in Berlin wissen und nannte Deutschland einen "der größten Klima-Bösewichte." Vor rund drei Jahren startete Thunberg in Stockholm ihren Schulstreik, wie Fridays For Future vor dem Auftakt in Wien in einer Aussendung berichtete, waren es diesmal mehr als 1.200 Städte auf der ganzen Welt, in denen für Klimagerechtigkeit demonstriert wurde. In Österreich hatte die daraus entstandene weltweite Bewegung rein quantitativ vor genau zwei Jahren ihren Zenit mit rund 30.000 Teilnehmern in Wien bei der "Earth-Strike"-Demo. Laut den Veranstaltern waren es am heutigen Freitag in der Bundeshauptstadt 20.000, laut Polizeiangaben 5.500 Teilnehmende.

In Wien zog der Demozug um 13.00 vom Praterstern in der Leopoldstadt in Richtung Heldenplatz, wo die Abschlusskundgebung laut Veranstaltern gegen 17.15 Uhr zu Ende ging. "Danke für dieses starke Zeichen nach einem Sommer der Klimakatastrophen!", twitterten FFF-Wien. Zuvor reichte die Schlange der Klimastreikenden über die rund einen Kilometer lange Praterstraße, ehe man diese gegen 13.45 Uhr verließ, um über die Schwedenbrücke Richtung Innenstadt zu marschieren - musikalische Unterstützung gab es in Form von Sambarhythmen bis hin zu Technobeats. "Wir stehen jetzt an einem historischen Wendepunkt", so Aktivistin Katrin Hipmair in einem Statement am Freitag. "Wir können dabei zusehen, wie Politik und Wirtschaft durch ihr Nichts-Tun unsere Zukunft zerstören. Oder wir stehen gemeinsam für eine klimagerechte Welt auf."

Aufgestanden waren viele Aktivisten auch gegen aktuelle Straßenbau-Projekte. Nachdem in Wien seit Ende August Klimaaktivisten die Baustelle der Wiener Stadtstraße in Hirschstetten in der Donaustadt blockieren und Greenpeace-Aktivisten erst nach mehr als 24 Stunden Blockade beim Büro des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig (SPÖ) aus dem Wiener Rathaus zogen - zur symbolischen Uhrzeit "5 vor 12" - war das Thema auch auf der Demo präsent, etwa durch ein Global-2000-Banner mit dem Motto "Vielfalt statt Asphalt"

In St. Pölten fand die laut Veranstaltern größte Kundgebung für den Klimaschutz, "die es je gab", statt. 1.500 Demonstranten nahmen laut Schätzungen der Polizei teil. Die Route führte die lautstarke Menge ab 12.30 Uhr vom Bahnhofsplatz über die Kremser Gasse ins Regierungsviertel, wo Redner vor dem Landhaus u.a. ein Bekenntnis zur Klimaneutralität von der Landespolitik forderten. Unter den Demonstranten waren u.a. auch Gegner der geplanten Traisental Schnellstraße (S34).

In Graz führte eine Fußgänger-Demonstration vom Griesplatz Richtung Norden entlang der Mur bis zur Keplerbrücke und weiter über das Glacis zur Oper, rund 1.200 Teilnehmer waren dabei. Die Rad-und Skater-Demo führte die etwa 200 Teilnehmer über den Eggenbergergürtel, den Kalvariengürtel und die Grabenstraße bis zur Oper. Bei einer Sitz-Demonstration in der Mandellstraße, wo ein Wohnzimmer aufgebaut wurde, waren etwa 20 Teilnehmer dabei. Die Demonstranten skandierten unter anderem "Beschützt unsere Erde", "The seas are rising, so are we" und "There is no Planet B".

In Klagenfurt startete bereits um 11.00 Uhr die Demonstration am Heiligengeistplatz. Nach einem eher verhaltenen Beginn mit rund 80 Teilnehmern wuchs die Zahl der Demonstrierenden - unter ihnen auch einige Erwachsene - auf 120, als sich der Zug in Bewegung setzte. Unter Sprechchören ging es eine Runde durch die Innenstadt, bevor die Schlusskundgebung vor der Kärntner Landesregierung stattfand. Im Innsbrucker Rapoldipark haben sich gegen 16.00 Uhr rund 40 Personen zum "Open Picknick for Future" eingefunden, das sich über vier Stunden erstrecken sollte. Skandiert wurde nicht und programmatische Reden fehlten ebenfalls. Dafür malten die Anwesenden eifrig Plakate, übten sich an der Slackline und Kinder konnten sich schminken lassen.

Unter musikalischer Beschallung durch ein stationäres Fahrrad mit Lautsprechern fanden sich schließlich zunehmend mehr Menschen ein. Gegen 17.00 waren es etwa 100. Laut einer der Organisatorinnen hat man sich für diese offene Form als Picknick und gegen einen strukturierten Demo-Zug entschieden: "Wir wollen heute auch neue Menschen kennenlernen und uns auf die große Demonstration am 22. Oktober vorbereiten."

In Vorarlberg trafen sich die Aktivisten gegen 10.30 Uhr am Bahnhof Bregenz. Die Menge wuchs laut Polizeiangaben in der Folge auf ihrem Protestzug durch die Bregenzer Innenstadt auf 500 Teilnehmer an. "Leider müssen wir sogar bei uns im reichen Ländle für Klimaschutz auf die Straße gehen, denn auch unsere Politiker nehmen ihre Verantwortung nicht ernst und vernachlässigen Klimaschutz massiv", so Aktivist und Mitorganisator Johannes Hartmann von FFF-Vorarlberg. Fridays For Future wendet sich in Vorarlberg auch gegen das umstrittene Straßenbauprojekt S18.

Liveblog zu den Klima-Demos in ganz Österreich:

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