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Kultur

Sprachbilder am Wolfgangsee

Von Hannah Winkelbauer   08. Juli 2014 00:04 Uhr

Sprachbilder am Wolfgangsee
Ferdinand Götz vor den Strichcode-Sklaven von Astrid Esslinger

Die Deutschvilla in Strobl zeigt Werke zum Thema "Schrift im Bild".

Gut versteckt hinter dem Seniorenheim in Strobl am Wolfgangsee gibt es ein Haus für aktuelle Kunst. Die markante Deutschvilla, Baujahr 1896, versorgt den malerischen Ort seit 1997 mit Ausstellungen, Performances, Lesungen und anderen Veranstaltungen.

Ferdinand Götz, Künstler und Obmann von "Deutschvilla – Verein zur Förderung aktueller Kunst" kuratiert die Ausstellungen, vier große und eine kleinere gibt es jedes Jahr. In der aktuellen Schau zeigt er sieben österreichische Positionen zum Thema "Schrift im Bild". Die sehr unterschiedlichen Werke sind so auf die zahlreichen Räume der Villa verteilt, dass jeder und jede Beteiligte zwei eigene Kabinette zur Verfügung hat.

Fremde (Arbeits-)welten

Auf Reisen entstanden sind die "Strichcode-Sklaven" der Linzerin Astrid Esslinger. Die Künstlerin schneidet aus bedruckten Verpackungskartons Figuren aus und arrangiert sie an der Wand. Manche der Kartonfiguren schleppen Kisten oder Säcke. Englische, arabische Schriftzüge und Logos, die teils bruchstückhaft auf dem Karton zu lesen sind, erzählen von fremden (Arbeits-)welten.

Die Werke des Künstlers und ehemaligen Direktors der oberösterreichischen Landesmuseen, Peter Assmann, sind prädestiniert für eine Ausstellung zum Thema Schrift und Bild. Assmann verbindet skizzenhafte Zeichnung oder Malerei mit kurzen poetischen Textelementen.

Die in Pastellfarben gehaltenen Malereien von Petra Kodym – sie ist seit vergangenem Jahr Geschäftsführerin der Sommerakademie Traunkirchen – erinnern an Werbeästhetik und kombinieren collageartig Bild- und Textelemente. Charles Kaltenbachers etwas plakative Fotografien beschäftigen sich mit "besetzten" Wörtern und Sprüchen und auch Josef Ramaseder, Ursula Hentschläger und Werner Schimpl steuerten "Textbilder" und Objekte zur Ausstellung bei.

Junge, noch nicht etablierte Künstlerinnen und Künstler zusammen mit solchen, deren Namen bereits bekannt sind, zu präsentieren, sei ihm ein großes Anliegen, sagt Ferdinand Götz im Gespräch mit den OÖNachrichten. Auch die Einbeziehung der Strobler Bevölkerung ist Götz, der den Bürgermeister der Wolfgangseegemeinde, Josef Weikinger, als einen seiner "größten Unterstützer" bezeichnet, wichtig.

Bei der nächsten Ausstellung werden die Arbeiten eines 15-jährigen Stroblers im Park der Villa präsentiert: Michael Stöllinger schnitzt mit einer Kettensäge Holzskulpturen von archaisch anmutenden Vögeln. Unter der Überschrift "Wiese" werden ab 26. Juli in der Deutschvilla Arbeiten von vier Künstlern aus München zu sehen sein. Bei der Eröffnung am 25. Juli wird es Performances des Zeichners Christoph Lammer und des Klangkünstlers Andreas Usenbenz geben.

Er versuche immer, klassische Ausstellungen mit einem Rahmenprogramm an Veranstaltungen und Performances zu verbinden, sagt Götz. Das vielseitige Programm und die beeindruckende Architektur der geschichtsträchtigen Deutschvilla lohnen einen Ausflug an den Wolfgangsee.

Info: Kunsthaus Deutschvilla, Öffnungszeiten Fr, Sa, So 15– 18 Uhr. Nächste Eröffnung am 26. Juli um 20 Uhr. www.deutschvilla.at

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