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"Die Lehre ist die Pole Position für die eigene Karriere"

Von Elisabeth Prechtl, 25. Mai 2023, 13:57 Uhr
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48 Prozent der Jugendlichen in Oberösterreich entscheiden sich für eine Lehre. Zu den großen Ausbildnern im Land gehört auch KTM. Bild: KTM AG

LINZ. Oberösterreich ist das Lehrlingsbundesland Nummer eins: Rund jeder zweite Jugendliche entscheidet sich für diesen Weg. Aber nur 20 Prozent schreiben Lehre und Berufsabschluss ein hohes soziales Ansehen zu.

39 Prozent der Jugendlichen in Österreich beginnen eine Lehre. In Oberösterreich ist der Wert deutlich höher: Hier entscheidet sich fast jeder zweite 15-Jährige dafür. „Unser Ziel ist, den Anteil in Österreich in Zukunft auf 50 Prozent zu steigern“, sagte Wolfgang Spitzenberger am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Linz: Spitzenberger, Personalchef der Raiffeisenlandesbank OÖ, ist Vizepräsident der Initiative „Zukunft.Lehre.Österreich“ (ZLÖ). Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, Chancen der Lehre hervorzuheben und deren Ansehen in Österreich zu verbessern. ZLÖ hat fünf Jahre nach Gründung 250 Mitgliedsbetriebe mit 17.000 Lehrlingen.

Die Oberösterreicher attestieren der Lehre grundsätzlich eine große Bedeutung: Laut einer Studie des Linzer Markt- und Meinungsforschungsinstituts Imas sagen 56 Prozent, dass die Lehre gut auf das Berufsleben vorbereitet. 54 Prozent sind der Meinung, dass die Berufsaussichten gut sind. „54 Prozent sagen, dass der Lehrabschluss künftig an Bedeutung gewinnen wird“, sagte Imas-Chef Paul Eiselsberg. Zum Vergleich: Bei der Matura an einer allgemeinbildenden höheren Schule sind es 27 Prozent. 58 Prozent setzen sich intensiv mit der Lehre als Ausbildungsweg auseinander.

Aber es gibt noch Luft nach oben: So schreiben nur 20 Prozent der Befragten der Lehre hohes soziales Ansehen zu. Hier punktet die Matura deutlich mehr. Das ist auch der Punkt, bei dem ZLÖ ansetzen will: Das Image der Ausbildungsform soll laut Spitzenberger deutlich steigen. „Die Lehre ist keine Bildungssackgasse, sondern die Poleposition für die künftige Karriere.“

„Berufsschule als beste Schule“

Einem 15-Jährigen, der sich für eine Lehre entscheide, stünden alle Wege offen, vom Meister über die Matura bis hin zum Studium. Das müsse in der Gesellschaft aber noch viel mehr ankommen. Ziel ist laut Spitzenberger, eine Gleichwertigkeit der Abschlüsse herzustellen: Dazu gehöre auch, die Gebühren für die Lehrabschlussprüfung abzuschaffen: „Die Matura kostet auch nichts.“

Der Imagewandel soll unter anderem mit der Zusammenarbeit mit Vorbildern herbeigeführt werden: Viele unterschiedliche ehemalige Lehrlinge sollen vor den Vorhang geholt werden, um ihre Geschichte zu erzählen.

Spitzenberger betont zudem die Bedeutung der Eltern: Um die Jugendlichen zu erreichen, müssten auch diese überzeugt werden. Denn Studien zeigen, dass Eltern auf die Bildungsentscheidung ihrer Kinder einen sehr großen Einfluss haben. Die Berufsschulen müssten die besten Schulen werden und bräuchten mehr finanzielle Mittel: Vorbild hier sei die Schweiz, wo den Lernenden (so heißen die Lehrlinge dort) die beste Ausrüstung zur Verfügung stünde.

Laut Thomas Krahofer, Geschäftsführer des Eferdinger Lebensmittelverarbeiters Efko, müssten die Ausbildner nicht nur Wissen, sondern zum Teil auch soziale Kompetenzen vermitteln. Daher brauche es eine bessere Qualifikation der Ausbildner, mehr zeitliche Ressourcen und mehr Geld. Romana Hackl, Leiterin des Personalwesens beim Lebensmittel- und Kulinarikkonzern Vivatis, plädiert für eine Attraktivierung bestimmter Berufe: „Konditorlehrlinge sind viel leichter zu finden als angehende Restaurantfachleute, Fleischverarbeiter und Köche.“ Es brauche zudem eine Offenheit gegenüber neuen Lehrberufen und eine regelmäßige Anpassung bestehender Berufsbilder.

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Autorin
Elisabeth Prechtl
Redakteurin Wirtschaft
Elisabeth Prechtl
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15  Kommentare
15  Kommentare
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thukydides (1.206 Kommentare)
am 26.05.2023 15:21

Nachtrag:

Und auch wenn du nebenbei Matura irdendeinen formalen Abschluss nachmachst ist das nur ein Zeitfresser. Du freust dich, dass du mit 30 endlich nebenbei den HTL oder HAK-Abschluss gemacht hast, aber bevorzugt und befördert werden jüngere FH oder Uni-Absolventen.

Und wenn du mit 37 endlich deinen nebenberuflichen Studienabschluss hast, wirst du von den Jüngeren gleich wieder überholt, weil derjenige der gleich studiert hat mittlerweile schon den MBA von der Firma gesponsert bekommen hat und Karriere macht.

Lehrberuf, nein danke. Ein Teufelskreislauf und zum verzweifeln.

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thukydides (1.206 Kommentare)
am 26.05.2023 15:19

Ich habe im Alter von 15 Jahren mit einem Lehrberuf begonnen in die Arbeitswelt einzusteigen.

Wirklich "überlegt" war das nicht, es wurde halt von der Mutter erwartet zu arbeiten (sie war ja extrem ungebildet), weiterführende Schulen gab es im Umkreis nicht (strukturschwache, ländliche Umgebung) und im Bekantschaftsumfeld haben es auch viele so gemacht. (Es gab einige wenige, die sich abgesondert haben. Die Kinder von bekannten Hauptschullehrern zum Beispiel gingen auf die AHS und haben dann studiert.)

Jetzt, rund 28 Jahre nach dem Arbeitseintritt kann ich nur sagen, dass ich das niemandem empfehlen. Ich würde es nicht nochmal machen, auf keinen Fall ein Lehrberuf.

Lehrberuf bedeutet, dass du "nichts wert bist".

Alle Vorstellungsgespräche und Bewerbungsprozesse die ich durchmachte haben mir gezeigt, dass die Stellen für Lehrabschlussabsolventen minderwertig und am unteren Ende der Nahrungskette sind. Die Bezahlung ist mies und "Karriere" gibt es nicht.

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thomas_von_aquin (46 Kommentare)
am 26.05.2023 07:43

Geh bitte, ein Lehrberuf ist der Anfang vom Ende und der Abstieg ist vorprogrammiert.

Und komm jetzt bitte nicht mit der Leier dass du ja eh was "nebenberuflich nachmachen" kannst, das geht nur in sehr wenigen Fällen und bedeutet, dass du immer hinterher hinkst, IMMER.

Fakt ist
Lehrabschlusszertifikat: NIX WERT
Maturazeugnis: etwas mehr wert
Hochschul-Abschluss: Viel wert

Und genauso wirds in den Personalabteilungen exekutiert, mit Lehrabschluss kommst nur an die "schlechten Stellen" (schlechte Bezahlung usw), an die schönen Stellen kommst nur mit Hochschulabschluss.

Lehrberuf is oasch, Punkt.

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NeujahrsUNgluecksschweinchen (27.064 Kommentare)
am 26.05.2023 11:19

So drastisch würde ich es nicht sehen.
Facharbeiter mit entsprechender handwerklicher Praxis sind gefragt.

Allerdings stellt Lehre (ohne nicht überall vorhandener Meisterschule) noch immer bildungskarieretechnisch eine Sackgasse dar.
Lehre mit Berufsreifeprüfung (beim Begriff "Lehre mit Matura" stellen sich auch bei mir als Vollzeit-AHS-Absolvent die Haare auf!) wird oft wenig unterstützt, nachher in Abendschule die Berufsreife nachholen zu müssen, bedeutet Zeitverlust.

Was jedenfalls zu kritisieren ist: Akademische Theoretiker sind überbewertet. Egal ob in der Wirtschaft oder in der (Erwachsenen-)Bildung. Da zählt ein Abschluss mehr als oft jahrzehntelange Erfahrung.

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misterx (1.667 Kommentare)
am 26.05.2023 15:23

Die "Lehre mit Matura" wird von den meisten ausländischen Hochschulen eh nicht anerkannt.

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thukydides (1.206 Kommentare)
am 26.05.2023 15:25

Sklaven sind auch "gefragt".
Kinderarbeit ist auf anderen Konditenten auch "gefragt".

Nur weil vielleicht was "gefragt" ist, bedeutet das nicht, dass es auch gut ist, im Gegenteil.

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thukydides (1.206 Kommentare)
am 26.05.2023 15:22

Haha, ja, Lehrberuf is oasch, aber sowas von.

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seppl63 (1.076 Kommentare)
am 26.05.2023 18:55

Dann frag doch mal z.B. den GELERNTEN Installateur, der dir dein Sch******** möglichst billig einbauen, oder den Abfluss wieder freimachen soll, was der so verlangt!

Dafür gäbe es noch unzählige Beispiele für viele verschiedene Branchen, aber ohne diese "absteigenden Berufe" müsstest du in so einem Fall ansonsten selbst in der Sch**** wühlen...

Diese Leute leisten gute und unverzichtbare Arbeiten, welche von so undankbaren individuen wie dir offenbar nich honoriert werden. Bezahlen darfst du sie trotzdem dafür!

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misterx (1.667 Kommentare)
am 25.05.2023 17:50

"Berufsschulen müssen die besten Schulen werden"
Wer das schreibt, nimmt sich doch selbst nicht ernst.

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detti (1.873 Kommentare)
am 25.05.2023 20:02

@ Misterix . Gebe Ihnen zu 100% Recht. Zumal in manchen BS die Direktion und die alte Garde aus Günstlingen besteht und die Jungen nur Volldienst (nix Praxis) arbeiten dürfen und das nebst studieren. Was raus kommt an Wissen , wenn ein Pool aus Poly Schülern dort zusammen kommt, wo praxisferne Lehrer unterrichten, kann man sich denken.

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detti (1.873 Kommentare)
am 25.05.2023 17:22

Bitte welcher Elternteil empfiehlt seinem geliebten Kind eine Lehre im Segment des niedrigen Lebenserwerbseinkommens (Friseur, Handel, Pflege,...). Schließlich möchte man Unabhängigkeit für sein Kind und einen Beruf, den man auch längerfristig ausüben kann. Karriere mit Lehre gibts für Günstlinge und eventuell Vielarbeiter, der Rest kann nur davon träumen.

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fai1 (6.069 Kommentare)
am 25.05.2023 19:19

Es gibt auch noch andere Lehren. Und jeder der eine Lehre absolviert hat, kann was aus sich machen - wenn er will

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thomas_von_aquin (46 Kommentare)
am 26.05.2023 07:46

@FAI1

Kompletter Schwachsinn.

Lehrberuf ist ein Negativ-Hamsterrad und bedeutet 50 Jahre Lohnsklaventum.

Lehrberuf ist der Inbegriff von Abstieg und einfach nur oasch.

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thukydides (1.206 Kommentare)
am 26.05.2023 15:29

Nein, du liegst falsch.

Die Realität sieht anders aus.

Lehrberuf bedeutet immer Benachteiligung im Arbeitsleben.

Ist wie wenn du eine Marathon laufen musst, nur, derjenge mit Lehrabschluss fängt nicht an der regulären Startlinie an, sondern nochmal 40KM weiter hinten, hat also 82KM zu laufen. (alle anderen laufen 42KM)

Natürlich wird vom 82KM Läufer die gleiche Zielzeit erwartet, wie vom 42KM Läufer. Und das geht sich natürlich nicht aus.

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seppl63 (1.076 Kommentare)
am 26.05.2023 19:00

Lehren können sich natürlich stark voneinander unterscheiden, aber gerade in technischen Berufen kann man viel daraus machen.

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