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Obst und Gemüse in Hülle und Fülle: Was tun damit?

Von OÖN   02. August 2018

Obst und Gemüse in Hülle und Fülle: Was tun damit?

INNVIERTEL. Ein Rekord-Erntejahr steht heuer bevor, beim Verarbeiten ist Kreativität gefragt. Wie verwerten Sie Ihre Pracht aus dem Garten? Schreiben Sie uns!

"Kannst du Äpfel brauchen? Nein, danke, wir haben heuer selbst so viel und wissen schon nicht mehr, wohin damit!" Das ist derzeit ein oft geführter Dialog. Nicht nur Äpfel – auch anderes Obst sowie Gemüse gibt es heuer in Hülle und Fülle. Auch wenn so manches über den Gartenzaun hinweg rasch seinen Besitzer wechselt, Hobbygärtner wissen oft nicht mehr, wohin mit den Erträgen. Trotz Einkochens, Einweckens, Einfrierens und Verschenkens bleibt noch immer Vieles übrig.

Wir haben uns daher auf die Suche nach Menschen gemacht, die verraten, wie man die Naturalien sinnvoll selbst verwerten bzw. an andere weitergeben kann. Einige Beispiele stellen wir Ihnen auf dieser Doppelseite vor. So geben etwa Anke Schlager aus der Kirchdorfer Ortschaft Katzenberg und Katharina Neuböck aus Brunnenthal ihr Wissen in Kochabenden weiter. die Mosauerin aus Altheim, ihres Zeichens OÖN-Kolumnistin, gibt auf ihrer Webseite Tipps, und Gastwirt Karl Zuser nimmt Überschüssiges aus Gärten als Naturalien entgegen, um es zu verarbeiten. Spender erhalten "Veredeltes" als Lohn.

Auch Spenden an Sozialmärkte bzw. die Braunauer Tafel sind möglich, wie die Marktverantwortlichen mitteilen. Initiativen wie in Hohenzell, wo im Herbst ein gemeindeinterner Markt zum Verkauf von Obst und Gemüse – aber auch Handwerksarbeiten und Fleischprodukten – veranstaltet wird, sind ebenfalls erwähnenswerte Aktionen.

Und was sind Ihre Tipps?

Wie verarbeiten Sie das viele Obst und Gemüse? Verraten Sie uns Ihre Einkoch- und Einmach-Rezepte bzw. sagen Sie uns, wie Sie die reiche Ernte verwerten. Ihre Tipps, Rezepte und Ratschläge senden Sie (gerne auch mit Foto) an innviertel@nachrichten.at

Anke Schlager

#01 Schlagers Früchte in Bestform

Anke Schlager verarbeitet leidenschaftlich was in ihrem Garten wächst und gedeiht. Ihre ausgefallenen Kreationen kann man in den Läden „WUGG“ in Passau und „Wohlfühldesign Schlager“ in Altheim erwerben. Für sie gibt es kein überschüssiges Obst, sie freut sich über die ergiebig Ernte. „So etwas wie Apfelmus schafft jeder – wichtig ist nur das man auf die Hygiene achtet, damit die Gläser haltbar bleiben. Überflüssige Beeren kann man einfrieren“, sagt Schlager. Will jemand sein Obst nur loswerden, dürfe dieses gerne bei ihr abgegeben werden: „Ich freue mich über jedes Obst, vor allem könnte ich aber Äpfel, Birnen und Zwetschken brauchen, ich habe hauptsächlich Wildfrüchte in meinem Garten“.

Für diejenigen, die gerne ihr Obst aus dem Garten verkochen wollen aber nicht wissen wie, bietet sie auch Kochkurse an. Fixe Termine gibt es am 5. Oktober und am 15. Dezember, wenn sich genug Teilnehmer für einen früheren Kurs finden würden, könne sie sich gut vorstellen noch einen Termin festzulegen. Anmeldung erfolgt unter 0676 7582813 oder per E-Mail unter
schlageranke2@gmail.com

Karl Zuser

 

#02 Gemüse und Obst in den Biergasthof Riedberg

Ried. Karl Zuser, der Besitzer des Biergasthofes Riedberg, hat die Lösung für das überflüssige Selbstangebaute: Wer zu viel frisches, saisonales Obst oder Gemüse hat, kann es bei ihm abliefern – es wird hier zu Spezialitäten verarbeitet und serviert. Im Gegenzug erhält der „Lieferant“ Schmankerl aus Zusers Küche – oft aus dem selbst gelieferten Obst. „Für zwei Zuccini oder zwei Salatköpfe bekommt man zum Beispiel eine Bierschokolade!“, so Zuser.

Dadurch, dass ihm schon früher Gäste etwas aus ihrem Garten mitgebracht haben, kam Zuser auf die Idee, diese Aktion zu starten. „Für mich ist das ein großer Vorteil, das Obst und Gemüse aus dem Garten ist 100 Prozent ungespritzt und frisch geerntet“, so Zuser. Gleichzeitig wird so das unnötige Wegwerfen von Nahrungsmittel vorgebeugt. Auf die Frage, welche Produkte aus dem Garten man ihm bringen dürfe, antwortet er: „Wir sind so kreativ, dass wir alles verarbeiten können! Solange mein Keller noch nicht mit Marmeladen und Co voll ist, nehme ich gerne Alles. Am liebsten ist mir aber frischer Salat – bis jetzt musste ich noch niemanden wegschicken, weil ich zu viel von etwas hatte.“, meint Zuser. In diesem Sinne ist auch kein Ende für diese Aktion geplant, ganz im Gegenteil. Zuser möchte auch andere Wirte dazu motivieren teilzunehmen. Wer sein Selbstangebautes ebenfalls loswerden möchte, kann dies zu den Öffnungszeiten des Biergasthofes Riedberg machen.

 

Wolfgang Fink

#03 Spenden für sozial Bedürftige

Wer mit dem Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten etwas Gutes tun will, kann dieses spenden. Die Helfer der Braunauer Tafel, allen voran Wolfgang Fink (Foto), freuen sich über frisches Obst und Gemüse. „Davon haben wir eigentlich nie sehr viel, Spenden nehmen wir daher immer dankend entgegen“, sagt er. Wer einen Beitrag für die bedürftigen Menschen in der Umgebung leisten will, kann dies jeden Samstag ab 8 Uhr tun – im Keller des Braunauer Veranstaltungszentrum werden die Spenden entgegengenommen. Die Mitarbeiter der Tafel geben die gespendetenLebensmittel an Personen mit geringem Einkommen, die bestimmte Vergaberichtlinien erfüllen, gratis ab. Auch der Rieder Sozialmarkt „S’GSCHÄFTL“ in der Bahnhofstraße 36, der vom Rieder Sozialverein betrieben wird, freut sich über Spenden aus dem Garten. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag zwischen 14 und 17 Uhr kann man hier für Menschen, die keine überflüssigen Lebenmittel haben, etwas abgeben.

Astrid Aichinger

 

#04 Gesundes ab Hof

D’Mosauerin, die erfolgreiche Land-Bloggerin Astrid Aichinger aus Altheim, verkauft Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten direkt ab Hof - in Selbstbedienung und nach dem Vertrauensprinzip. Alles, was nicht verkauft wird, wird von ihr verarbeitet: eingekocht, eingelegt, eingesalzen oder gedörrt. Auf ihrer Internetseite www.mosauerin.at sind viele Rezepte zu finden. Ein weiterer Tipp: Der „Einkochkirtag“ bei der Mosauerin am 29. September, 10 bis 18 Uhr. Gemeinsam mit anderen Direktvermarktern wird dort allerlei angeboten.

Johannes Maier

 

#05 Der Mostpresser

Jeder, der eine große Menge an Äpfel und Birnen besitzt, kann zu Johannes Maier nach Schalchen im Bezirk Braunau kommen und seinen eigenen Saft pressen lassen. Dafür muss im vorhinein ein Termin vereinbart werden. Für die bestmögliche Zeiteinteilung ist es notwendig, dass Maier schon im Vorfeld weiß, wie viel Obst ein Kunde mitbringt. Für 500 Kilogramm Obst wird ungefähr eine halbe Stunde zum Pressen benötigt.

„Nachdem die Kunden mit dem Obst kommen, wird es gewaschen und gemahlen. Anschließend wird es mit 300 Bar gepresst. Den fertigen Saft kann sich der Kunde gleich wieder mitnehmen“, sagt Maier. Die Mindestmenge an Obst, die für die Saftproduktion benötigt werden, sind 150 Kilogramm. Schon seit 35 Jahren wird bei der Familie Maier am Hof Saft erzeugt.

#06 Kochen mit Freunden

Katharina Neuböck aus Brunnenthal bietet in ihrer „Cellarius“-Küche Kochabende für Familie, Freunde, Kollegen und Vereine an. Die Workshops sind für vier bis zehn Personen konzipiert. Gekocht werden kann vom selbstgewählten Menü bis hin zu speziellen Themenabenden – wie zum Beispiel „Einkochen, Fermentieren und Haltbarmachen“. Unter der fachmännischen Anleitung von Kathrin Neuböck wird gemeinsam gekocht und anschließend gespeist. Information und Kontakt: www.cellarius.at

#07 Rezept

Zutaten für den Blitzkuchen
3 Kilogramm Äpfel
100 Gramm Butter
100 Gramm Zucker
Rum-Rosinen
Zimt oder Zimtrinde zum Kochen der Äpfel
2 Gewürznelken
1 Vanillestange

Zubereitung
Die ungeschälten Äpfel werden fein geschnitten, mit allen Zutaten vermischt; Masse kochen und auskühlen lassen. In 6 kg Einfriersäcke werden 5 Schöpflöffel davon eingefüllt, ca 1 cm dick verstrichen. Darauf kommt eine weitere Lage – anschließend einfrieren. Für den Blitzkuchen Fertig-Blätterteig auf einem Backblech ausrollen, mit Mehl bestäuben, mit geriebenen Mandeln bestreuen, eine gefrorene Auflage auflegen. Teigränder über die Äpfel schlagen. Bei 190°C eine halbe Stunde backen. (Von Lotte Hanreich)

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