Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    Anmeldung
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.
gemerkt
merken
teilen

Von Mördern, Freunden, Seelenverwandten: Lentos feiert "Geschwister"

Von Herbert Schorn, 25. Mai 2023, 18:48 Uhr
Von Mördern und Freunden: Geschwister in der Kunst
Peter Sengl: Die beiden rothaarigen Geschwister, 1978

Das Linzer Lentos zeigt in einer neuen Schau, wie sich der Blick auf Geschwister in der Kunst über 500 Jahre veränderte

Ein Thema, das die Kunstwelt bisher erstaunlich wenig beschäftigt hat, findet im Linzer Lentos zum 20. Geburtstag endlich Beachtung: die Geschwister. Die Ausstellung "Sisters & Brothers" zeigt bis 17. September anhand von 120 Werken, wie sich in 500 Jahren der Blick auf Geschwister revolutioniert hat. "Die Kunst spiegelt, wie sich die Gesellschaft verändert hat", sagt Nicole Fritz. Die Direktorin der Kunsthalle Tübingen hat die Ausstellung, die zuvor in ihrem eigenen Haus zu sehen war, gestaltet. "Zu Beginn wurden Geschwister in einer bürgerlichen Ordnung gesehen, jetzt wird die geschwisterliche Beziehung als veränderlich erlebt. Das Individuelle steht im Vordergrund."

Die Ausstellung macht einen chronologischen Rundgang durch die Kunstgeschichte. Zu Beginn standen besonders mythologische Geschwister im Fokus, wie der Kupferstich "Kain und Abel" aus dem Jahr 1589 zeigt. Darin greift Jan H. Muller den schrecklichsten Geschwisteraspekt, den Brudermord, auf. Während im Barock der Aspekt der familiären Ordnung im Vordergrund stand, entwickelte sich in der Romantik ein "Freundschaftskult", wie Fritz sagt: "Plötzlich wurden Geschwister als Seelenverwandte und Freundinnen dargestellt." So inszenierte zum Beispiel Karl Böhm 1867 die "sorgsame Schwester", die ihre kleinen Geschwister liebevoll füttert.

Als die Wissenschaft die Kindheit entdeckte, änderte sich das Kunstbild ebenso wie später, als die Künstler auch eigene Beziehungen zu Geschwistern reflektierten. So arbeitete Miriam Cahn 1980 in acht teils wütend hingeworfenen Zeichnungen den Suizid ihrer "schweigenden Schwester" auf.

Elisabeth Nowak-Thaller, Vize-Chefin des Lentos, hat die Schau mit Werken aus der Sammlung ergänzt. Entstanden ist eine sehenswerte Reise durch die Jahrhunderte, die die vielen Facetten der Beziehung von Brüdern und Schwestern vielfältig beleuchtet.

Die Ausstellung "Sisters & Brothers – 500 Jahre Geschwister in der Kunst" ist bis 17. September im Lentos zu sehen. lentos.at

mehr aus Kultur

ORF-III-Chef Peter Schöber: „Wir sind das Role-Model im ORF“

Al Pacino und Zendaya als Oscar-"Presenter" angekündigt

Heute Nacht stehen die Oscar-Gewinner fest: So funktioniert die Abstimmung

Festival der Regionen: Braunau sucht 2025 „realistische Träume“

Autor
Herbert Schorn
Redakteur Kultur und Leben
Herbert Schorn
Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

0  Kommentare
0  Kommentare
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
Aktuelle Meldungen