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Wirtschaft

Medizintechnik: Starthilfe für „gesunde“ Gründer

Von nachrichten.at/prel   20. Mai 2021 17:30 Uhr

V.l.: Raphael Friedl (tech2b Inkubator), Klaus Grübl (Pansatori), Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner, Nora Mack (MTC)  und Fabian Lichtenstein (blockhealth),

LINZ. Die Unterstützung für Start-ups wird zielgerichteter, der Inkubator tech2b und der MedTech-Cluster wollen noch enger zusammen arbeiten.  

Ein Bügel, der hinter das Ohr geklemmt wird und im Falle eines Tinnitus Linderung verschafft. Und ein digitaler Gesundheitsassistent, der Nutzern hilft, Befunde, Arzttermine und den Medikationsplan zu verwalten: „Pansatori“ (Gründer: Klaus Grübl) und „Blockhealth/Vivellio“ (Gründer: Fabian Lichtenstein) sind zwei Beispiele für erfolgreiche Start-ups aus dem Medizintechnikbereich aus Oberösterreich. Grübl hat den „ForgTin“ aufgrund seiner eigenen Leidensgeschichte entwickelt: „Ich habe selber 19 Jahre an einem Tinnitus gelitten‘“, sagt er. Der „ForgTin“ (für „Forget Tinnitus“, also: Vergiss den Tinnitus) ist aus Edelstahl gefertigt und wird hinter das Ohr geklemmt: Er funktioniert ohne Elektrizität, Magnetfeld oder Chemie und arbeitet nur mit Druck, wie Grübl heute, Donnerstag, bei einem Pressegespräch in Linz über Start-ups in der Medizintechnik erzählte. Momentan würde zwei klinische Studien laufen, die ersten Ergebnisse seien vielversprechend: Er selbst sei seit mehr als zwei Jahren beschwerdefrei, sagte Grübl.

Die Kommunikation zwischen Arzt und Patienten verbessern – das hat sich das Linzer Start-up Blockhealth zur Aufgabe gemacht: Das Team um Gründer Fabian Lichtenstein hat eine App namens „Vivellio“ entwickelt, mit der Nutzer persönliche Befunde und Arzttermine, Vitalparameter wie den Blutdruck, den Medikationsplan, einen digitalen Mutter-Kind-Pass oder ein Gesundheitstagebuch verwalten kann. Mehr als 10.000 Personen nutzen die App bereits, sagte Lichtenstein am Donnerstag. 

Zertifizierungsstelle für Linz

Pansatori und Blockhealth sind zwei von sechs Unternehmen, die mithilfe des oberösterreichischen MedTech-Inkubators gegründet wurden: Um noch mehr jungen Unternehmen zum Durchbruch zu verhelfen, kooperieren der Inkubator tech2b des Landes Oberösterreich (Geschäftsführer: Raphael Friedl) und der Medizintechnik-Cluster (MTC) der Standortagentur BizUp (Geschäftsführerin: Nora Mack) künftig noch enger: Bereits seit 2018 läuft ein gemeinsames Pilotprojekt, zusammen wurde etwa ein auf den besonderen Bedarf  abgestimmtes Gründungsprogramm entwickelt. Nun wird das Pilotprojekt zum fixen Angebot. Der MTC  bringe sich ab sofort bei allen Beratungen ein, sagte Nora Mack: Der MTC verfüge über ein umfassendes Netzwerk von Partnern aus Forschung, Industrie und Medizin. Die Medizintechnik-Schwerpunkte in Oberösterreich sind digitale Gesundheit und der Werkstoffbereich. Diese Bereiche sollen ausgebaut werden. 

Friedl und Mack betonten die vielen Hürden, die es bei der Zulassung von Medizintechnikprodukten brauche: Vor allem in diesem Bereich sollen die potentiellen Gründer informiert und unterstützt werden. Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner erwartet sich von der Kooperation eine Stärkung des Standorts. Zugleich betonte er die wirtschaftliche Bedeutung der Medizintechnik für Oberösterreich: Die Branche umfasse 60 Unternehmen mit 7000 Mitarbeitern, die einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro pro Jahr erzielen würden. Die Pilotphase des MedTech-Inkubators habe deutliche Erfolge gezeigt: 13 Start-ups seien in das Programm aufgenommen worden. Sieben Patente seien angemeldet und fünf Produkte auf den Markt gebracht worden. 

Österreich verfügt seit 2017 über keine „benannte Stelle“, die Zertifizierungen für Medizinprodukte vornimmt, mehr: Hier stehen die Chance gut, dass schon 2022  eine solche ihre Arbeit aufnimmt – und zwar in Linz. Laut Achleitner kooperieren hier mehrere Bundesländer unter der Führung von Oberösterreich: Die benannte Stelle soll im Linzer Winterhafen ihren Standort haben. 

 

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