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Kultur

Ein Fest für Bruckner

Von Michael Wruss 06. September 2019 00:04 Uhr

Ein Fest für Bruckner
Alois Mühlbacher, umgeben von den Florianer Sängerknaben

"Happy Birthday, Anton!" hieß es in Ansfelden.

Eigentlich ist das Brucknerfest noch nicht eröffnet, doch bereits am Mittwoch gab es anlässlich des 195. Geburtstages von Anton Bruckner ein Festkonzert in der Pfarrkirche Ansfelden, das die akustische Umwelt des Komponisten zu ergründen versuchte. Musik, die Bruckner als Sängerknabe gesungen haben mag, aber auch später hörte, aufführte und bearbeitete.

Im Zentrum dabei zwei große Werke des knapp 100 Jahre vor Bruckner geborenen Franz Joseph Aumann, der 1755 zum Regens chori in St. Florian ernannt wurde und wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der geistlichen Musik setzte. So auch bei der 1753 als Einstandsgeschenk für das Stift komponierten "Missa Sancti Xavery", deren Gloria noch im typisch barocken Kantatenstil gehalten ist und durchaus ausladende Passagen aufweist, während das Credo dreiteilig und beinahe im Sinn der klassischen symphonischen Messe gestaltet ist. Feierlich auch das Te Deum, das während der Zeit Bruckners als Stiftsorganist beinahe jährlich erklungen ist.

Ein feines Solistenensemble

Ein feines Solistenensemble – Christian Ziemski (Knabensopran), Alois Mühlbacher (Alt), Markus Miesenberger (Tenor) und Markus Schulz (Bass) – sowie die von Franz Farnberger geleiteten St. Florianer Sängerknaben & Männerchor brachten die polyphonen Strukturen dieser Werke hervorragend zur Geltung. In Vergessenheit geraten ist auch der Vorgänger Joseph Haydns am Hof der Esterhazy, Joseph Gregor Werner, dem Ars Antiqua Austria unter Leitung von Gunar Letzbor ein Denkmal setzten, die auch die beiden Messen beeindruckend musizierten, mit der 4. Fuge, die Haydn 1804 für Quartett arrangierte.

Den Rahmen bildeten zwei Sinfonien von Antonio Caldara, die zwar die Funktion einer Oratoriums-Ouvertüre haben, doch in ihrer Gestaltung durchaus für die spätere klassische Form interessant sind. Bruckner hat zu zwei Motetten Aumanns Posaunenstimmen hinzugefügt. Ob das diesen schlichten Chorsätzen gutgetan hat, mag dahingestellt sein. Als historisches Zeugnis für die intensive Rezeption Aumann’scher Musik waren sie allerdings ein trefflicher Beweis.

Artikel von

Michael Wruss

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