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Finanzpolizei bediente sich bei Linzer Glücksspielrazzia eines Tresorknackers

Von Erik Famler, 02. Mai 2012, 00:04 Uhr
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(Symbolbild) Bild: colourbox.com

LINZ. Es war bereits die dritte Razzia gegen das illegale Glücksspiel in Oberösterreich. Diesmal rückte die Finanzpolizei in der Landeshauptstadt aus.

An zwei Tagen überprüften rund 70 Steuerfahnder 22 einschlägige Lokale und beschlagnahmten im Verlauf der Schwerpunktaktion gezählte 177 illegale Automaten.

In Linz erwies sich die Finanzbehörde als trittsicher. Durch Informanten und verdeckte Ermittler war bekannt geworden, dass die illegale Glücksspielbranche gegen ungebetene Gäste aufgerüstet hatte. Vor den Lokalen wurden Videokameras installiert. Einlass gewährten die Spielsalon-Betreiber nur nach Gesichtskontrolle.

Weil die Finanzpolizei damit rechnete, ausgesperrt zu werden, wurden ein Gerichtsvollstrecker und ein Schlosser herangezogen. In fünf Lokale verschafften sich die Einsatzkräfte den Zutritt mit Gewalt. Zur Sicherstellung von Abgabenrückständen öffnete der behördlich konzessionierte Panzerknacker mehrere Geldläden und Tresore, die entweder geknackt oder aus der Wand gestemmt und anschließend beschlagnahmt wurden.

Ein Innenstadt-Spiellokal setzte auf den Zaubersatz „Sesam öffne dich“, um märchenhafte Erträge steuerfrei einzustreifen. Durch einen Hebel hinter der Bar ließ sich eine gläserne Trennwand öffnen. Während im frei begehbaren Teil des Spielsalons drei harmlose Wettannahme-Terminals aufgestellt waren, öffnete sich wie von Geisterhand ein Hinterstübchen mit neun verbotenen Spielgeräten.

Nahezu kabarett-reif verlief der Einsatz der Finanzpolizei in einem anderen Spiellokal: „Bevor wir dort auftauchten, hat der Betreiber mehrere Glücksspieler in einem versteckten Raum eingesperrt. Die mussten vier Stunden auharren, bis wir fertig waren“, schildert Oberösterreichs höchstrangiger Finanzpolizist Peter Weldy. Das Versteck blieb nicht unentdeckt. Bei einer späteren Kontrolle flog der Schwindel auf.

Wie bei ihren bisherigen Razzien stießen die „Finanzer“ auch in Linz auf Wiederholungstäter. An manchen Standorten gab es vereinzelt Kontrollen, bei denen etwa 50 Automaten beschlagnahmt, versiegelt und an Ort und Stelle belassen wurden: „Die alten Geräte haben die Lokalbetreiber dann einfach zur Seite geschoben und durch neue ersetzt“, ärgert sich Weldy über die Unverfrorenheit seiner Kontrahenten.

 

Ende des Burgfriedens

Bis 2011 verboten: Das kleine Glücksspiel war lange Zeit verboten. Gegen die Inflation an Spielautomaten – zirka viertausend gibt es bis heute allein in Oberösterreich – wurde aber kaum etwas unternommen. Erst seit dem Vorjahr wird gegen eine ganze Branche, die in die Illegalität abgetaucht ist, mobil gemacht. Denn seither ist das Geschäft lizenziert. Die Höhe der Einsätze wurde zum Schutz der Spieler begrenzt. Mit einer speziellen Software erfasst der Fiskus bei den Lizenznehmern die erwirtschafteten Einsätze jedes Spielgeräts.
 
Hohe Gewinne: Die fehlende Kontrolle der vergangenen Jahre hat dazu geführt, dass das Geschäft munter weitergeht. In guter Lage erwirtschaftet ein Automat bis zu 8000 Euro im Monat. Mit Razzien will die Finanzpolizei deutlich machen, dass der Burgfriede vorbei ist. Seit November 2011 wurden landesweit 530 Spielautomaten konfisziert.
 
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