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Oberösterreich

Neues Lehrerstudium: Krach hinter den Kulissen

Von Herbert Schorn   12. September 2015 06:34 Uhr

Neues Lehrerstudium: Krach hinter den Kulissen
900 Studenten werden derzeit zu NMS-Lehrern ausgebildet.

LINZ. Kunst-Uni musste abspringen – Rektoren fürchten, dass Lehramts-Studenten künftig nach Salzburg abwandern.

In einem Jahr soll die neue, gemeinsame Ausbildung von Lehrern für Gymnasien und Neue Mittelschulen starten. Um das dann acht Semester lange Studium (plus vier Semester für den Master) für alle 25 Schulfächer auf Universitätsniveau anbieten zu können, müssen neun Unis und Pädagogische Hochschulen (PH) in Linz und Salzburg zusammenarbeiten.

Doch hinter den Kulissen liegen die Nerven blank. So muss sich die Linzer Kunst-Uni, die das Studium für die Zeichen- und Werklehrer beisteuern hätte sollen, aus dem Verbund verabschieden. Hintergrund ist ein Richtungsstreit zwischen dem Salzburger Mozarteum und der Kunst-Uni: Wird mehr Wert auf das Fachliche oder auf das Pädagogische gelegt? So stellt es zumindest der Vizerektor der Kunst-Uni, Rainer Zendron, dar: "Wir wollen, dass die Fachdidaktik einen großen Stellenwert hat. Aber wir sind um einer schnellen Einigung willen überstimmt worden." Er hofft nun auf ein Extra-Abkommen mit den beiden PHs in Linz.

Ein weiteres Problem, das den Linzer Rektoren die Sorgenfalten auf die Stirn treibt: Für beliebte Fächer wie Deutsch, Englisch, Geschichte, Biologie oder Geografie gibt es in Linz kein Uni-Studienangebot. Wer diese Fächer studieren will, muss auch in Zukunft zumindest teilweise nach Salzburg pendeln. Das werden wenige tun, meint Zendron: "Die meisten werden gleich nach Salzburg gehen." Herbert Gimpl, Rektor der PH Oberösterreich, hofft auf virtuelles Lernen: "Wir müssen so oft als möglich E-Learning oder Video-Übertragungen einsetzen."

Auch Meinhard Lukas, designierter Rektor der Kepler-Uni (JKU), sorgt sich um Linz als Standort der Lehrerausbildung: "Wenn Linz nicht gestärkt wird, werden wir ein Anhängsel von Salzburg." Er fordert mehr Geld für die JKU, um neben Mathematik, Informatik, Physik, Chemie weitere Lehrämter anzubieten: Englisch, Biologie, Geschichte, Wirtschaftskunde, Psychologie und Philosophie. "Da gibt es Anknüpfungspunkte an aktuelle Studien." Das Zusatzangebot kostet zwei Millionen Euro, die Verhandlung mit dem Wissenschaftsministerium startet im November.

Skeptisch ist auch Rektor Franz Keplinger von der PH der Diözese. Denn für zukünftige NMS-Lehrer wird das Studium nicht nur komplizierter, sondern dauert auch doppelt so lange. " Die Frage ist, ob wir in fünf bis sieben Jahren genug Lehrer für die NMS haben werden."

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