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IV-Chef Knill: "Wollen die Inflation nicht doppelt bezahlen"

Von nachrichten.at/apa, 30. September 2023, 13:52 Uhr
Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung. Bild: EVA MANHART (APA)

WIEN. Vergangenen Montag haben die Gewerkschaften ihre Forderung nach einer Lohnerhöhung in der Metallindustrie von 11,6 Prozent vorgelegt. Diesen Montag geht es in die erste Verhandlungsrunde. Zwei weitere Termine wurden bereits fixiert, eine Einigung schon übermorgen gilt als äußerst unwahrscheinlich.

Die Wirtschaftsforscher von WIFO und IHS haben die Forderung als moderat bezeichnet. Doch die Industrie will die Inflation "nicht doppelt bezahlen", so IV-Präsident Georg Knill.

Dabei würden die Arbeitnehmervertreter mit ihrer Forderung auf die schwächelnde Industrie Rücksicht nehmen, so WIFO und IHS. Rund 200.000 Beschäftigte hat die Metallindustrie, dazu kommen noch etwa gleich viele im Metallgewerbe, das auch kurz vor Verhandlungsbeginn steht. Auch hier haben die Arbeitgebervertreter schon angekündigt dass ihnen selbst die Abgeltung der Inflation der vergangenen zwölf Monate - die sogenannte rollierende Inflation - von 9,6 Prozent noch zu hoch ist.

Einen Abschluss darunter haben die Arbeitnehmervertreter von PRO-GE und GPA jedoch immer ausgeschlossen. Neben dem Geld geht es auch um das Rahmenrecht, also etwa ein früheres Erreichen der sechsten Urlaubswoche oder die individuelle Möglichkeit einer Freizeitoption (keine Lohnerhöhung, dafür mehr Freizeit).

"Inflation ist nicht durch uns verschuldet worden"

Wie hoch der Abschluss aus Sicht von IV-Chef Knill Sicht ausfallen kann, wollte er am Samstag im Ö1-"Mittagsjournal" nicht einschätzen. Die Industriellenvereinigung ist kein Verhandlungspartner bei den KV-Verhandlungen, die von den Sozialpartnern - Wirtschaftskammer und Gewerkschaft - getragen werden. "Die Verhandlungen stehen unter besonders herausfordernden Zeichen", sagte auch IV-Chef Knill am Samstag. Sein Bruder Christian Knill ist einer der Verhandler für die Wirtschaftskammer und deren Sprecher.

"Es kann nicht sein, dass die Industriearbeitgeber alleine diese Last der hohen Inflation schultern", sagte Georg Knill im Radio. "Die Inflation ist ja nicht durch uns verschuldet worden. Man muss auch berücksichtigen, das zeigen auch Berechnungen der Oesterreichischen Nationalbank, dass durch die diversen Antiteuerungsmaßnahmen der Bundesregierung durchaus 80 bis 90 Prozent der Reallohnverluste kompensiert worden sind. Das heißt ich bin nicht gewillt und bereit, dass wir die Inflation doppelt bezahlen."

Weitere Gewerkschaftsforderungen betreffen unter anderem die rund 8.000 Lehrlinge in der Metallindustrie. Nach Abschluss ihrer Lehre sollen sie künftig bei der Einstufung dem Gehaltsschema von Absolventinnen und Absolventen höherer berufsbildender Schulen gleichgestellt werden. Zurzeit betrage der Einkommensunterschied in der Grundstufe 390 Euro brutto.

Reallohnverlust durch Inflation

Dass hohe Abschlüsse zu einer Lohn-Preis-Spirale führen, wie es auch Georg Knill am Samstag neuerlich mutmaßte, sehen die Ökonomen vom Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) und vom Institut für höhere Studien (IHS) nicht. Nicht zuletzt deswegen weil 80 Prozent der Produktion in den Export gehen würde. Und es wichtig sei, mit entsprechenden Lohnabschlüssen auch die Kaufkraft zu stärken. Nichtsdestotrotz schwebe über der Industrie das Gespenst der Rezession.

Durch die hohe Inflation in den vergangenen Monaten habe es einen Reallohnverlust gegeben, werde aber nun auf dem Niveau der rollierenden Inflation von 9,6 Prozent - bei gleichzeitig aktuell sinkender Teuerung - abgeschlossen, könnte es im kommenden Jahr wieder einen merkbaren Einkommensanstieg geben. Eine Messlatte für die Einigung bei den Metallern ist auch die kürzlich von der Bundesregierung beschlossene Pensionserhöhung von 9,7 Prozent. Laut Industrievertretern betragen die Lohnkosten in der Metalltechnischen Industrie rund zehn Milliarden Euro pro Jahr, entsprechend hoch wären die Mehrkosten selbst bei nur einem Prozent mehr Entgelt.

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18  Kommentare
18  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
markusde (1.920 Kommentare)
am 01.10.2023 09:20

Es ist absolut unglaublich, wie sich Österreich im Moment selbst zerstört. Geld verteilen und gleichzeitig die Lohnkosten massiv erhöhen wird in eine jahrzehntelange Turboinflation und Wirtschaftskrise führen. Und dann will niemand schuld sein.

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sagenhaft (2.160 Kommentare)
am 01.10.2023 10:57

ja nur wer solls zahlen? Der Vorschlag von Knill dass es die Leute zahlen ist ja pervers weil gehen Sie heute einmal Lebensmittel einkaufen. Selbst die einfache Leberkaessemmel kostet 20 bis 40% mehr als im Fruehjahr voriges Jahr. Knill meint also dass die Leute doppelt zahlen sollen. Einmal mit wenig Lohnerhoehung und dann beim einkaufen. Dabei schiessen die Unternehmensgewinne nach oben.....

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Laubfrosch11 (2.750 Kommentare)
am 01.10.2023 06:39

Gutscheine für Hamburger an Stelle einer Inflationsabgeltung?

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Uther (2.438 Kommentare)
am 01.10.2023 06:08

Wenn es um Hilfen des Steuerzahler geht bei Energie oder Kurzarbeit ist der Haberer auch so Arrogant und nimmt er und seine Unternehmer das nicht in Anspruch?
Alles was aus der Schwarz Türkisen Klientel kommt ist für die Arbeitnehmer eine massive Verschlechterung!

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gmn (4 Kommentare)
am 30.09.2023 21:36

Normalisierung der Handelsbeziehungen mit Ukraine, keine Beteiligung an finanziellen Waffenlieferungen, Einwanderer mit Sachbezug und wir sind wieder Wettbewerbsfähig. Kaufkraft da, Qualität wird vom Ausland geschätzt,… jeder kann wieder leben…

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gmn (4 Kommentare)
am 30.09.2023 21:39

Meinte natürlich die Normalisierung der Handelsbeziehungen zu Russland

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NeujahrsUNgluecksschweinchen (26.957 Kommentare)
am 30.09.2023 22:03

Österreich ist militärisch neutral. Es werden (auch über die EU) keine Gelder für die Bewaffnung der Ukraine aufgewandt. Die Budgetbeiträge werden für humanitäre Hilfe verwendet.

Wenn der Irre vom Kreml seinen "Spezialoperation" einstellt und Reparationen leistet, dann erst kann wieder über Handelsbeziehungen nachgedacht werden.

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Uther (2.438 Kommentare)
am 30.09.2023 20:11

Pensionsalter raufsetzen!
Gesundheitssystem Privatisierung?
Arbeiterkammer eliminieren?
Krankenstand mit Urlaubstage ausgleichen?
13 und 14 Monatsgehalt streichen?
Wassergenossenschaft Privatisierung?

Knill und Konsorten die Leistungsträger der Schwarz Türkisen Familie 👍

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hehe77 (130 Kommentare)
am 30.09.2023 18:29

dass die Arbeitnehmer heuer um die 10% Lohnsteigerungen fordern, ist nachvollziehbar, wenn auch sehr riskant. Schon jetzt wandern viele Industriebetriebe ab - diese Woche hat die Vöest ein Werk in der Stmk das Ende angekündigt. Letztlich müssen es die AN selbst entscheiden, ob sie lieber am AMS stempeln gehen wollen, oder einen gesunde Industriearbeitsplatz.
Wobei natürlich auch die Industrie durch die Weitergabe der Preise einiges schultern kann. Aber am Ende zahlt der Kunde, der sich dann möglicherweise mit einem alternativen Produkt aus China oder Indien auch anfreundenn kann. Die europäische Automobilindustrie spürt die Konkurrenz längst, und Firmen wie BYD produzieren halt 30% günstiger als hier in Europa.
Zudem konnte auch die Regierung durch die Abschaffung der kalten Progression und einiger weiterer Hilfen manches abschwächen. Aber 8-9,5% sind durchaus realistisch, die als Erhöhung drinnen sein sollten.

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Schlaubi01 (1.552 Kommentare)
am 30.09.2023 17:09

Aso und die Mieten fallen nextes jahr um 20 % oder wie ???

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Biene1 (9.594 Kommentare)
am 30.09.2023 17:09

... die dreisten Sager des IV-Chefs sind untragbar!

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gehe26 (57 Kommentare)
am 30.09.2023 16:57

hier glauben wohl die meisten Kommentatoren der Strom kommt aus der Steckdose; machen wir ruhig weiter so….

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Orlando2312 (22.412 Kommentare)
am 02.10.2023 07:22

Was hat Ihr Statement mit dem Artikel zu tun?

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betterthantherest (34.760 Kommentare)
am 30.09.2023 16:27

Der Herr Chefindustrielle ist wohl nicht ganz im Bilde.

Während die Industrie alle Teuerungen zusammen mit einem großzügigen Aufschlag zur Gewinnoptimierung weiter gegeben haben, mussten die Bürger im Land ein Jahr lang alle Teuerungen bezahlen ohne mehr Lohn und Gehalt kassiert zu haben.

Die IV hat keinerlei Beitrag zur Entlastung der Menschen geleistet - und nun wollen die Industriellen den AN auch noch die längst überfällge Teuerungsabgeltung verweigern?

Alles unter 13,5 % Lohnerhöhung ist ein ReallohnVERLUST!

Die Gier der AG ist offenbar grenzenlos.

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2good4U (18.149 Kommentare)
am 30.09.2023 16:39

Wollte ungefähr das selbe schreiben.
Als ob die Unternehmen die Inflation selbst bezahlen würden.

Es bezahlt IMMER der Endkunde.

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bboeck (5 Kommentare)
am 30.09.2023 16:24

Die Antiteuerungsmaßnahmen der Regierung waren Einmalzahlungen und wirken sich nicht auf die Gehälter der nächsten Jahre aus. Darum ist es erst jetzt um so wichtiger dass die Gehaltserhöhungen hoch genug ausfallen um einen schleichenden Reallohnverlust in den nächsten Jahren zu unterbinden.

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Orlando2312 (22.412 Kommentare)
am 30.09.2023 15:46

Nach E-Wirschaft, nach Banken und den Handelskonzernen ist jetzt auch die Industrie nicht schuldig an der Inflation. Alles nur Opfer einer von den Göttern gewollten Misere.

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Schlaubi01 (1.552 Kommentare)
am 30.09.2023 14:41

Der war wohl mit NEHAMMER a Wein trinken und zuviel dawischt

Wer hat was gezahlt ????

Das bischen Ausgleich haben sich die Steuerzahler selbst gezahlt !!!!

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