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Oberösterreich

Andorf: Wo Odins Werk im Schulhof steht

25. Mai 2019 00:04 Uhr

Andorf: Wo Odins Werk im Schulhof steht
Skulptur im Hof der Neuen Mittelschule Andorf

LINZ/ANDORF. Skulptur von Odin Wiesinger sei "sehr neutral", sagt Bürgermeister - Wiesingers jüngste Aussagen lehnt er aber strikt ab.

"Nur feine Menschen, angenehme Zeitgenossen waren da sicher nicht darunter", sagte er über KZ-Häftlinge – und zur "Auschwitzlüge", meinte Odin Wiesinger: Darüber gebe es "immer wieder neue Erkenntnisse". Nach dem am Montag erschienenen Interview in "profil" zog die FP die Nominierung des Innviertler Künstlers in den Landeskulturbeirat zurück – auf Druck von Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP). Offiziell "verzichtete" Wiesinger.

Einige seiner Werke sind im Besitz der öffentlichen Hand (2011 kaufte das Land Oberösterreich beispielsweise zwei Ölgemälde um 1980 Euro an). Andere stehen im öffentlichen Raum: In Wiesingers Heimatgemeinde Andorf wurde beim Schulumbau (2010–2012) im Rahmen der Aktion "Kunst am Bau" eine Skulptur in Auftrag gegeben. Sie steht im Schulhof der Neuen Mittelschule Andorf. Eine weitere Wiesinger-Skulptur steht vor der Sporthalle Andorf.

Wie soll man damit nun umgehen? Die OÖN fragten beim Andorfer Bürgermeister Peter Pichler (SP) nach. Wiesingers Kunstwerken in Andorf würden ihn "nicht stören", sagt Pichler. Die Skulptur im Schulhof sei "sehr neutral". Die jüngsten Äußerungen des Andorfer Künstlers verurteilt Pichler allerdings: "Solche Sachen kann man nicht sagen, man kann nur hoffen, dass hier Vernunft einkehrt."

Durchaus gelassen sieht auch Andorfs Grünen-Fraktionschef Johann Berrer die Skulpturen: "Es gibt oft umstrittene Werke von Künstlern", sagt Berrer im OÖN-Gespräch. Insgesamt habe er mit den Werken von Wiesinger aber keine Freude. Und auch auf die Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Woche hätte die Marktgemeinde im Bezirk Schärding verzichten können. Politische Diskussionen über die beiden Skulpturen gebe es aber bisher keine, sagt Berrer.

Wiesinger-Zeichen wird geprüft

Aufgrund einer Anzeige lässt die Bezirkshauptmannschaft Schärding unterdessen jenes Zeichen prüfen, das Wiesinger bisweilen als Logo verwendet. Kritiker sehen darin Ähnlichkeit zur "Odalrune", die von verschiedenen SS-Einheiten als Abzeichen benutzt wurde und in Österreich verboten ist.

Wiesinger wies ähnliche Vorwürfe vor drei Jahren zurück: Es handle sich bei seinem Zeichen um seine Initialen "O" und "W".

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