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Oberösterreich

Schwertbergerin überlebte das Erdbeben in Ecuador

Von Bernhard Leitner   20. April 2016 00:04 Uhr

Ecuador: Schwerstes Beben seit 1979

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SCHWERTBERG / QUITO. Ordensfrau war in der Abendmesse, als das Erdbeben einsetzte.

Klara-Maria Falzberger lebt seit 20 Jahren in Ecuador: Mit Armut, Kriminalität und Korruption in der Region ist sie gut vertraut. Die Erdbebenkatastrophe vom vergangenen Samstag macht selbst sie fassungslos. Sie wollte gerade mit ihren Mitschwestern die Abendmesse feiern. "Plötzlich hat es so stark gewackelt. Die Statuen in der Kapelle sind umgefallen und zerborsten. Kerzen flogen wie Geschosse durch die Luft. Man konnte sich nicht auf den Beinen halten." So beschreibt sie jene 50 schier endlosen Sekunden, die das Beben dauerte.

"Ich bin dankbar, dass wir noch keine Kinder in unserer Ordensschule hatten und dass alle Schwestern gemeinsam ins Freie laufen konnten, sich gegenseitig stützend und umarmend", berichtet Falzberger. Die offizielle Opferstatistik – gestern war von 413 Menschenleben die Rede – hält die Schwertbergerin für wesentlich zu niedrig angesetzt: "Alleine in der Stadt Pedernales werden laut dem Bürgermeister 500 Tote befürchtet." Ständig erschüttern Nachbeben die Region. "Seit Samstag gab es mehr als 250 leichtere Nachbeben. Die Menschen sind in großer Angst."

Das Beben hat vieles von dem vernichtet, was der Orden von Klara-Maria Falzberger – auch mit Spendengeld aus Oberösterreich – aufgebaut hat. Vor allem Schulen. "Unser Gymnasium Leoní Aviat gibt es nicht mehr. Beide Schulgebäude sind in sich zusammengestürzt. Tische und Sessel liegen auf der Straße." Gestern hätte die Schuleinschreibung für das im Mai beginnende neue Schuljahr beginnen sollen. Ob die Kinder heuer überhaupt in die Schule gehen können, ist ungewiss: "Wer kann den schon unter solchen Umständen in eine private Schule gehen?"

Der Hilferuf von Klara-Maria löste in ihrer alten Heimat Betroffenheit aus. Viele Familien im Bezirk Perg sind Patenschaften eingegangen und bezahlen Schulgeld für Kinder aus armen Familien. Josef Hauser aus Luftenberg steht in engem Kontakt mit der Ordensfrau: "Ich telefoniere stündlich, um mir ein Bild von der Lage zu machen." Schon seit längerem hat Hauser geplant, im Mai für einige Wochen nach Ecuador zu fliegen. Das will er nun nutzen, um zu helfen. "Mein Freund Eddie Kroll, der die Hilfsaktion ,Schilling für Shilling’ leitet, hat mir 9000 Euro zugesichert. Ich hoffe, es finden sich noch weitere Wohltäter. Wir können nicht das ganze Land aufbauen. Mir geht es um jene Familien, mit denen wir durch die Patenschaften eng verbunden sind."

In der Pfarre Schwertberg ist ein Spendenkonto eingerichtet, mit dem die Arbeit von Klara-Maria Falzberger unterstützt wird: AT46 3461 3000 0006 3305

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