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Oberösterreich

Wie ein Technik-Club zur neuen Heimat wurde

LINZ. Sechs Vereine, Gemeinden und Firmen wurden gestern Abend mit dem Integrationspreis des Landes geehrt.

Rene arbeitet beim Verein "Technicus" in Ansfelden mit.  Bild: (Privat)

Vom Frauen-Sprach-Café bis zum Deutschkurs, von der Lehrlingsausbildung bis zur Autoreparatur: Sechs Projekte aus ganz Oberösterreich wurden gestern Abend im Landhaus mit dem Integrationspreis des Landes ausgezeichnet. "Die Integration von Flüchtlingen funktioniert in Oberösterreich weit besser, als zu Beginn der Flüchtlingskrise geglaubt wurde", sagt Landesrat Rudi Anschober (Grüne), der den Preis ins Leben rief. Die Auszeichnung sei kein Ranking der besten Integrationsprojekte: "Wir wollen damit symbolhaft jenen Danke sagen, die besonders engagiert sind." Die Sieger wurden von einer externen Jury ausgesucht.

Video: 

 

Kategorie Zivilgesellschaft: "Eines Tages stand der Rene vor der Tür", erzählt Karl Praunshofer, der vor sechs Jahren mit anderen Pensionisten in Ansfelden einen Technik-Club gründete. Dort werden täglich alte Dinge repariert und Kurse angeboten. Der Flüchtling aus Kamerun, der eigentlich Akbour Rene Tchunke heißt, suchte Beschäftigung und Anschluss: "Seither ist er jeden Tag bei uns. Er lebt jetzt mit uns." Rene entdeckte handwerkliche Talente, baute in drei Tagen aus Paletten und Vorhängen ein Sofa. Die Mitglieder halfen dem von der Abschiebung Bedrohten bei den Hausübungen: "Jetzt kann er perfekt Deutsch", sagt Praunshofer. Sein Verein "Technicus" erhielt den Sonderpreis. Mit dem Hauptpreis wurde der Verein "Husig" aus Bad Goisern ausgezeichnet. Dort wurden seit 2015 für 102 Flüchtlinge Deutschkurse organisiert, sagt Obfrau Helga Putz: "Die Erfolgsquote liegt bei 100 Prozent."

Wie ein Technik-Club zur neuen Heimat wurde: "Der Rene lebt jetzt mit uns"

Der Verein Husig in Bad Goisern betreut Flüchtlinge.  

 

In der Kategorie Gemeinden erhielt der Integrationsausschuss der Gemeinde Lambach den Hauptpreis: "Bei uns hat sich eine breite Initiativen-Landschaft entwickelt", sagt Obfrau Renate Fuchs (VP). Diese reichen vom Gemeinschaftsgarten bis zum Frauen-Sprach-Café und zum Männertreff, von der Hilfe bei der Hausübung bis zum Kurs "Mama lernt Deutsch". "Integration beginnt im Kleinen", sagt Fuchs. "Wegschauen bringt keinem etwas." 

Wie ein Technik-Club zur neuen Heimat wurde: "Der René lebt jetzt mit uns"

In Lambach ist ein Gemeinschaftsgarten eines vieler Projekte. 

Der Sonderpreis ging an den Arbeitskreis Migration der Gemeinde St. Gorgen/Gusen. "Wir wollen zeigen, dass Integration bereichert", sagt Obfrau Andrea Wahl. So gestalten die Asylwerber der Gemeinde einen Stand auf dem monatlichen Genussmarkt: "Dort sind sie für alle ansprechbar", sagt Wahl.

Wie ein Technik-Club zur neuen Heimat wurde: "Der Rene lebt jetzt mit uns"

Flüchtlinge am Markt in St. Georgen/Gusen

In der Kategorie Unternehmen wurden die Malerei Großbötzl in Ried (Hauptpreis) und Spenglerei, Dachdeckerei und KFZ-Werkstatt Hochstöger in Pabneukirchen ausgezeichnet.

Wie ein Technik-Club zur neuen Heimat wurde: "Der René lebt jetzt mit uns"

Lehrling Shaffi mit Chefin Sylvia Hochstöger in Pabneukirchen. 

Beide haben einen Asylwerber als Lehrling aufgenommen. Unternehmer Michael Großbötzl hat seine afghanischen Lehrlinge vor der drohenden Abschiebung bewahrt. (hes)

Wie ein Technik-Club zur neuen Heimat wurde

In der Malerei Großbötzl in Ried arbeiten afghanische Lehrlinge.

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Artikel 19. Oktober 2018 - 00:04 Uhr
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