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Miele baut in Deutschland 1300 Arbeitsplätze ab

Von nachrichten.at/apa, 07. Juni 2024, 21:48 Uhr
Miele
Symbolbild Bild: haas

GÜTERSLOH. Der Hausgeräte-Hersteller Miele will in Deutschland etwa jede neunte Stelle abbauen.

Von derzeit rund 11 700 Arbeitsplätzen sollen circa 1300 entfallen, teilte das Unternehmen am Freitag in Gütersloh mit und gab zugleich die Einigung auf einen neuen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft IG Metall bekannt. Der Zukunfts- und Sozialtarifvertrag läuft von Anfang August 2024 bis Ende Dezember 2028, er sieht Investitionen von 500 Millionen Euro vor.

Um Personal abzubauen, soll es unter anderem Abfindungen und Vorruhestandsregelungen geben. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2027 "grundsätzlich" ausgeschlossen. Allerdings gibt es ein Hintertürchen: Sollte der Jobabbau hinter den Erwartungen zurückbleiben, kann doch noch gekündigt werden.

Miele ist in einer schwierigen Phase. In der Coronazeit boomte das Geschäft. Die Menschen verbrachten viel Zeit daheim und bekamen Lust, die eigenen vier Wände auf Vordermann zu bringen - etwa mit einer neuen Küche. Nach dem Ende der Pandemie schwächelte die Nachfrage, 2023 sank der Umsatz auf knapp fünf Milliarden Euro (2022: 5,4 Milliarden Euro). Weltweit sind rund 22 700 Menschen für das Unternehmen tätig.

Das Management wertete die Entwicklung nicht als zwischenzeitliche Delle, sondern als "nachhaltige Veränderung der für uns relevanten Rahmenbedingungen", auf die man reagieren müsse. Die Stellenabbau-Pläne hatte sie bereits im Februar veröffentlicht und danach Gespräche mit Arbeitnehmervertretern aufgenommen. Damals war von 2000 Arbeitsplätzen weltweit die Rede, neu ist nun die Zahl für Deutschland, also die 1300.

Der Großteil des Jobabbaus wird Gütersloh treffen, wo die Firma ihre Zentrale und einen Produktionsstandort hat. Bis zu 700 Stellen werden aus der dortigen Waschmaschinenfertigung in ein polnisches Werk verlagert - sie werden also in Deutschland ab- und in Polen aufgebaut. Die weiteren 600 Stellen sollen querbeet an allen deutschen Standorten abgebaut werden, sowohl im Vertrieb als auch in Produktion und Verwaltung.

Die IG Metall wertete das Verhandlungsergebnis nach den langwierigen Tarifverhandlungen als "Licht und Schatten". Es sei nicht gelungen, Miele von ihren grundsätzlichen Abbau- und Verlagerungsplänen abzubringen, erklärte der Verhandlungsführer der IG Metall, Patrick Loos. Der Arbeitsplatzabbau sei für die Betroffenen "sehr bitter". "Aber mit den großzügigen Abfindungen, die mit einer sozialen Komponente insbesondere den unteren Entgeltgruppen zugutekommen, haben wir richtig was rausgeholt." Betriebsrätin Birgit Bäumker wertete die Investition von 500 Millionen Euro als gutes Signal für die Miele-Standorte in Deutschland.

Die für Personal zuständige Miele-Geschäftsführerin Rebecca Steinhage gab sich zuversichtlich: "Wir schaffen sehr gute Voraussetzungen für das gemeinsame Ziel, die notwendigen Veränderungen ohne betriebsbedingte Beendigungskündigungen in die Tat umsetzen zu können." Die getroffenen Regelungen seien ein "gutes Beispiel für gelebte Sozialpartnerschaft in einer für alle Beteiligten herausfordernden Zeit". Der Tarifvertrag ist noch nicht in trockenen Tüchern - die IG-Metall-Mitglieder sollen in der kommenden Woche darüber entscheiden, ob das Verhandlungsergebnis angenommen wird.

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21  Kommentare
21  Kommentare
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2020Hallo (4.453 Kommentare)
am 08.06.2024 21:42

Ach so - ab ins Ausland - nun vorbei mit der Qualität?

Also ich merke es mir beim nächsten Weißgerätekauf, es gibt auch andere…..🤔

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spoe (14.142 Kommentare)
am 09.06.2024 07:43

Richtig gemacht hat der Standort der Produktion kaum einen Einfluss auf die Produktqualität.

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dachbodenhexe (5.735 Kommentare)
am 08.06.2024 21:38

Deutschland soll in den Abgrund gefahren werden, das dürfte wohl dem Einzelnen mittlerweilen seit den letzten Jahren bewußt geworden sein.

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danadella (775 Kommentare)
am 08.06.2024 18:29

Während der Zeit der Pandemie haben viele Leute ihr Geld, dass sie ja nicht für Urlaub und Fortgehen ausgeben konnten, in neue Möbel, Küchen, Elektrogeräte gesteckt. Dieser Markt boomte. Pandemie ist vorbei, es wird mehr gereist und geflogen als vorher. Die Küchen etc. sind noch neu. Also bricht die Nachfrage danach ein. Ganz einfach.

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analysis (3.710 Kommentare)
am 08.06.2024 13:36

Die EU-Förderpolitik, welche Investitionen in den "Erweiterungsländern" kräftig unterstützt und das Sozial-Dumping sind die Ursache für diese Arbeitsplatzvernichtung.
Auch das Credo unbegrenzt und subventionierter Gütertransport auf der Straße begünstigt diese Entwicklung.
Die Industrie agiert nach dem Prinzip der Profit-Maximierung und ignoriert auch, dass mit der Arbeitsplatzvernichtung der auch die Kaufkraft in ihren Hochpreismärkten sinkt.
Weitere Negativ-Beispiele sind Vaillant und Viessmann, welche für die (deutsche) "Energiewende Wärmepumpen-Megafabriken in der Slowakei bzw. Polen errichtet hat, welche in D erzeugte Produkte ersetzen. Vaillant hat bereits einen erhebliche Kündigung angekündigt.
Das durch den Einfluss von ca 30.000 Industrie-Lobbisten in der EU unterstützt und (fast) alle sehen zu.
Wen wunder es, dass sich ein großer Teil der Bevölkerung verunsichert ist.
Das nutzen dann wieder die (auch von der Industrie bestimmten) Rechts-Populisten.

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analysis (3.710 Kommentare)
am 08.06.2024 13:38

Nur zur Erinnerung (Quelle: Juni2013 Post hier am 02.06.24), die Auflistung des EU-Abstimmungsverhalten der FPÖ in Brüssel:
1) FPÖ ist gegen angemessene Mindestlöhne in der EU. (09/2022 )
2) Gleicher Lohn für Frauen und Männer: (abgelehnt 04/2022 )
3) FPÖ gegen höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege ( 06/2022 )
4) FPÖ: Großunternehmen sollen nicht über ihre Nachhaltigkeitsziele berichten müssen (11/2022 )
5) FPÖ ist gegen Schutz vor Armut und Arbeitslosigkeit (05/2023 )
6) Faire und bezahlte Praktika in der EU – nicht mit der FPÖ (06/2023 )
7) FPÖ stimmt gegen bessere Arbeitsbedingungen für Essenslieferant:innen (02/2023 )
8) Keine Zustimmung der FPÖ für 20 % Mindest-Konzernsteuer

Wessen Interessen vertritt die FPÖ, Herr Vilimski ?

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Augustin65 (1.159 Kommentare)
am 08.06.2024 15:36

Sie werden hoffentlich gebührend entlohnt für ihre Bemühungen....

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analysis (3.710 Kommentare)
am 08.06.2024 15:40

Nein, aber haben Sie auch Argumente?

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spoe (14.142 Kommentare)
am 11.06.2024 15:53

War es nicht gerade Ihre Partei, welche jahrelang massive EU-Förderungen befürwortete, damit mitteleuropäische Unternehmen in den Osten oder Süden übersiedeln?

Dass damit auch die Arbeitsplätze abwandern, was von Anfang an klar.

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Hanspeter (229 Kommentare)
am 08.06.2024 10:31

Das ist die Folge von staatlichen Regelungen/ Förderungen. Der Wirtschaft freien Lauf lassen, dann regelt sich der Markt von selbst. Freie Marktwirtschaft!! Kein kommunistisches System.

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analysis (3.710 Kommentare)
am 08.06.2024 13:43

Hansp..,
wir haben in der EU den "freien" Turbokapitalismus, siehe oben!
Erkenn Sie das wirklich nicht, oder posten Sie als Teil der Profiteure?

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spoe (14.142 Kommentare)
am 11.06.2024 15:54

Achso, und warum werden dann bei diesem "freien" Turbokapitalismus hohe Über-/Ansiedelungsprämien bezahlt, wenn Unternehmen ihre Standorte in den Osten oder Süden der EU verlegen?

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NeujahrsUNgluecksschweinchen (27.111 Kommentare)
am 08.06.2024 10:26

Ob sich Miele was gutes getan hat, "Berater" reinzuholen, die an Kapitaleffizienz, Kurzlebigkeit statt Qualität und Personalkosten schrauben?

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spoe (14.142 Kommentare)
am 09.06.2024 07:44

Wieso behauptest du so einen Blödsinn?

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Coolrunnings (2.144 Kommentare)
am 08.06.2024 08:25

Unglaublich,in welch kurzer Zeit eine Deppen-Regierung ein Land sehenden Auges an die Wand fahren kann.....und wenn die GrünInnen ab Herbst weiterhin in einer Regierung sein sollten, dann wird das geiche in Österreich passieren.

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HukoP (650 Kommentare)
am 08.06.2024 08:34

nicht die Regierung sondern die Bewohner kaufen lieber billigen kramsch im Internet!
oder was erwarten Sie, dass die Bewohner verpflichteten werden ein bestimmtes Produkt zu kaufen?

Alle kaufen billigen Kramsch im Ausland ubd wundern sich, wenn anschließend die Arbeitsplätzen verloren gehen

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ischlfan (685 Kommentare)
am 08.06.2024 09:01

das ist völlig Blödsinn, was sie hier posten: der Markt richtet sich nach den Käufern, und die dürften wohl bei TEMU einkaufen.
Denken sie nach, bevor sie schreiben.....

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Augustin65 (1.159 Kommentare)
am 08.06.2024 09:24

.....absolut richtig, man braucht sich nur die Arbeitslosenzahlen anschauen.

Jetzt wieder Fronius, und und und....

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Philantrop (352 Kommentare)
am 08.06.2024 06:25

Deindustrialisierung infolge der Energieverteuerung:

Von Amis aufgezwungene Russlandsanktionen und Bidens Sprengung v. Northstream, damit sie ihr sündteures Frackinggas anbringen???

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HukoP (650 Kommentare)
am 08.06.2024 08:38

Die Russen kaufen keine Miele Geräte.
Wenn die Bürger lieber online in China nicht nachvollziehbare Produkte kaufen, gehen unsere Arbeitsplätze verloren.

Nicht die Regierung kauft, sondern der Bürger.

Jeder Jammern über zu geringe Löhne, kauft jedoch online, da die Preise plötzlich zu hoch sind.

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spoe (14.142 Kommentare)
am 11.06.2024 15:55

"Die Russen kaufen keine Miele Geräte"

Jetzt kaum mehr, aber vor dem Einmarsch in die Ukraine war das anders.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/miele-stoppt-geschaeft-in-russland-17882584.html

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