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Kultur

Die Jugend präsentierte sich bestens mit Bruckner, Brahms, Liszt und Wagner

Von Michael Wruss  14. September 2020 00:04 Uhr

Die Jugend präsentierte sich bestens mit Bruckner, Brahms, Liszt und Wagner
OÖ. Jugendsinfonieorchester unter Adrien Perruchon

Das OÖ. Landesjugendorchester begeisterte unter Adrien Perruchon am Pult.

Das Musikprogramm der Brucknerfest-Eröffnung am Sonntagvormittag im Linzer Brucknerhaus stand ganz im Zeichen des Generalthemas "Kontroverse", das auf die unterschiedlichen ideologischen Strömungen, das verschiedenartige Interpretieren des Sinns uns Zwecks der Musik, ja, ihrer Bedeutung im Kontext künstlerischer Äußerungen hinweisen möchte.

Dass dabei die Kontroverse meist auf Bruckner und Brahms bezogen wird, liegt auf der Hand, da beide doch sehr unterschiedliche Konzepte verfolgten und dabei vor allem Kreise von Anhängern und Gegnern befeuerten, die ihrerseits den scheinbaren Bruch zwischen den Giganten der Musik heraufbeschworen. Doch – und das gehört zu einer "gesunden" Kontroverse, zu einem künstlerisch-ideologischen intellektuellen Disput – fand dieser immer auf gleicher Augenhöhe und mit gewissem Respekt statt, der aber der Außenwelt gerne verschlossen blieb.

Edel gestaltet

So stand neben Bruckners erstem Scherzo zu seiner 1. Symphonie Brahms "Akademische Festouvertüre" und als Synonym für die Neudeutsche Schule Liszts "Les Préludes" und Wagners Parsifal-Vorspiel auf dem Programm, das somit für das Oberösterreichische Landesjugendorchester ziemlich herausfordernd war.

Dennoch ist es dem jungen französischen Dirigenten Adrien Perruchon gelungen, einerseits die klanglich heiklen langgedehnten Passagen fein auszubalancieren und edel zu gestalten, und andererseits auch die Tempi so zu wählen, dass sich die jungen Musikerinnen und Musiker bestens präsentieren konnten.

Volltönend warmer Klang

Allen voran die Holz- und Blechbläser, aber auch die Streicher wurden so ideal in Szene gesetzt und fügten sich zu einem volltönend warmen Orchesterklang zusammen, der nicht zu Unrecht von den Festrednern gewürdigt wurde, stehen doch hier die Orchestermusiker der Zukunft auf der Bühne, für die man die Chancen und Perspektiven durch die Bewusstmachung der Bedeutung von Kunst und Kultur schaffen und stärken muss.

Corona-bedingt nur per Videozuspielung war der Fanny Hensel Chor beim Singen der Hymnen präsent.

Artikel von

Michael Wruss

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