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Die Chancen einer Batterieproduktion in der EU

Von nachrichten.at/apa, 13. Mai 2024, 17:08 Uhr
Recycling von Batterien soll ab 2030 rentabel sein
In den Batterien von E-Autos befinden sich Rohstoffe wie Lithium und Nickel. Bild: (cbx)

BRÜSSEL. Keine Importe aus China, sondern eine eigene, vollständige Batterieproduktion in Europa. Damit könnte die EU die CO2-Emissionen insgesamt und bei der Herstellung von Elektroautos deutlich senken und 37 Prozent CO2 einsparen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Organisation "Transport and Environment".

Hauptgrund für die möglichen CO2-Einsparungen ist der Studie der Organisation "Transport and Environment" (T&E, Verkehr und Umwelt) zufolge der "relativ hohe Anteil" an erneuerbaren Energien in Europa.  Denn für die Herstellung von Batteriezellen wird viel Energie benötigt. Nach einem vollständigen Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle könnten Europäische Batteriehersteller im Vergleich zu bisherigen Importen demnach sogar mehr als 60 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen. Die Unternehmen hätten  die technischen Möglichkeiten, Batterien in der EU zu produzieren. Rund die Hälfte der geplanten EU-Produktion drohe jedoch, wegen mangelnder Finanzierung in die USA oder China abzuwandern, warnt Sebastian Bock, T&E-Geschäftsführer in Deutschland. Die Europäische Investitionsbank (EIB) und der EU-Batteriefonds müssten besser aufgestellt werden, "um Investitionen in europäische Gigafabriken unterstützen zu können", heißt es.

Engere Zusammenarbeit mit Norwegen

Auch eine Gewinnung der benötigten Metalle in der EU würde die CO2-Emissionen senken, zu diesem Schluss kommen die Studienautoren. Im Vergleich zu bisher importiertem Nickel aus Indonesien und in China verarbeitetem Lithium aus Australien seien zudem die Transportwege kürzer. T&E fordert, die Metalle verstärkt in Europa zu fördern und zu recyceln. Ziel der EU ist es, bis 2030 mindestens zehn Prozent ihres Bedarfs an strategisch wichtigen Rohstoffen wie Nickel und Lithium aus eigener Gewinnung zu decken. Die Kapazitäten für die Verarbeitung sollen dann bei mindestens 40 Prozent liegen. Für die Batterieproduktion plant die EU eine engere Zusammenarbeit mit Norwegen, das über große Rohstoffvorkommen in der Nordsee verfügt. In deutschen Bundesland Schleswig-Holstein etwa baut der schwedische Hersteller Northvolt eine Batteriefabrik, die 2026 den Betrieb aufnehmen soll - unterstützt mit 902 Millionen Euro von Bund und Land. Northvolt will in Heide im Landkreis Dithmarschen nach eigenen Angaben die "weltweit umweltfreundlichsten Batterien" herstellen, die Produktion soll mit Windkraft aus der Region betrieben werden.

Das teuerste Bauteil

„Bei der Diskussion darf nicht vergessen werden, dass Batterierecycling in Zukunft ein mindestens ebenso großes Thema sein wird“, sagt Werner Pamminger, Business Upper Austria, für den Automobil-Cluster in Oberösterreich. Denn bei der Batterie als teuerstem und CO2-intensivstem Bauteil eines E- Autos sei Kreislaufwirtschaft ein Muss. Möglichst viele Batterien in Europa zu produzieren,  sei deshalb sinnvoll. "Es wird auch sehr viel in diese Richtung geforscht und entwickelt, mit nicht unwesentlicher Beteiligung aus Oberösterreich", so Pamminger. 

Neben Hochvolt-Lithium-Batterien sind klassische Blei-Säure-Batterien für E-Autos wichtig, wie sie Banner-Batterien mit Sitz in Linz/Leonding herstellt. Sie sorgen für ein stabiles 12-Volt-Bordnetz. „Sie werden in rund 90 Prozent aller Elektroautos eingesetzt und wir gehen davon aus, dass das so bleibt“, sagt Franz Märzinger, Leiter Vertrieb. Eine Lithium-Batterie-Produktion in Europa sei derzeit ohne Protektionismus schwierig konkurrenzfähig – wegen der Energiekosten und Löhne. Denn, so Märzinger, erneuerbare Energie in Europa bedeuten nicht unbedingt Kostenvorteile. Aktuell liegen die Energiepreise in Asien signifikant unter den Preisen in Europa. Ganz abgesehen von den deutlich niedrigeren Lohnkosten. Außerdem gebe es derzeit bei der Rohstoffversorgung enorme Abhängigkeiten, nachdem fast alle Rohstoffe in die EU importiert werden müssten.  Bei Blei-Säure-Batterien gebe es hingegen eine unschlagbare Recyclingquote von Prozent. "Wir gehen in den nächsten 10 Jahren von einem weiteren Marktwachstum für Blei-Säure-Batterien im Ausmaß von ca. 1 – 2 Prozent aus", sagt Märzinger. 

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12  Kommentare
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Kukilein (339 Kommentare)
am 14.05.2024 17:29

Wenn man sich die Stromerzeugung der Laufwasserkraftwerke in Österreich so ansieht dann sieht man oft schon tageszeitliche Unterschiede? Nennt man sowas dann Schwallbetrieb? Ist das dann Aufstauen zum Beispiel wenn viel Sonnenenergie vorhanden ist und mehr Strom erzeugen wenn man den Strom braucht? Energiewirtschaftlich wäre das ja ziemlich schlau, oder? Wie ist das ökologisch?

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Hanspeter (169 Kommentare)
am 14.05.2024 10:24

Von einem Mitarbeiter der Donaukraftwerke: Wir müssen viel Wasser ungenutzt ablaufen lassen, statt durch die Turbinen zu führen. Was nützt PV ohne Speicher! Netz ist überfordert. Wir werden von vorne bis hinten belogen. Strom ist genügend vorhanden und muß billiger werden für Industrie und Haushalt.

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LASimon (11.531 Kommentare)
am 14.05.2024 11:36

Mit dem Netzausbau ist das so eine Sache; ich sage nur "nimby".

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Kukilein (339 Kommentare)
am 14.05.2024 15:45

Ja der Strom ist zu teuer. PV Anlagen sind ohne Speicher wenig sinnvoll. Aber Netzausbau??? Wo wollen sie den Strom hinschicken wenn die Sonne scheint??? Ins Ausland exportieren? Die haben selber genug Strom und wir müssen vielleicht sogar dafür zahlen dass uns den Strom wer abnimmt. Nein die Forderung nach generellem Netzausbau ist mit Tranparenz zu untermauern: Welche Leitung ist konkret an der Kante? Wie ist die durchschnittliche Auslastung unseres Netzes in Prozent? Es braucht eine gesetzliche Verpflichtung zur transparenten Beibringung der Netzdaten in UVP Verfahren! Der Milliardenteure Netzausbau sollte bei in den Jahren 2022 und 2023 sinkendem Inlandstromverbrauch erstmal von der regierenden Politik gestoppt werden bei denn horrenden Strompreisen. Dann sind die Netzdaten transparent zu durchleuchten und wenn wirklich ein Bedarf besteht dann kann man ganz entspannt eine Leitung planen.

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spoe (13.595 Kommentare)
am 13.05.2024 17:58

Am meisten CO2 spart man ein, wenn man Energie direkt einspart. Technische Lösungen sind hilfreich, aber eben nicht alles.

Wer von Linz nach Salzburg oder Wien auf einen Kaffee fährt, verbraucht viel Energie. Egal mit welchem Verkehrsmittel.

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Rapid09 (2.618 Kommentare)
am 13.05.2024 17:35

Der Zug fuer die E-Batterien basierend auf Li oder Ni ist doch schon laengst abgefahren. Mir scheint, die EU traeumt auch vom "warmem Eis".

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LASimon (11.531 Kommentare)
am 14.05.2024 11:34

Meinen Sie "Eisenphosphat"?

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reibungslos (14.602 Kommentare)
am 13.05.2024 17:17

Und warum kommt man erst jetzt drauf, wo China bei den relevanten Teilen der nachhaltigen Energiegewinnung und -speicherung Weltmarktanteile von über 90 Prozent hat?

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LASimon (11.531 Kommentare)
am 14.05.2024 11:34

Das ist wohl eine theoretische Frage, oder? Führende Politiker bei ÖVP und FPÖ sind aber noch immer nicht draufgekommen.

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christiantf (478 Kommentare)
am 13.05.2024 17:07

Nicht unbedingt. Tesla schraubt auch Autos in Deutschland zusammen und kann am Markt mithalten bzw. sogar dominieren.
Einen Staaten-Verbund, wie es bei Airbus gewesen ist, würde ich gut finden.

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honkey (13.731 Kommentare)
am 13.05.2024 11:40

.... und die Preise für E-Autos in die Höhe schnellen lassen.

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laskpedro (3.478 Kommentare)
am 14.05.2024 07:47

das geht nicht mehr sind eh schon völlig überteuert

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