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Theater

Linzer Theatervertrags-Ende hat auch Auswirkungen auf andere Kulturstätten

Von nachrichten.at/apa   12. Dezember 2018 14:03 Uhr

Thomas Stelzer und Klaus Luger

LINZ. In der oberösterreichischen Kulturlandschaft herrscht Unruhe. Erst hat das Land heuer kräftig eingespart, dann beschloss die Stadt Linz vor einigen Tagen aus finanziellen Gründen die Kündigung des Theatervertrags - mit teils unklaren Auswirkungen auf andere Kultureinrichtungen.

Der für Anfang 2020 aufgekündigte Theatervertrag sieht vor, dass Linz rund 14 Millionen Euro an die Theater und Orchester GmbH (TOG) des Landes - zu der Landestheater und Bruckner Orchester gehören - bezahlt. Dafür überweist das Land rund sieben Millionen an die städtische LIVA mit Brucknerhaus, Posthof und Tips-Arena.

Nach dem Ausstieg der Stadt aus dem Theatervertrag will das Land im Gegenzug 1,1 Millionen Euro, die es bisher für das Ars Electronica Center (AEC) zugeschossen hat, nicht mehr zahlen. Dem Land fehlen somit sieben Millionen für die TOG und der Stadt 1,1 Millionen für das AEC. Sowohl LH Thomas Stelzer (ÖVP) als auch Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) haben zugesagt, die entfallenden Zuschüsse des jeweils anderen künftig aus ihren eigenen Budgets zu bezahlen.

Im Falle Stelzers beruhigte das zwar den Landestheater-Intendanten Hermann Schneider, der bereits Premierenverschiebungen oder sogar -absagen in den Raum gestellt hatte, weckte aber Besorgnis bei der freien Szene. Sie befürchtet, dass diese Geldumschichtung zu ihren Lasten gehen könnte. Die Kulturplattform OÖ (KUPF), die nach Förderungskürzungen heuer ohnehin bereits verschnupft ist, forderte eine "persönliche Garantie" Stelzers, dass nicht die restliche Kulturlandschaft den Mehrbedarf im Landestheater ausbaden müsse. Der Landeshauptmann hatte vorige Woche im Landtag bereits angekündigt, dass er eine Bewerbung Bad Ischls als Europäische Kulturhauptstadt 2024 finanziell nicht unterstützen will - auch wenn er es nicht explizit in Zusammenhang mit den finanziellen Einbußen aus dem Theatervertrag stellte.

Ein ähnliches Problem wie Stelzer hat auch Luger: Am Mittwoch dachte der künstlerische Leiter des AEC, Gerfried Stocker, in den "OÖ. Nachrichten" laut über Programmkürzungen nach, wenn Mittel gestrichen würden. Noch dazu zitierte die Zeitung aus einem vertraulichen Prüfbericht des Linzer Kontrollamts, wonach die Zukunft des AEC trotz eines respektablen Kostendeckungsgrades von 61,5 Prozent (2017) gefährdet sei. Grund sei das immer schmäler werdende Budget: Die Stadt habe seit 2011 die Mittel von 5,21 auf 4,64 Millionen Euro 2017 gesenkt, das Land seinen Beitrag von 1,18 Millionen Euro zuletzt um 84.000 Euro verringert - künftig wird wohl auch der Rest entfallen - und vom Bund erhielt das Museum der Zukunft 2017 gar nur 130.000 Euro. Die Linzer Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer (ÖVP), die den Bericht in einer Aussendung indirekt bestätigte, forderte, dass die Stadt ihre Förderungen wieder auf das Niveau von 2011 anhebt.

Bürgermeister Luger beruhigt

Luger war am Mittwoch um Beruhigung bemüht: Das AEC sei "explizit nicht gefährdet", sagte er im Gespräch mit der APA. Er versicherte, dass die Stadt die wegfallenden Landeszuschüsse zur Gänze übernehmen werde. Zudem will er sich um Sponsoren aus dem Linzer Raum bemühen und kündigte eine zusätzliche Million für die Erneuerung der Dauerausstellung an, die aus dem Budget 2020 kommen soll. Die Stadt werde damit statt der bereits vom Gemeinderat beschlossenen 1,5 Millionen 2,5 Millionen Euro für das Projekt zahlen. Das AEC selbst steuert eine Million bei, Land und Bund nichts.

Ebenfalls betroffen von dem Theatervertrags-Ausstieg sind das Linzer Brucknerhaus, dessen Chef Dietmar Kerschbaum nicht als Fan des Theatervertrags galt, und das Bruckner Orchester, dessen Chefdirigent Markus Poschner ob des Ausstiegs verärgert ist. Luger hat stets betont, er wolle eine neue Vereinbarung mit dem Land für das Brucknerhaus finden. Nach einem ersten Gespräch mit Stelzer am Dienstag zeigten sich beide versöhnlich: Man habe eine "gute Gesprächsbasis und den Willen zur Zusammenarbeit" und wolle bis Mitte Jänner 2019 eine neue Vereinbarung abschließen, "damit auch künftig das Bruckner Orchester einen festen Platz im Brucknerhaus haben kann".

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