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Wirtschaft

Zukunft von Zuckerfabrik hängt an seidenem Faden

Von Roland Vielhaber  29. Oktober 2020 00:04 Uhr

Zukunft von Zuckerfabrik hängt an seidenem Faden
1000 Rübenbauern haben noch keine Anbauflächen bekannt gegeben.

WIEN / LINZ. Agrana-Frist endet am Samstag, 1000 Rübenbauern fehlen noch

"Das wird knapp", sagt Markus Schöberl, Geschäftsführer der österreichischen Rübenbauern. Bis Samstag müssen noch etwa 7000 Hektar Anbaufläche kontrahiert werden, sonst wird der börsenotierte Frucht-, Stärke- und Zuckerkonzern Agrana ("Wiener Zucker") das Zuckerwerk in Leopoldsdorf in Niederösterreich schließen. Wenige Tage vor Ablauf der Frist haben noch immer rund 1000 bisherige Rübenbauern (insgesamt gibt es in Österreich rund 6000) noch keine Flächen genannt.

Newsletter, Online-Veranstaltungen, Aufrufe der Rübenbauern, vom Bauernbund oder von den jeweiligen Kammern: Seit Tagen läuft die Maschinerie auf Hochtouren, damit das Werk erhalten bleibt und die 150 Mitarbeiter ihren Job behalten können.

Die Appelle, wie im jüngsten Rundschreiben der Rübenbauern, lauten: "Alle Mitglieder, die noch nicht kontrahiert haben, sind dringend aufgerufen, ihren Beitrag zum Erhalt beider Zuckerfabriken in Österreich zu leisten." Und weiter: "Es wäre schade, so knapp vor dem Ziel zu scheitern. Dies hätte wirtschaftliche Folgen für alle Rübenbauern." Mitte September hatten Agrana-Vorstandsvorsitzender Johann Marihart und Rübenbauernverband-Chef Ernst Karpfinger sowie Ministerin Elisabeth Köstinger noch einen "Pakt zur Rettung des heimischen Zuckers" unterzeichnet, unter anderem mit einer Wiederanbauprämie in Höhe von 250 Euro pro Hektar Schadfläche.

Die Vorgabe des Agrana-Vorstandes lautet aber: Die heimischen Zuckerrübenbauern müssen mindestens 38.000 Hektar Anbaufläche zusagen, damit das Leopoldsdorfer Werk nicht schließt und die Rüben dann ausschließlich in der Zuckerfabrik in Tulln verarbeitet werden.

Heuer lag die vereinbarte Fläche bei 34.300 Hektar, sank aber wegen Trockenheit, Spätfrost und Rübenrüsselkäfer-Befall auf 26.300 Hektar. Das ist zu wenig, um zwei Werke auszulasten.

An Oberösterreich dürfte es nicht scheitern. Auch wenn es keine konkrete Zahlen gibt, so dürfte es eine ordentliche Steigerung an Anbauflächen geben. 2020 lag diese bei rund 6200 Hektar, jetzt dürfte die Marke klar über 7000 liegen. Laut Schöberl zeichnet sich auch österreichweit ein Plus bei den Anbauflächen ab.Trotzdem: Derzeit hängt die Zukunft von Lepoldsdorf am seidenen Faden.

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Redakteur Wirtschaft

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