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Kultur

Veredelte Kostbarkeiten der sakralen Musik

Von Christian Schacherreiter 13. Mai 2019 00:04 Uhr

Veredelte Kostbarkeiten der sakralen Musik
Die beiden Chöre mit Organistin Zita Nauratyill

Florianer Sängerknaben und Chorus Viennensis im Brucknerhaus.

Die Kirchenmusik des 19. Jahrhunderts hat eine überschaubare, aber treue Fangemeinde. Diese Kompositionen wenden sich nicht nur an Musik-Gourmets und religiös gestimmte Hörer, sie sind auch kulturhistorisch interessant, beruhen sie doch auf dem Versuch, gerade in religionskritischer Zeit der Kunst neue spirituelle Dimensionen zu eröffnen. Eine ebenso kluge wie sensible Programmzusammenstellung mit Werken von Giacomo Meyerbeer, Camille Saint-Saens und Franz Liszt sowie hervorragende Solisten zusammen mit den Florianer Sängerknaben und dem Chorus Viennensis ermöglichten am Samstag im Brucknerhaus ein musikalisches Tiefenerlebnis.

Der Chorus Viennensis, der sich aus ehemaligen Wiener Sängerknaben zusammensetzt, ist seit mehr als 60 Jahren ein Garant für Gesangskultur der Spitzenklasse. Unter der Leitung von Michael Schneider überzeugten die Alt-Sängerknaben auch diesmal mit Präzision, Klangintensität und interpretatorischem Feingefühl. Dass Franz Liszts "Missa quattuor vocum ad aequales concinente organo" von der ersten bis zur letzten Note in den Bann zog, war auch das Verdienst der Solisten Gernot Heinrich, Christian Bauer, Andreas Jankowitsch und Johannes Gisser. Eine gute Idee war es, den Chorus Viennensis mit den Florianer Sängerknaben zusammenzuführen. Unter der Leitung von Markus Stumpner trug der Knabenchor unter anderem mit Meyerbeers "Prière d’enfants" (Kindergebet) viel Schönes zu diesem Konzertabend bei. Besondere Anerkennung verdient die Leistung der Organistin Zita Nauratyill. Dass die aus Ungarn stammende Künstlerin schon in jungen Jahren renommierte internationale Preise erhalten hat, verwundert nicht. Sie begleitete nicht nur die Chorwerke souverän, sondern brillierte auch solistisch, vor allem mit Franz Liszts "Fantasie und Fuge über den Choral ‚Ad nos, ad salutarem undam’", einer Komposition, die höchste technische Anforderungen stellt.

Fazit: Kluge Programmgestaltung und ein durchgehend hohes Niveau bescherten den Freunden sakraler Musik des 19. Jahrhunderts ein nicht alltägliches Hörerlebnis.

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