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Oberösterreich

Kraftwerk Riedl: Fischereiverband befürchtet ökologisches Desaster

LINZ. Mit Info-Veranstaltungen wirbt die „Austrian Hydro Power“ für das geplante Pumpspeicherkraftwerk Riedl. Landesfischermeister Karl Wögerbauer wirft der Betreibergesellschaft jetzt bewusste Falschinformation vor.

Kraftwerk Riedl: Fischereiverband befürchtet ökologisches Desaster

Die Donau bei Engelhartszell: „Der Fluss verkommt zum Schifffahrtsweg und Energiespeicher“, warnt der Landesfischermeister. Bild: Lindorfer

An den Veranstaltungen, zuletzt an der BH Rohrbach, würden keine Fachleute teilnehmen, außerdem würde die auch von Umweltanwalt Martin Donat geforderte Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für Oberösterreich mit keinem Wort erwähnt. Laut Wögerbauer würden die Betreiber ein vom Gewässerökologen Gerald Zauner für den bayerischen Partner der „Austrian Hydro Power“ erstelltes Gutachten zu ihren Gunsten interpretieren.

Problematisch sind laut Wögerbauer vor allem die zu erwartenden Pegelschwankungen. Das bestätigt auch Zauner: „Wenn man die nicht im Bereich von maximal 10 cm halten kann und zusätzlich keine Ausgleichsmaßnahmen wie neue Schotterbänke und Anbindung an die Donau-Altarme schafft, ist die Umweltverträglichkeit nicht gegeben.“

„Die Bewertung des Gutachtens obliegt dem Land Oberösterreich“, sagt Verbund-Pressesprecher Florian Seidl. Er erwartet, dass auf bayerischer Seite das Raumordnungsverfahren im April abgeschlossen und das Projekt auch vor der bayerischen UVP bestehen wird. Man werde die Pegelschwankungen möglichst gering halten und eine Fischwanderhilfe installieren.

Wögerbauer verweist darauf, dass der Donauabschnitt in einem Europaschutzgebiet liegt und besonders schutzwürdig sei. Umwelt-Landesrat Rudi Anschober müsse rasch eine UVP in Auftrag geben. Wögerbauer fürchtet um die Fischbestände, nicht zuletzt um das vom Fischereiverband forcierte Sterlet-Projekt. Dieser kleine Verwandte des Störs hat hier sein letztes Rückzugsgebiet.

Kraftwerk: Verfahren läuft

Der Bau des Pumpspeicherkraftwerks Riedl im Unterlauf des Kraftwerks Jochenstein soll 2014 beginnen, 2018 soll es in Betrieb gehen. Kostenpunkt: 350 Millionen Euro. Landesrat Rudi Anschober betont, dass in die bayerische UVP die oberösterreichischen Behörden „mit allen Parteistellungsrechten“ integriert sein werden. Wögerbauers Bedenken würden von Umweltanwalt und Naturschutzabteilung in das Verfahren eingebracht.

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Artikel Alfons Krieglsteiner 18. März 2011 - 00:04 Uhr
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