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Oberösterreich

Mädchen-Mord: Gutachter sollen "Unfall" prüfen

Von OÖN   14. Dezember 2018 00:04 Uhr

Mord Steyr Verdächtige
Der Verdächtige

STEYR. Ermittlungen laufen – Hetze gegen Caritas in Wien

Nach dem mutmaßlichen Mord an der 16-jährigen Michelle in Steyr sollen nun Gerichtsgutachter die Behauptung des dringend tatverdächtigen Afghanen Saber A. (17), es habe sich um einen "Unfall" gehandelt, auf den Prüfstand stellen. Wie berichtet soll der Asylwerber seine Freundin am Sonntag in ihrem Kinderzimmer mit einem einzigen Stich in den Rücken getötet haben, das Opfer verblutete innerlich. Zwar gilt ein Unfall als völlig unwahrscheinlich. Dennoch sollen Experten feststellen, ob diese mit den objektiven Spuren zusammenpassen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Steyr, Andreas Pechatschek.

Auch Gottfried Mitterlehner, der Chef des Landeskriminalamtes, sagte, ein Unfall sei "nur schwer mit den tatsächlichen Erhebungen in Einklang zu bringen". In zwei Wochen findet am Landesgericht Steyr die erste förmliche Haftprüfungsverhandlung statt. Spätestens dann braucht der 17-Jährige laut Gesetz einen Pflichtverteidiger. Das Bestellungsverfahren für einen Verfahrenshelfer sei bereits im Laufen, sagte Pechatschek.

"Ausgehverbot für Asylwerber"

FP-Klubobmann Johann Gudenus forderte gestern nach den Bluttaten von Innsbruck und Steyr erneut eine nächtliche Ausgangssperre für Asylwerber, die ansonsten an den Hotspots "herumstreunen" würden.

Der mutmaßliche Mädchenmord führt auch zu öffentlichen Hassbotschaften und Hetze, wie Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner gestern aufzeigte. Er veröffentlichte auf Facebook ein Foto von einem Plakat, das in Wien-Ottakring auf einen Kleidercontainer der Caritas geklebt worden war. Es zeigt zwei Fahndungsfotos von Saber A. mit der handgeschriebenen Aufschrift "Mörder" und "Caritas ins Gas".

Schwertner sagte, die Plakataktion werde zur Anzeige gebracht. "In den letzten Tagen wurde hier ein Mord politisch instrumentalisiert. Es sind die ersten Auswüchse einer menschenverachtenden Sprache und Symbolpolitik, die Hass und Neid schürt. Wir erleben einen gesellschaftlichen Klimawandel", warnte der Caritas-Generalsekretär. "Wir werden uns nicht einschüchtern lassen", meinte Schwertner. Die Caritas werde sich auch weiter "für alle Menschen einsetzen, die Hilfe brauchen – unabhängig von Religion, Herkunft oder sexueller Orientierung".

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