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Oberösterreich

Wie gefährlich sind Shisha-Bars?

LINZ/ WELS. Bereits zwei Jugendliche sind in oberösterreichischen Shisha-Bars zusammengebrochen. Mediziner warnen vor den Wasserpfeifen.

Wie gefährlich sind Shisha-Bars?

Bild: Colourbox

Mit Anzeichen einer Kohlenmonoxid-Vergiftung wurde eine 16-Jährige am Montag ins Klinikum Wels-Grieskirchen gebracht. Wie berichtet war das Mädchen in einer Shisha-Bar in Wels zusammengebrochen. Es ist nicht der erste derartige Vorfall: Erst im Jänner war ein 14-Jähriger in einer Shisha-Bar in Mattighofen (Bezirk Braunau) ohnmächtig geworden.

Shishas, also Wasserpfeifen, sind besonders bei Jugendlichen beliebt: Dem Tabak sind süße oder fruchtige Aromastoffe beigemengt, der Rauch schmeckt nicht so scharf wie bei Zigaretten. Harmlos sind Shishas aber nicht.

In dem Welser Lokal maß die Feuerwehr einen erhöhten Kohlenmonoxid-Wert von 45 ppm (parts per million), also 45 Mikroliter pro Liter Luft. Am Arbeitsplatz gilt in Österreich beispielsweise ein Grenzwert von 30 ppm.

Wie Rauchgasvergiftung

"Anders als bei Zigarettenrauch wird der Tabak beim Shisha-Rauchen nicht verbrannt, sondern bei unter 100 Grad verschwelt", erklärt Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler-Uniklinikum in Linz. "Die Folge dieser unvollständigen Verbrennung ist eine höhere Konzentration an Kohlenmonoxid und anderen Schadstoffen in der Luft als beim Zigarettenrauch."

Wird Kohlenmonoxid inhaliert, heftet es sich an die roten Blutkörperchen und verdrängt den Sauerstoff. Ab einer bestimmten Menge führt das zu Vergiftungserscheinungen, die von Kopfschmerzen bis zum Koma gehen können.

Ein Beispiel dafür sind Rauchgasvergiftungen. "Zudem enthält der Rauch, der beim Verbrennen von Tabak entsteht, 40 bis 60 Stoffe, die krebserregend wirken können", sagt Lamprecht. "Nikotin nimmt man beim Shisha-Rauchen sogar mehr auf als beim Zigarettenkonsum, weil man größere Rauchmengen inhaliert."

Shishas künftig erst ab 18

Dazu kommt die Feinstaubbelastung. "Feinstaub entsteht bei Verbrennungsprozessen. In der Lunge kann er Entzündungsvorgänge auslösen", sagt Bernd Lamprecht. "Und in Lokalen kann die Belastung höher sein als in Tunneln."

Genau wie beim Zigarettenkonsum ist es derzeit in Oberösterreich ab 16 Jahren erlaubt, Wasserpfeifen zu rauchen. Auch Shisha-Bars darf man ab diesem Alter betreten. Damit soll bald Schluss sein. Die Landesregierung plant ein Rauchverbot für unter 18-Jährige. "Was wir für den Zigarettenkonsum planen, muss auch für das Shisha-Rauchen gelten", sagen Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP), der für das Ressort Jugend zuständig ist, und Jugendschutz-Landesrat Elmar Podgorschek (FP). "Daher werden wir im Zuge der Novellierung des Jugendschutzgesetzes auch das Alter für das Shisha-Rauchen zum Schutz der Jugendlichen auf 18 Jahre anheben."

Wäre Österreichs Gastronomie, wie geplant, ab Mai 2018 rauchfrei geworden, hätte dies ohnehin das Aus für Shisha-Bars bedeutet. Das entsprechende Gesetz will die VP-FP-Bundesregierung aber kippen.

 

Umfrage zu Shisha-Konsum unter Jugendlichen

Mehr als 60 Prozent der Jugendlichen in Oberösterreich zwischen 15 und 18 Jahren haben schon einmal Shisha geraucht, unter den 13- bis 14-Jährigen sind es über 30 Prozent. Sogar 17 Prozent der Zwölfjährigen haben es bereits probiert. Das ergab eine Umfrage der Krebshilfe Oberösterreich unter mehr als 3000 Jugendlichen zwischen zwölf und 18 Jahren aus dem Jahr 2014.

 

Die Umfrage zeigte auch, dass die Risiken von Shishas möglicherweise unterschätzt werden: Jugendliche, die keine „konventionellen“ Raucher sind, erachteten den Konsum von Shishas nicht als Rauchen.

Erfreulich dagegen war der Rückgang beim Zigarettenkonsum: Rauchten 2005 noch 20 Prozent der 12- bis 18-Jährigen regelmäßig, waren es 2014 nur noch elf Prozent.

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Artikel Luise Walchshofer 21. März 2018 - 00:04 Uhr
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