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Leserbriefe

Senioren zahlen die Zeche

Von LH a. D. Dr. Josef Pühringer, Seniorenbund-Landesobmann   02. Dezember 2021 23:25 Uhr

Gerald Mandlbauer ist in seiner Analyse zuzustimmen, wenn er im Leitartikel „Geld-Gespenster“ schreibt: Eigentlich sollten die Notenbanken als Reaktion auf die Inflation längst die Zinsen erhöhen! Doch die hochverschuldeten Staaten brauchen Null- und Niedrigzinsen, um ihre Schulden-Höchststände halbwegs bedienen zu können. Eine gigantische Umverteilung ist im Gange, von den kleinen Sparern hin zu den Staaten als den Schuldnern.
Ja, die sogenannten kleinen Sparer zahlen die Zeche – unter ihnen vor allem viele der 2,3 Millionen Pensionisten in Österreich, die sich im Lauf der Jahre ein kleines Sparguthaben geschaffen haben! Wenn nun die EZB ihre Nullzinspolitik weiter fortführt, werden die Verluste bei steigender Inflationsrate natürlich noch deutlich mehr! Als größte oberösterreichische Seniorenorganisation machen wir vom Seniorenbund schon lange auf diese Schieflage aufmerksam.

Senioren haben meist nur ein überschaubares Sparguthaben und können dieses auch keiner langfristigen Bindung unterlegen, weil es für sie die sogenannte „eiserne Reserve“ darstellt, auf die sie sofort zugreifen können müssen. Für Anlagen in Wertpapiere und dergleichen oder gar in Immobilien sind die Beträge in den meisten Fällen zu niedrig.

Auch wenn die Pensionserhöhungen in den letzten zwei Jahren etwas besser ausgefallen sind, was die Senioren auf den Sparkonten verlieren, haben sie bei weitem nicht ausgeglichen. Nach über zehn Jahren Kapitalverlust für die kleinen Sparer sollte die EZB auch an jene mehr denken, die die Zeche zahlen!

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