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Oberösterreich

Zahl der Infektionen in St. Wolfgang auf 70 gestiegen

Von nachrichten.at/apa   30. Juli 2020 16:55 Uhr

Menschenleere Plätze in St. Wolfgang. 

ST. WOLFGANG/WIEN. Die Zahl der Infizierten im Zusammenhang mit dem Tourismusort St. Wolfgang ist am Donnerstag um zwei weitere gestiegen.

Der Cluster zählt somit 70 Personen. Das teilte das Land Oberösterreich am Nachmittag mit. Die Mitarbeiter aller betroffenen Hotels sollen am Montag und Dienstag erneut getestet werden.

Video: Lokalaugenschein in St. Wolfgang

Insgesamt gab es in Oberösterreich von Mittwoch auf Donnerstag 32 Neuinfektionen, das war bundesweit der höchste Wert. Aktuell sind in Oberösterreich 446 Personen erkrankt, die meisten davon in der Stadt Linz (139). 63 Personen sind im Bezirk Linz-Land betroffen, 54 im Bezirk Gmunden. Die Zahl der auf Reiserückkehrer zurückzuführende Infizierten stieg um sieben auf 153, davon sind 105 Reisende und 48 Folgefälle. 23 Oberösterreicher werden derzeit wegen einer Covid-Infektion im Spital behandelt, drei davon auf der Intensivstation. 

Bundesweit ist die Zahl der Neuinfektion in den vergangenen 24 Stunden erneut dreistellig gewesen. Mit Stand Donnerstag 9.30 Uhr wurden 105 Personen positiv getestet, geht aus Zahlen des Innen- und Gesundheitsministeriums hervor.

Bisher gab es in Österreich 20.955 positive Testergebnisse. Mit Stand Donnerstag sind österreichweit 718 Personen an oder mit dem Coronavirus verstorben und 18.628 wieder genesen. 105 Betroffene befanden sich noch in krankenhäuslicher Behandlung, davon 18 der Erkrankten auf Intensivstationen.

Die Neuinfektionen seit der letzten Meldung teilen sich auf die Bundesländer Österreichs wie folgt auf:

  • Burgenland: 2
  • Kärnten: 1
  • Niederösterreich: 13
  • Oberösterreich: 32
  • Salzburg: 11
  • Steiermark: 12
  • Tirol: 9
  • Vorarlberg: 4
  • Wien: 21

St. Wolfgang-Cluster weitet sich aus

Im Zusammenhang mit dem Cluster in St. Wolfgang (Bezirk Gmunden) sind mit Stand Donnerstagfrüh zwei weitere Urlauber aus Niederösterreich am Coronavirus erkrankt. Die Zahl der Infizierten aus dem Bundesland stieg somit laut einem Sprecher von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) auf 19. Dazu zählten auch 13 Praktikanten im Hotellerie- und Gastgewerbe.

Im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen (EAST Ost) im Bezirk Baden wurden unverändert sechs Erkrankte gemeldet. 29 Personen seien in Quarantäne. Das Land Niederösterreich hatte bereits am Mittwoch erklärt, kein Betretungsverbot für die Einrichtung zu erlassen.

Auch in Emmersdorf (Bezirk Melk) gab es seit dem Vortag keine neuen Infektionen, teilte der Sprecher mit. Hier wurden 97 Personen abgesondert. Zuvor waren acht Menschen infolge einer Tauffeier positiv getestet worden.

  • Am Mittwochnachmittag war die Zahl der Corona-Infizierten im Zusammenhang mit dem Tourismusort St. Wolfgang auf 68 gestiegen. >> Zum Bericht

Soldaten negativ getestet

Nachdem ein junger Berufssoldat der Salzburger Schwarzenbergkaserne in Wals-Siezenheim (Flachgau) in Zusammenhang mit dem Corona-Cluster in St. Wolfgang in Oberösterreich positiv auf das Coronavirus getestet worden war, sind 14 Berufssoldaten, mit denen er Kontakt hatte, ebenfalls auf Covid-19 getestet worden. Alle Testergebnisse seien negativ, informierte das Militärkommando Salzburg am Donnerstag.

Ansteckungen bei Leichenschmaus

In Wien ist am Donnerstag wieder ein Rückgang der Coronavirus-Neuinfektionen gemeldet worden. In den vergangenen 24 Stunden kamen nur 21 neue Infektionen hinzu. Die meisten Ansteckungen passierten nach wie vor innerhalb von Familien bzw. in Betrieben, erklärte ein Krisenstab-Sprecher auf Nachfrage. Bei den aktuellen Neuerkrankungen wie schon in der Statistik vom gestrigen Mittwoch nicht enthalten sind Fälle rund um den Urlaubsrückkehrer und die Ansteckungen beim Leichenschmaus.

Hier liegen die Ereignisse schon länger zurück, veranschaulichen aber gut, wie sich das Virus weiterbreiten kann. Besagter Leichenschmaus ereignete sich am 12. Juli. Ein Reiserückkehrer aus der Türkei hat an einem Leichenschmaus teilgenommen, danach waren sieben Personen infiziert. Abgesehen von diesem Zusammentreffen hat er auch Mitglieder seiner Familie angesteckt und eine andere Familie, die er unabhängig vom Leichenschmaus getroffen hat. Jene Personen, die beim Leichenschmaus angesteckt worden waren, haben zudem wiederum zwei andere Personen angesteckt.

"Insgesamt wurden 18 Personen infiziert", berichtete der Krisenstab-Sprecher und stellte dabei klar, dass es sich dabei um keinen "Leichenschmaus- oder Beerdigungs-Cluster" handelt. Ein Teil der Betroffenen sei dem Clusterbereich Familien zuzuordnen - es sind zwei Großfamilien betroffen. Der Reiserückkehrer fällt unter die Kategorie Reiserückkehrer.

"Wir haben sofort alle Kontaktpersonen erhoben und insgesamt 200 Leute getestet", berichtete der Sprecher. Und weiter: "Aus unserer Sicht wurde die Infektionskette durchbrochen."

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