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Der Graf und die Lichter der Großstadt

Von Lukas Luger, 16. März 2012, 00:04 Uhr
Der Graf und die Lichter der Großstadt
Am 25. August gastieren „Unheilig“ mit den Songs ihres heute erscheinenden neuen Albums und allen großen Hits in der Linzer Tips-Arena. Bild: Erik Weiss

Mit „Geboren, um zu leben“ katapultierten sich „Unheilig“ vor zwei Jahren aus dem Gothic-Untergrund an die Spitze der Charts. Im OÖNachrichten-Interview spricht „Der Graf“ über Ja-Sager, Musik als Therapie und das neue Album „Lichter der Stadt“.

OÖN: Der Albumtitel erinnert an Charlie Chaplins Film „Lichter der Großstadt“. Haben Sie sich angesichts Ihres plötzlichen Erfolgs wie der „Tramp“ gefühlt, der in die große Stadt versetzt wird?

Absolut! Das Album handelt davon, was ich die vergangenen zwei Jahre erlebt habe. Oft habe ich mich gefühlt wie der kleine Junge vom Land, der in die Großstadt gepflanzt wird. Wo alles neu ist, blinkt, sich dauernd bewegt.

OÖN: Besitzt das Album deshalb einen tagebuchartigen Charakter?

Die Musik war für mich eine Therapie. Ich brauchte sie, um mir das Erlebte von der Seele zu schreiben. Zu jedem Lied auf der CD gibt es einen Bezugspunkt aus meinem Leben. Ich weiß, dass ich im Moment meine beste Zeit als Musiker habe. Darum habe ich „Tage wie Gold“ geschrieben. Der Titelsong spielt mit der Idee, auf dem Dach eines Hochhauses zu sitzen und das pulsierende Leben der Stadt aus der Vogelperspektive zu betrachten. „Ein guter Weg“ entstand, weil wir in Spitäler und Hospize gegangen sind, um Konzerte zu spielen.

OÖN: In dem Song „Tage wie Gold“ finden sich die Zeilen „Die kleinen Dinge werden wertvoll, schenk dem Moment Aufmerksamkeit“. Ihr Lebensmotto?

Mein Motto ist „Tu das, was dich glücklich macht, ohne einem anderen damit zu schaden“. Wenn man viel auf Tournee ist, lernt man zu schätzen, wenn die Menschen, die man liebt, bei einem sind. Bei mir war es so, dass ich plötzlich die kleinen Dinge wieder genoss. Wenn du nach Monaten endlich einen Tag nach Hause kommst, dann lernst du die Familie wieder achten. Es ist wichtig, sich an diesen kleinen Dingen hochzuziehen. Den Moment zu leben – das ist das Entscheidende!

OÖN: Hat Sie der Erfolg verändert?

Nicht so sehr der Erfolg. Was mich als Mensch verändert hat, waren die Hospiz-Besuche. Ich habe den Blickwinkel auf mein eigenes Leben neu sortieren müssen. Wenn du siehst, wie schnell alles vorbei sein kann, lernst du das Leben anders schätzen. Wenn man sich etwas wünscht, soll man es sich hier und jetzt erfüllen. Und nicht sagen: „Ach, das mach ich vielleicht in 20 Jahren.“ Dann ist es vielleicht schon zu spät.

OÖN: „Große Freiheit“ verkaufte 1,6 Millionen Einheiten. Befreit dieser Erfolg auch künstlerisch?

Die Existenzangst ist weg. Wenn Fans dir erzählen, dass die Musik ihnen hilft und sie sich darin wiederfinden, dann wirkt das natürlich befreiend. Ich bin aber ein Mensch, der viel in Frage stellt. Wenn neun Leute sagen, das ist gut, was ich mache, und einer sagt „Alter, das ist scheiße!“, tendiere ich dazu, Letzterem zu glauben.

OÖN: Wie ist es Ihnen dann gelungen, mit der immensen Erwartungshaltung fertig zu werden?

Es hilft, wenn du Freunde und Familie um dich hast, denen du hundertprozentig vertraust. Der Erfolg mit Unheilig ist zwar im Moment gigantisch – wer weiß aber schon, wie lange er anhält? Denn Ja-Sager, die dir auf die Schulter klopfen und ständig erzählen, wie geil du bist, die kommen ohnehin mit dem Erfolg.

OÖN: Mit Xavier Naidoo und Andreas Bourani finden sich zwei Gastsänger auf „Lichter der Stadt“. Wie kam es zu der ungewöhnlichen Zusammenarbeit?

Wie um alles in der Welt kann man Unheilig und Xavier Naidoo zusammenbringen? Es geht! Schubladen existieren nicht für mich. Ich orientiere mich nur an meinem eigenen Geschmack. Es geht um Musik, nicht ob das Pop, Rock oder Soul ist. Entweder der Song gibt mir emotional etwas – oder halt nicht. Wenn du ein Bild malst, hast du auch keinen Rausschmeißer vor der Tür, der den Besuchern sagt, wer sich das Bild ansehen darf und wer nicht.

OÖN: Am 25. August gastieren Unheilig in der Linzer Tips-Arena. Was können die Fans erwarten?

Wir haben unser „Kinderland“ dabei, in das Kinder bis zehn Jahre kostenlos rein dürfen – E-Mail an uns genügt. Auch ältere Fans über 65 können gratis ins Unheilig-Konzert. Wir wollen ein Event für Jung und Alt kreieren, das niemand so schnell vergisst!

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