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Glücksspiel wuchs 2014: Sportwetten profitierten von Automatenverbot

Von nachrichten.at/apa   06. Mai 2015 08:35 Uhr

Behörde greift jetzt gegen Betreiber illegaler Glücksspielautomaten durch
Verhängte Strafen zeigten offenbar zu wenig Wirkung

WIEN. Das sinkende Angebot von Glücksspielautomaten tat dem Zockverhalten der Österreicher 2014 keinen Abbruch.

Der Umsatz mit Glücksspiel und Sportwetten legte um 3,6 Prozent auf 1,507 Mrd. Euro zu, errechnete der Wiener Berater Kreutzer Fischer & Partner. Besonders stark in die Höhe schnellten Sportwetten. Sie profitierten ebenso vom Automatenverbot wie das Online-Gaming, nicht jedoch die Casinos.

Am meisten verspielten die Österreicher im Vorjahr mit Lottoscheinen und Rubellosen. Mit 668,9 Mio. Euro an Nettoerlösen kam fast die Hälfte der Erträge im heimischen Glücksspielsektor (1,349 Mrd. Euro) von Lotterieprodukten. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr betrug 2,8 Prozent, so KFP. Im wesentlichen sei das auf eine Preiserhöhung zurückzuführen.

Den stärksten Zuwachs mit  plus 18 Prozent auf 157,6 Millionen Euro verzeichneten Sportwetten. Diese sind in Österreich nicht als Glücksspiel deklariert, sind aber bei Suchtexperten umstritten. Vor allem Live-Wetten gelten als Ersatzdroge für Spielsüchtige, da genauso wie am klassischen Automaten binnen kurzer Zeit auf viele Ereignisse gesetzt werden kann. Ins Gerede geraten sind Live-Wetten auch im Hinblick auf Geldwäsche und Manipulation von Fußballspielen. Vorarlberg hat Live-Wetten als erstes Bundesland verboten, Tirol will nachziehen und auch Oberösterreich und Kärnten denken darüber nach.

In Wien dagegen schießen seit dem Verbot der herkömmlichen Glücksspielautomaten Live-Wett-Geräte aus dem Boden. Die rund 130 Wettlokale von Admiral (Novomatic), Cashpoint, Tipico, Wettpunkt und anderen kleineren Anbietern verzeichnen regen Zulauf.

Glücksspiel verlagert sich

"Glücksspielautomaten werden hauptsächlich in Wettlokalen betrieben. Wenn nun durch eine verschärfte gesetzliche Regulierung das nicht mehr möglich ist, wandert das Gros der Gäste nicht einfach ab. Auch das Spielvolumen geht nicht verloren", erklärt KFP. Vielmehr verlagerte es sich in andere Bereiche, überdurchschnittlich hin zu Sportwetten.

Laut Kreutzer Fischer & Partner gab es schon 2014 eine "Sonderkonjunktur" bei stationären Wetten, die zu einem erheblichen Teil auf das sinkende Automatenangebot außerhalb von Casinos, speziell in Wien, zurückzuführen sei. Sportwetten in Spielhallen legten um mehr als 20 Prozent zu, Online-Plattformen lediglich um knapp vier Prozent.

Mitte April 2015 waren laut KFP-Zählung österreichweit nur mehr 7.950 Geräte in Betrieb, um 18 Prozent weniger als ein Jahr davor. Rund 3.300 davon hatten keine Bewilligung, so KFP.

Der Berater geht davon aus, dass es in Wien trotz Verbots nach wie vor 650 Automaten gibt. Im Bundesland Salzburg zählt KFP 800 illegale Glücksspielgeräte, in Tirol 700. In beiden Bundesländern ist das Zocken an einarmigen Banditen verboten. "Immer mehr dieser Geräte stehen in Kulturvereinen für Menschen mit Migrationshintergrund", so KFP.

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