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Brigitte Krautgartner: "Es ist möglich, dass alles gut wird"

Von OÖN, 06. Jänner 2024, 20:04 Uhr
"Es ist möglich, dass alles gut wird"
Brigitte Krautgartner Bild: H.Kilian

Wer in der Krise Hilfe sucht, kann sie als Beginn einer Chance begreifen

Brigitte Krautgartner ist die Stimme der Ö1-Religionsabteilung. Die Oberösterreicherin studierte Theologie und ist Mutter einer Tochter.

Sie haben ein Buch veröffentlicht, in dem es um Krankheit geht, um Abschied und das Glück des Neubeginns. Was war der Anlass für das Buch?

Krautgartner: Im März 2019 ist mein Partner an Krebs gestorben. Es hat eineinhalb Jahre gedauert, von der Diagnose bis zu seinem Tod. Um es einmal ganz neutral zu formulieren: Ich habe in dieser Zeit viele Erfahrungen gemacht. Viel daraus gelernt. Zum Beispiel wie wichtig es ist, sich zeitgerecht Hilfe zu holen. Bei der Krebshilfe etwa. Diese Erfahrungen möchte ich mit Menschen in vergleichbaren Situationen teilen, damit sie davon lernen können. Es muss ja nicht jede(r) das Rad immer wieder erfinden. Man kann von den Erlebnissen anderer profitieren.

Wie kamen Sie durch die schwere Zeit, durch die "dunklen Täler hindurch und hinaus ins Helle", wie Sie schreiben?

Mir war es, wie gesagt, wichtig, so schnell wie möglich Hilfe zu suchen. Und ich habe mich bemüht, auch in der schweren Zeit das Schöne wahrzunehmen. Ich habe ganz bewusst das Positive in mein Leben hereingeholt. Zum Beispiel im Kino heitere Filme angesehen, schmackhafte Speisen gegessen etc.

Wann ändert sich die Gemütslage als Hinterbliebene oder Hinterbliebener, wann nach dem Abschied geht es wieder weiter, wieder bergauf?

Ich glaube, das ist sehr unterschiedlich. Es kommt zum Beispiel sehr darauf an, wie die Beziehung zu der verstorbenen Person war. War man in irgendeiner Weise – wirtschaftlich, emotional – abhängig von ihr? Gibt es etwas, das unaufgearbeitet geblieben ist, ist man nicht im Reinen mit der verstorbenen Person? Wenn das der Fall ist, dann kann es sehr lang dauern. Da muss in einem selber und im Hinblick auf die äußeren Lebensumstände viel geklärt werden. Meiner Erfahrung nach ist so ein Abschied kein Prozess, der Schritt für Schritt abläuft. Es kann sein, dass man sich an einem Tag durchaus wohlfühlt, und am nächsten Tag wacht man auf und der Schmerz fühlt sich schlimmer an als je zuvor. Dann gilt es einfach, diese Situation so gut wie möglich zu durchleben. Ich vergleiche das gerne mit einer Wanderung. Da gibt es freundliche Lichtungen mit Blumen und dann wieder unwegsames Gelände, steile Anstiege, umgestürzte Bäume, die den Weg blockieren. Wie auch immer die Umgebung sich darstellt – es gilt weiterzugehen.

Würden Sie aus Ihrer Erfahrung heraus sagen, dass nicht jedem Anfang ein Zauber innewohnt?

Ich finde nicht, dass jedem Anfang ein Zauber innewohnt. Schließlich gibt es auch schmerzhafte Lebensphasen, die beginnen – und die sind nicht angenehm, auch nicht am Anfang. Was mir schon besser gefällt, ist der Gedanke, dass das Wort "Krise" von seinem Ursprung her auch "Chance" bedeutet. Das ist natürlich nicht immer wahrnehmbar. Wenn man mitten drinnensteckt, dann fühlt sich das nicht so an, dann wirkt das sogar zynisch. Man denkt sich dann: Vielen Dank, auf diese Chance hätte ich gerne verzichtet. Andererseits hat dieser Gedanke, wenn man ihn sachlich betrachtet, schon auch den Charakter einer Verheißung: Es ist möglich, dass alles gut wird. Auch wenn man selber nicht weiß, wie das konkret geschehen soll. Mir hat in diesem Zusammenhang mein Glaube durchaus geholfen. Ich habe mir in den guten Momenten gesagt: Ich muss nicht alles selber machen, es gibt höhere Mächte, die das Ihre tun können, damit sich die Dinge zum Positiven fügen.

Wer oder was hilft beim Neustart konkret?

Ich finde Außenstehende sehr wertvoll, weil ja die Familienmitglieder meist auch mit dem Verlust überfordert sind. Ich rate sehr dazu, Trauerbegleitung, gute Seelsorge oder Psychotherapie in Anspruch zu nehmen. Und ich finde es wichtig, den Abschied schon zu Lebzeiten der kranken Person sehr bewusst zu gestalten. Damit dann, am Tag X, so wenig wie möglich offen ist, das die Trauer zusätzlich erschwert.

Brigitte Krautgartner: "Hinter den Wolken ist es hell", Tyrolia Verlag, 168 Seiten, 19,95 Euro

Mystik und Geist erscheint in Kooperation zwischen den OÖNachrichten und der Katholischen Kirche in Oberösterreich.

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1  Kommentar
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kpader (11.506 Kommentare)
am 08.01.2024 06:29

Wenigstens kein religiöses Gedöhns.

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