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Musiklegende und Bürgerrechtler Harry Belafonte gestorben

Von nachrichten.at/apa, 25. April 2023, 15:56 Uhr
USA ENTERTAINMENT
Harry Belafonte mit seiner Frau Pamela Frank Bild: RON SACHS / POOL (CNP / POOL)

NEW YORK. Der US-Sänger, Schauspieler und Bürgerrechtler Harry Belafonte ist am Dienstag im Alter von 96 Jahren gestorben.

Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die "New York Times" am Dienstagnachmittag. Die Musiklegende wurde mit dem "Banana Boat Song" mit der markanten Gesangslinie "Day O" in den 1950er-Jahren weltberühmt. Seine Popularität nutzte er in der Folge auch im Zusammenhang mit seinem politischen Engagement.

"Banana Boat Song": 

Das Ableben Belafontes bestätigte die Agentur seines langjährigen Sprechers Ken Sunshine gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Belafonte gilt als eine der prägendsten Bühnengestalten des 20. Jahrhunderts. Er erhielt als erster schwarzer Schauspieler einen "Emmy" in einer Hauptkategorie im Jahr 1960. Außerdem nahm er mehrere "Grammys" entgegen - u.a. für sein Lebenswerk. Im Jahr 2014 wurde ihm der Ehrenoscar für sein humanitäres Engagement zuerkannt.

Linz geriet vor mehr als 40 Jahren bei einem Besuch des Sängers international durch einen peinlichen Vorfall in die Schlagzeilen: 

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Zahlreiche Wegbegleiter und Fans trauerten öffentlich um Belafonte. "In Musik, Film und Theater hat er Millionen mit seinem unnachahmlichen Charme und Charisma berührt, aber darüber hinaus hat er sein Leben dem Kampf für Menschenrechte und gegen Ungerechtigkeit in all ihren Formen gewidmet", sagte UN-Generalsekretär António Guterres. "In diesem Moment der Trauer, lasst uns ein Beispiel an ihm nehmen." Kulturstaatsministerin Claudia Roth kommentierte, die Welt habe mit Belafonte einen "legendären Künstler und Humanisten verloren".

Bernice King, Tochter von Martin Luther King Jr., erinnerte via Twitter daran, wie Belafonte ihre Familie einst unterstützte - und wie er gemeinsam mit ihrer Mutter um ihren Vater trauerte, nachdem dieser ermordet worden war. "Wir müssen Gott danken, dass wir Harry Belafonte 96 Jahre lang hatten", sagte der Sänger John Legend. "Wenn man daran denkt, was es bedeutet, ein Künstler und ein Aktivist zu sein, dann hat er das komplett verkörpert." Belafonte sei ein "Wegbereiter und Held" gewesen, schrieb Moderatorin Oprah Winfrey bei Instagram. Schauspielerin Mia Farrow kommentierte: "Ich vermisse dich jetzt schon, Harry."

Belafonte wandte er sich mit der Zeit immer stärker dem politischen Aktivismus zu. Sein Einsatz für die Menschenrechte führte ihn auch mehrmals nach Österreich: So war er etwa 1992 Gast am Wiener Opernball und gastierte auch im Rahmen von Konzerten hierzulande. Außerdem war er 2011 Gast bei der Viennale. Dort präsentierte er seine Doku "Sing Your Song". Im Gartenbaukino wurde er schon vor der Filmvorführung mit Standing Ovations gewürdigt. Sichtlich gerührt ließ sich der damals 84-Jährige bejubeln und beklatschen, um es dem Publikum dann bis Mitternacht mit Anekdoten zu danken.

Zum Weltstar geworden war Belafonte einst mit zwei lang gezogenen Silben: "Daaaay-Ooo" zum Auftakt des Calypso-Hits "Banana Boat Song", längst ein Ohrwurm-Klassiker. Mehr als 100 Millionen Platten mit Songs wie "Island in the Sun", "Matilda" und "Jump in the Line" verkaufte Belafonte, spielte in mehr als 40 Filmen mit und engagierte sich immer auch politisch. An der Seite von Martin Luther King Jr. kämpfte er für schwarze Bürgerrechte in den USA, mit Nelson Mandela gegen die Apartheid in Südafrika und als UNICEF-Botschafter für Kinder auf Haiti und im Sudan.

Geboren in New York, verbrachte Belafonte einen großen Teil seiner Jugend in der jamaikanischen Heimat seiner Mutter. Im Zweiten Weltkrieg dient er in der US-Marine und besucht danach in New York die legendäre Schauspielschule des emigrierten deutschen Regisseurs Erwin Piscator mit Kollegen wie Tony Curtis und Marlon Brando. Die Musik kam dazu und Belafonte, Sohn eines Schiffskochs aus Martinique und einer Hilfsarbeiterin aus Jamaika, wurde zum "Calypso King". Hinter der heiteren Urlaubsmusik steckte allerdings ein Aufschrei gegen Sklaverei.

Nachdem er 1984 einen Nachrichtenbericht über die Hungersnot in Äthiopien gesehen hatte, übernahm er die Initiative, die zur Aufnahme des Fundraising-Songs "We Are the World" führte. Auf dem Welthit sang er u.a. zusammen mit Bruce Springsteen, Bob Dylan, Michael Jackson oder Ray Charles.

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9  Kommentare
9  Kommentare
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Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
nichtschonwieder (8.835 Kommentare)
am 25.04.2023 18:43

eine der kürzeten Schallplatten, die ich je hatte, "next big river" 18 sec , ist auch von ihm.
Dafür hatte er ein langes Leben. RIF

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observer (22.283 Kommentare)
am 25.04.2023 18:08

Möge er in Frieden ruhen, er war sowohl als Mensch als auch als Musiker bewundernswert. In Linz hat sich ihm gegenüber vor langer, langer Zeit auch etwas Übles abgespielt, das durchaus auch erwähnt sein soll. Man hat ihm, der in Begleitung einiger anderer Österreicher war, den Zutritt zum damaligen Rosenstüberl - einem Musik/Tanzlokal verwehrt, weil er ein Schwarzer war. Nachdem man gehört hat, dass er der damals schon bekannte H.B. war, hätte man ihn zwar eingelassen, aber er hat dann darauf verzichtet.

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rudolfa.j. (3.639 Kommentare)
am 25.04.2023 18:19

Es war üblich das ins RO Schwarze keinen Zutritt hatten

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diwe (2.396 Kommentare)
am 25.04.2023 17:53

...But I'm sad to say I'm on my way
Won't be back for many a day
My heart is down
My head is turning around
I had to leave a little girl in Kingston town...

R.I.P.

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Andrula (818 Kommentare)
am 25.04.2023 17:00

" ... I may sail on many a sea her shores will always be home to me .... "
Danke für so viele wunderbare Lieder !

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Brido (1.912 Kommentare)
am 25.04.2023 16:41

RIP, einer der Größten.

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gmh (51 Kommentare)
am 25.04.2023 16:35

In der Story fehlt noch der Linz-Bezug. Aber das findet ihr sicher im Archiv.

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observer (22.283 Kommentare)
am 25.04.2023 16:28

Möge er in Frieden ruhen, er war sowohl als Mensch als auch als Musiker bewundernswert. In Linz hat sich ihm gegenüber vor langer, langer Zeit auch etwas Übles abgespielt, das durchaus auch erwähnt sein soll. Man hat ihm, der in Begleitung einiger anderer Österreicher war, den Zutritt zum damaligen Rosenstüberl - einem Musik/Tanzlokal verwehrt, weil er ein Schwarzer war. Nachdem man gehört hat, dass er der damals schon bekannte H.B. war, hätte man ihn zwar eingelassen, aber er hat dann darauf verzichtet. Im OÖN Archiv wird sich sicher ein Bericht finden, auch wenn das schon sehr, sehr lang her ist.

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Orlando2312 (22.367 Kommentare)
am 25.04.2023 16:17

R.I.P.

Ein grosser Musiker und wundervoller Mensch hat uns verlassen. Schon wieder einer unserer Helden weniger. Man möchte weinen.

https://www.youtube.com/watch?v=l11_LysHdJM

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