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200.000 Flüchtlinge durchquerten Österreich im September

SALZBURG/WIEN. Knapp 200.000 Flüchtlinge haben im September Österreich durchquert. An die 10.000 Menschen haben Asylanträge gestellt.

Flüchtlinge: Rotes Kreuz und Caritas befürchten "Katastrophe" in Salzburg

Bild: APA/dpa/Andreas Gebert

Diese Zahlen nannte das Innenministerium am Mittwoch. In Bezug auf die knapp 200.000 Menschen spreche man von einer Größenordnung, sagte Ministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck. Genaue Zahlen zu erheben sei nicht möglich. "Wir haben zwar zuverlässige Zahlen zu Menschen an Anlaufstellen der Behörden, zum Beispiel in Nickelsdorf. Allerdings wissen wir nicht, wie viele weitere Menschen Österreich durchquert haben, etwa in Direktzügen", erläuterte der Sprecher des Innenministeriums.

6.250 Menschen verbrachten Nacht auf Mittwoch in Notquartieren

6.250 Flüchtlinge haben die Nacht auf Mittwoch in Notquartieren verbracht. Weitere 980 befanden sich in der Früh an Sammelstellen oder auf Bahnhöfen. Das sagte Rotkreuz-Bundesrettungskommandant Gerry Foitik.

Im Vergleich zur Nacht auf Dienstag ist die Zahl der Menschen in Transitquartieren um 1.750 gestiegen. Zurückgegangen ist hingegen die Anzahl der Flüchtlinge, die an Sammelstellen betreut wurden. Dienstag früh waren es noch 1.500 nach 3.000 am Montag.

Wieder Bahnverkehr zwischen Bayern und Salzburg

Nach über drei Wochen ist am Mittwoch der wegen der Flüchtlingskrise unterbrochene Zugsverkehr zwischen Salzburg und Bayern zum Teil wieder aufgenommen worden.

Die deutsche Privatbahn Meridian durfte ab heute wieder Züge von Freilassing nach Salzburg weiterführen. Richtung Bayern fuhren die Züge heute noch ohne Fahrgäste. Ab Donnerstag dürften auch ÖBB-Züge eingeschränkt wieder verkehren.

Vertreter der ÖBB und des Meridian haben sich am Mittwoch nach intensiven Gesprächen mit der deutschen Bundespolizei auf eine Wiederaufnahme des Bahnverkehrs über die Grenze verständigen können. Als erster Schritt wurden ab heute Meridian-Züge von Bayern bis nach Salzburg genehmigt. Zurück nach Deutschland durften diese Züge heute nur als "Geisterzüge" fahren, ab morgen, Donnerstag, sollen sie aber wieder Fahrgäste über die Grenze befördern dürfen. Vereinbart wurde, dass diese Verbindungen gemeinsam mit der S-Bahn der ÖBB zumindest im Zwei-Stunden-Takt geführt werden können. Außerdem wird es in Salzburg Zustiegskontrollen geben, um die Einreise von Migranten zu vermeiden, wie das Landratsamt Berchtesgadener Land mitteilte.

Ab morgen auch Züge über Grenze

ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel sagte am Mittwoch zur APA, dass geplant sei, ab morgen auch wieder ÖBB-Züge über die Grenze zu führen. Im Lauf des Tages seien aber noch ein paar offene Punkte zu klären, etwa die Vertaktung der Verbindungen oder die Frage, wie der Zustieg in Salzburg kontrolliert werden kann. Am Nachmittag sollte feststehen, welche Züge am Donnerstag fahren werden. "Wir haben uns im Interesse unserer Kunden bemüht, wieder Züge über die Grenze führen zu können", so Zumtobel.

Ähnlich formulierte es Bernd Rosenbusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Oberlandbahn GmbH (Meridian-Betreiber): "Die letzten Wochen waren für uns kompliziert und schwierig. Nun scheinen wir einen Weg gefunden zu haben, diese vielgenutzte und für unsere Kunden so wichtige Strecke nach Salzburg wieder bedienen zu können. Unser Ziel ist es, bald wieder unseren normalen Fahrplan anbieten zu können."

Der Meridian rechnete auch den wirtschaftlichen Schaden wegen des unterbrochenen Bahnverkehrs vor. Der tägliche Busnotverkehr zwischen Salzburg und Freilassing kostet demnach rund 5.000 Euro, bisher also in Summe rund 110.000 Euro. Dazu kommen die fehlenden Einnahmen aus dem Fahrscheinverkauf, die Meridian mit mehr als 100.000 Euro pro Woche bezifferte.

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Artikel nachrichten.at/apa 07. Oktober 2015 - 15:13 Uhr
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