Lade Inhalte...

Kultur

Das Wiener Musical „Rebecca“ wird zum New Yorker Kriminalfall

Von OÖN   17. Oktober 2012 00:04 Uhr

Das Wiener Musical „Rebecca“ wird zum New Yorker Kriminalfall
„Rebecca“ 2006 in Wien

Ein Börsenmakler, der für die Broadway-Produktion Geld auftreiben sollte, wurde am Montag vom FBI verhaftet.

Es sieht so aus, als seien die Vereinigten Bühnen Wien (VBW) bei ihrer Produktion des Musicals „Rebecca“ (Wien-Premiere: 2006) in New York gewaltig verschaukelt worden. Die geplatzte Broadwaypremiere entwickelt sich nun zum Kriminalfall. Das FBI hat am Montag auf Long Island den 46-jährigen Börsenmakler Mark C. Hotton verhaftet. Ihm werden zwei schwere Fälle von Betrug vorgeworfen, auf die jeweils eine maximale Haftstrafe von 20 Jahren steht, wie die „New York Times“ berichtet. Er soll die beiden Produzenten Ben Sprecher und Louise Forleza – und VBW-Partner – mit erfundenen Geldgebern, Unternehmen, selbst eingerichteten E-Mail-Adressen wie Homepages vermeintlicher Investoren und sogar mit einem erfundenen Todesfall getäuscht haben, lautet der Vorwurf der Ermittler.

Auf der Suche nach Investoren haben Sprecher und Forleza mit Hotton einen Vertrag unterzeichnet, das ihm unter anderem eine Erfolgsprämie von acht Prozent auf von ihm aufgetriebene Beträge von mehr als 250.000 Dollar einräumt. Diese einst üblichen Prämien fänden sich heute am Broadway nur mehr selten und würden als Zeichen für die Verzweiflung von Produzenten gewertet, die dringend Geld benötigten, schreibt die „New York Times“.

In der Folge habe Hotton Geldgeber erfunden – und dann auch wieder sterben lassen. Wie zum Beispiel einen ominösen australisch-südafrikanischen Investor namens Paul Abrams, den er dann überraschend an Malaria dahinscheiden ließ. Hotton, der auf nicht schuldig plädiert und gegen den in weiteren Betrugsfällen ermittelt wird, habe für seine Scheinleistungen 60.000 Dollar kassiert, heißt es – unter anderem gut 18.000 Dollar für eine angebliche Afrikasafari des niemals existierenden Abrams. „Mark Hotton hat ein Betrugsgebäude aufgestellt – das ist wie im Film“, sagte der renommierte New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara. „Für eine gelungene Bühnendarstellung bekommt man einen Tony-Award, für den gelungenen Betrug von Broadway-Geldgebern eine Haftstrafe“, sagte Mary E. Galligan vom FBI lakonisch gegenüber der „New York Times“.

Die Vereinigten Bühnen haben ihrerseits bereits 380.000 Euro in die geplante Broadway-Produktion investiert. Auf Anfrage der OÖNachrichten hieß es, man bemühe sich angestrengt, das Geld zurückzubekommen, aber noch gebe es keine Neuigkeiten aus New York.

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Kultur

1  Kommentar expand_more 1  Kommentar expand_less