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Tierisch beste Freunde

Sanfte Riesen mit einem großen Herz

Von Peter Affenzeller   24. November 2018 00:04 Uhr

Sanfte Riesen mit einem großen Herz
Doreen Schafleitners Maine-Coon-Zucht

Doreen Schafleitner aus Marchtrenk züchtet Maine-Coon-Katzen und weiß genau, was die Tiere mögen und worauf man bei der Haltung achten sollte.

Als "Hundekatzen" werden die flauschigen Maine Coons wegen ihrer Anhänglichkeit manchmal bezeichnet: Die Ordinationsgehilfin Doreen Schafleitner (41) aus Marchtrenk züchtet die sanften Riesen, bei denen Kater bis zu 1,20 Meter lang werden können.

Um die Herkunft der "Staatskatze" des US-Bundesstaates Maine ranken sich verschiedene Legenden, so könnten langhaarige Katzen der Königin Marie Antoinette per Schiff nach Amerika gekommen sein und sich mit dortigen Katzen gepaart haben – oder es waren gar die Nachfahren von Schiffskatzen des Wikingers Leif Eriksson, der um 1000 n. Chr. in Neuengland angelegt haben soll. Wahrscheinlicher ist, dass sich langhaarige Katzen von Einwanderern mit US-Waldkatzen gekreuzt haben. Erst im 20. Jahrhundert wurden sie dann nach Europa "reimportiert" und sehr viel später wurde die Rasse vom Zuchtverband anerkannt.

In der "Katzenpension" und Zucht von Doreen Schafleitner in einem Marchtrenker Einfamilienhaus leben derzeit neun Tiere, Kater Julian und das Weibchen Doughnut sind die älteren. "Bei den Coonies ist das ältere potente Weibchen die Chefin, und das ganze Rudel kümmert sich auch um die Erziehung der Jungtiere", erzählt die Züchterin.

Sanfte Riesen mit einem großen Herz
Doreen Schafleitners Maine-Coon-Zucht

Obwohl ein Kitten (Kätzchen) mit acht Wochen (entwurmt, gechipt und geimpft) um 800 Euro und mehr gehandelt wird, sei die Zucht eher "ein teures Hobby". Derzeit gibt es gerade keinen Nachwuchs auf der "Sheep Lane" wie Schafleitner ihre Zucht genannt hat – aber Ende November erwartet die dreifärbige "Glückskatze" Lina ihre Kätzchen.

Weil Maine Coons wegen ihrer Größe zu Hüftleiden neigen und oft auch Herzprobleme (HCM) und Nierenleiden (PKD) vorkommen, müssen die Zuchttiere sehr sorgfältig ausgesucht werden. Auch der Nachwuchs wird auf Herz und Nieren untersucht, bevor die neuen "Katzeneltern" die Kitten erst besuchen und dann mitnehmen dürfen. "Sie sind so menschen-bezogen, dass ihnen eine neue Umgebung eher egal ist", sagt Schafleitner: Bei der Zeitumstellung etwa sitze das halbe Rudel am Fenster, weil Frauchen "zu spät" heim komme. Auch pünktliche Fütterung und ein rund dreistündiges Schläfchen am Nachmittag seien den Katzen wichtig. Sie vertragen sich perfekt mit Hunden und sind – bei guter Erziehung – ziemlich stressfrei: "Der Saugroboter stört sie gar nicht, auch ein Silvesterfeuerwerk lässt sie kalt", so Schafleitner, sie seien "richtige Ruhepol-Katzen".

Ihr Lieblingsmensch, ein, zwei Artgenossen vielleicht und reichlich Spielzeug – das sei den sanften Riesen wichtig. Wasser lieben sie: Im Sommer haben die Coonies sogar ihren eigenen Pool und im Garten ein Freigehege, das Ehemann Reinhard (48) gebaut hat.

Mit den Urlaubskatzen in Schafleitners Katzenpension dürfen die Zuchttiere nicht in Kontakt kommen, um Ansteckungen zu vermeiden. Ihre Käufer sucht sich Schafleitner sorgfältig aus: Das Umfeld muss passen, und wenn eine Familie ihre Katze nicht behalten kann, nimmt Schafleitner sie auch zurück.

Wer sich eine Maine Coon leistet, der sollte allerdings gut auf sie aufpassen: "Leider werden sie gelegentlich gestohlen, daher ist das Chippen auch so wichtig, damit ein Tierarzt bei Tieren ohne Papiere im Zweifelsfall den Besitzer überprüfen kann", so die Züchterin.

 

Typische Merkmale der Maine-Coon-Katze

Größe: Kater der Rasse Maine Coon werden bis zu 1,20 Meter lang, 40 cm hoch und 12 Kilogramm schwer, Weibchen sind mit 80 cm Länge und 6–7 Kilogramm etwas kleiner.

Fell: Das lange Fell war ursprünglich schwarz-weiß, inzwischen gibt es auch pastellfarbene, getigerte oder dreifärbige Maine Coons.

Kopf: Typisch sind der massige Kopf mit langer Schnauze und die angedeuteten „Pinselohren“ wie beim Luchs sowie Haarbüschel zwischen den Zehen.

Wesen: Maine Coons sind gelassen, kennen keine Angst (leider auch nicht vor Autos), haben einen ausgeprägten Jagdtrieb und werden bei guter Haltung 15 bis 20 Jahre alt.

 

Leserfrage an Katzen-Verhaltensberaterin Daniela Eglseder

Was tun, wenn meine Katze alles zerkratzt?

Katzen können einsam sein! Katzen sind Lebewesen, die sich genauso schlecht fühlen können wie Menschen. Nur äußern sie ihre Befindlichkeiten anders: Wenn die Katze zu Hause beispielsweise immer wieder außerhalb der Katzentoilette ihre Blase entleert, will sie damit ganz klar sagen: Mir geht es nicht gut, ich brauche Hilfe! Manchmal sind es einfache Dinge wie mehr oder saubere Katzentoiletten, die dieses Problem lösen können.

Ab und zu benötigt es aber eine genauere Analyse der Situation und des Umfeldes, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Wenn eine Katze jede Nacht Radau schlägt, an die Schlafzimmertüre kratzt, im Bett herum springt und dabei auch keine Rücksicht nimmt, kann ein Grund dafür sein, dass sie sich den ganzen Tag alleine zu Hause gelangweilt hat und jetzt etwas erleben möchte.

Bedenken Sie stets, dass Katzen keine Einzelgänger sind. Und: Im Zusammenleben von Mensch und Katze kommt es einfach hin und wieder zu Missverständnissen. Haben Sie etwa eine Katze, die an der Couch kratzt? Schauen Sie, ob das Tier genug Kratzmöglichkeiten mit unterschiedlichen Oberflächen zur Verfügung hat. Leider ist es auch bei Katzen manchmal nicht ganz offensichtlich, worin der Grund für auffällige Verhaltensweisen liegt. Es lohnt sich allemal, der Ursache auf den Grund zu gehen, denn geht’s der Katze gut, geht’s auch uns Menschen gut und das gilt natürlich auch umgekehrt.

 

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