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Oberösterreich

Auch Welser Magistratsdirektor ließ sich impfen

20. Januar 2021 07:56 Uhr

Impfstart für ältere Oberösterreicher

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LINZ. Der Wirbel um Lokalpolitiker, die sich mit übrig gebliebenen Impfdosen aus Heimen impfen ließen, hält an.

Dass man sich bei den Impfaktionen in den Heimen nicht immer an die von den Behörden vorgesehene Reihenfolge gehalten hat, schlägt österreichweit hohe Wellen. Vorwürfe, dass sich Politiker bei übrig gebliebenen Impfdosen vorgedrängt hätten, gibt es aus mehreren Bundesländern. In Vorarlberg ließ sich etwa der Feldkircher Bürgermeister Wolfgang Matt (VP) impfen – obwohl die Heimärztin das ursprünglich verweigert hatte.

OÖN-TV Talk: Wirbel um Vorreihungen beim Impfen

Auch in Oberösterreich gibt es in mehreren Gemeinden Aufregung über die Impfung von Lokalpolitikern und Beamten.

Wels – Impfung für Magistratsdirektor: Ihm sei ein Impfstoff angeboten worden, er habe aber abgelehnt, sagt der Welser Bürgermeister Andreas Rabl (FP). Als Politiker sei er erst später an der Reihe. Sein Magistratsdirektor Peter Franzmayr (44) war weniger zögerlich. Er bestätigt auf OÖN-Anfrage, dass er sich impfen lassen habe. Seine Begründung: "Kein Impfstoff darf verworfen werden."

Sankt Georgen an der Gusen – Bürgermeister als "Heimpersonal": 165 Personen aus dem Pflegeheim und dem Betreuten Wohnen in Sankt Georgen hatten sich für eine Impfung angemeldet. Knapp 200 Impfdosen wurden geliefert. "Die übrigen Dosen wurden an das Servicepersonal der Einrichtungen, wie die IT-Techniker, und an Angehörige der Bewohner verteilt", sagt Bürgermeister Erich Wahl (SP). Auch er ließ sich impfen. Die Gemeinde würde das Seniorenheim betreiben, das mache ihn als Bürgermeister zum Heimträger und Dienstvorgesetzten des Personals. "Ich bin bis zu fünf mal pro Woche im Heim, ich zähle zum Personal", sagt Wahl.

Eberschwang – mehrheitlich Externe geimpft: Anfang Jänner wurden im Pflegeheim Eberschwang 44 Dosen verimpft, doch nur 17 gingen an Bewohner und Mitarbeiter des Heims. Die übrigen 27 wurden anderweitig verimpft: Neben Ärzten und Angehörigen gehörte auch Bürgermeister Josef Bleckenwegner (SP) und die beiden Vizebürgermeister von SP und FP zu den "Impfwilligen". Die Zahl der geimpften Bewohner sei deshalb so niedrig, da einige Senioren, die geimpft werden sollten, an Corona erkrankt seien, sagt Bezirksärztesprecher Silvester Hutgrabner. Er versteht die Aufregung um die Impfaktion in Eberschwang nicht. "Hätte man den übrigen Impfstoff wegwerfen sollen?", fragt der Gemeindearzt. Auch er ließ sich im Heim impfen.

Enns – Bürgermeister als Angehöriger: Der Ennser Bürgermeister Franz Stefan Karlinger (SP) ließ sich gemeinsam mit seiner Frau in einem Altersheim impfen. Er sei nicht als Politiker, sondern als Angehöriger zweier Heimbewohner zum Zug gekommen. Von sich aus wäre er "nie auf den Gedanken gekommen, nachzufragen", ob er als Stadtchef früher geimpft werden könne, sagt er.

Rohrbach: Im Bezirksaltenheim Rohrbach soll die Heimleitung Verwandten und Freunden zu einer Impfung verholfen haben. Zwar habe es eine "Reserveliste" gegeben, doch als diese abgearbeitet war, seien darüber hinaus weitere Impfungen verabreicht worden. Ein Sprecher des Sozialhilfeverbandes Rohrbach sagte gestern auf Anfrage, dass die Reservelisten in Zukunft verlängert werden müssen.

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