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Fussl: "Vom gesunden Unternehmen zum Bittsteller bei der Regierung"

Von nachrichten.at/prel, 31. März 2020, 11:49 Uhr
Die Geschäftsführer des Traditions-Unternehmens Fussl: Karl Mayr (r.), seine Frau Maria und sein Bruder Ernst  Bild: Weihbold

ORT/INNKREIS. Den Innviertler Modehändler Fussl trifft die Coronakrise zu einem prekären Zeitpunkt: Die Lager und Geschäfte sind voll, die aktuelle Frühjahrs- und Sommerkollektion zu 100 Prozent bezahlt. Onlineshop gibt es keinen. Über die Zukunft macht das Unternehmen sich aber keine Sorgen.

"Wenn ich mit meiner Frau durch die Geschäfte gehe und überall die Ware hängen sehe, dann tut mir das Herz weh", sagt Karl Mayr, Geschäftsführer der Modekette Fussl mit Stammsitz in Ort/Innkreis. Bis Mitte März sei das Geschäft sehr gut gelaufen, in den Filialen habe man "super Umsätze" verzeichnet. Nun liegt der Ausfall bei 100 Prozent - und das noch dazu in den Monaten März und April, der umsatzstärksten Zeit im ersten Halbjahr. 

Fussl betreibt in Österreich und Bayern 180 Filialen, 1200 Mitarbeiter waren zuletzt beschäftigt. Der Umsatz lag im Vorjahr bei 170 Millionen Euro. Rund 95 Prozent der Mitarbeiter wurden zur Kurzarbeit angemeldet, nachdem die Geschäfte am 16. März für unbestimmte Zeit schließen musste. Gleichzeitig seien die Lager voll, sagt Mayr: "Wir haben die aktuelle Frühlings- und Sommerkollektion im vergangenen August in Auftrag gegeben. Diese ist zu 80 Prozent geliefert und zu 100 Prozent bezahlt." Einnahmen hat Fussl derzeit überhaupt keine: Über die Etablierung eines eigenen Online-Shops ist zwar immer wieder nachgedacht worden. Letztlich hat sich das Unternehmen aber dagegen entschieden: Stattdessen wurde die Expansion in Bayern forciert. Mayr bereut dies nicht: "Erstens verdient keiner der stationären Händler mit dem Online-Vertrieb." Zweitens funktioniere in Krisenzeiten auch die Abwicklung des Online-Geschäfts nicht reibungslos, weil es schwierig sei, in den Lagern die notwendigen Abstände zu gewährleisten. "Drittens ist Mode im Moment einfach nicht gefragt: Die Leute sind daheim, das Bedürfnis danach ist im Moment einfach nicht da." Das zeige auch das Beispiel des Onlineriesen Zalando, dem die Pandemie enorm zusetzt. Im ersten Quartal werde ein bereinigter Betriebsverlust von rund 28 Millionen Euro anfallen, wie das börsenotierte deutsche Unternehmen am Montag Abend bekannt gab. Die Jahresprognose wurde gekippt. 

Kommt es zu Rabattschlachten?

Wann die Geschäfte in Österreich wieder ihren Betrieb aufnehmen dürfen, ist derzeit noch völlig offen: Mayr rechnet mit "Ende April, Anfang Mai". Dann hänge auch viel von der Witterung und vom Verhalten der Konkurrenz ab, wie viel von den Frühlings- und Sommersachen noch regulär verkauft werden könnten: "Bananen sind nach drei Tagen alt, Mode nach drei Monaten." Bei 30 Grad brauche niemand eine Frühlingsjacke. "Ich hoffe auch auf eine gewisse Solidarität unter den Händlern, damit die Rabattschlachten nicht schon im Juni beginnen." Hier werde es aber wohl zu "unschönen" Szenen kommen, weil alle Händler ihre Lager leeren müssten: Im August kämen die Herbst- und Winterkollektionen in die Geschäfte. Was nicht in den Filialen verkauft werden könne, werde erst an die Outlets abgegeben. Die Ware, die dann noch übrig sei, komme karitativen Zwecken zugute. 

Um den Betrieben zu helfen, brauche es so schnell wie möglich Regeln und Kriterien, damit die Banken die Hilfskredite für die Unternehmen freigeben könnten. Von deren Ausgestaltung werde auch abhängen, wie viele der Unternehmen die Krise überstehen. Mayr rechnet hier auch mit einer Bereinigung des Marktes. Mittelfristig brauche es ein einfaches und transparentes System, wie der Schaden, der bei den Händlern durch die vorordnete Schließung entsteht, vergütet werden soll: Ein Ersatz von 60 bis 70 Prozent des Wareneinsatzes sei hier wahrscheinlich. Über die Zukunft von Fussl macht Mayr sich keine Sorgen: Sobald wieder geöffnet werden dürfe, würden die Geschäfte gut laufen. Die Kunden seien glücklich darüber, wieder hinausgehen zu dürfen. Aktuell werde außerdem nicht viel Geld ausgegeben. Das Fazit ist dennoch bitter: "Aber binnen einer Woche sind wir vom gesunden, kraftstrotzenden Unternehmen zum Bittsteller bei der Regierung geworden."

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32  Kommentare
32  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
ichauchnoch (9.802 Kommentare)
am 01.04.2020 11:45

Wieder ein Beispiel, wo man deutlich erkennt, wie dämlich es war von der amtierenden Regierung, das Seuchengesetz von 1950 ausser Kraft zu setzen. Wenn das nicht geschehen wäre, wäre keiner ein Bittsteller und vor allen Dingen, es wären alle gleich. Keine gute Huschpfusch-Aktion der Regierung wie sich jeden Tag unendlich viele Male beweist.

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( Kommentare)
am 31.03.2020 19:38

TEJA,
was du hier schreibst, ist völlig falsch.
"Auch ein AG kann wie ein AN Arbeitslose beantragen wenn er kein unternehmen mehr hat."
Der Arbeitgeber zahlt nicht in die Arbeislosenversicherung ein. Der Arbeitgeber zahlt für seine Arbeitnehmer 50% Arbeitslosenversicherung ein. Davon bekommt aber der Arbeitgeber keine Arbeitslose. Die bekommt nur der Arbeitnehmer.

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mitreden (28.669 Kommentare)
am 01.04.2020 11:11

Fortu, wieder völlig falsch. Auch ein Selbständiger kann in die Arbeitslosenversicherung ei zahlen. Und bekommt dann auch Arbeitslose. Nur machens die wenigsten.

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amha (11.451 Kommentare)
am 01.04.2020 12:12

Was antwortest dem Greis überhaupt? Die Möglichkeit der Arbeitslosen-Selbstversicherung für Unternehmer gibts ja erst gefühlte 10-15 Jahre; der Gscheitwaschl ist vermutlich derart uralt, dass er da schon längst in der Pensi war.

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Maphi (129 Kommentare)
am 31.03.2020 18:39

Wir sollten zusammen stehen u. uns nicht gegenseitig aufhussen. Egal ob Privat, Unternehmer(groß, mittel oder klein). Sam a froh das es bei uns ein Auffangbecken gibt, Unterstützung usw.......! Wo anders gibt es gar nichts. Der ganze Neid reißt nur einen großen Graben auf u. den brauchen wir überhaupt nicht.

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ichauchnoch (9.802 Kommentare)
am 01.04.2020 11:46

Und wo ist dieses Auffangbecken? Bzw. wie groß ist es, wieviele haben darin Platz?

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teja (5.913 Kommentare)
am 31.03.2020 18:37

Auch ein AG kann wie ein AN Arbeitslose beantragen wenn er kein unternehmen mehr hat.

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amha (11.451 Kommentare)
am 31.03.2020 19:32

Im Namen aller Selbständigen bedanke ich mich für diese aufmunternde Mitteilung!

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( Kommentare)
am 31.03.2020 19:48

Mein lieber AMHA,
Was schreibst du da in deiner persönlichen Selbstüberschätzung?
"Im Namen aller Selbständigen bedanke ich mich für diese aufmunternde Mitteilung!"

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amha (11.451 Kommentare)
am 31.03.2020 19:58

Sei leise alter Mann! Du interessierst nicht!

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mitreden (28.669 Kommentare)
am 31.03.2020 18:26

Da ist Fussl nicht der einzige, sondern nur ein Beispiel von vielen.
Aber klar, die Fetzentandler triffts alle arg.

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rudolfa.j. (3.639 Kommentare)
am 31.03.2020 17:39

Lösung :sich von Einen grossen Multi übernehmen lassen dann sind die sorgen, die ohnehin einmal kommen los

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Bergretter (2.326 Kommentare)
am 31.03.2020 16:12

Das ist schon schlimm mit den Folgen dieser Pandämie. Die Firma Fussl macht derzeit kein Geschäft und wenn man bedenkt, wieviel Menschen ohne ihre Schuld jetzt arbeitslos geworden sind. schrecklich, nicht wahr.

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MitDenk (29.558 Kommentare)
am 31.03.2020 16:01

Da gab es doch heute schon einen Artikel über die Firma Fussl.
Wohin ist den der verschwunden?

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hybrid (58 Kommentare)
am 31.03.2020 18:59

Da hat jemand in die Hose gemacht oder es wurde Ihm in die Hose gemacht. Darum ist der Artikel verschwunden. Vorauseilender Gehorsam der O. Ö. Nachrichten.

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adaschauher (12.083 Kommentare)
am 31.03.2020 15:35

Werden die Klamotten halt wie immer zum V er brennen nach Afrika geschickt und ein Teil nächstes Jahr verkauft Das in Vietnam und Bangladesch alles steht, die Leute dort nix haben is ja wurscht, Hauptsache bei uns hilft der Hl Basti

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vonWolkenstein (5.562 Kommentare)
am 31.03.2020 18:49

Was wollten Sie uns mit ihrem interessanten Beitrag ausrichten? Soll Österreich auch im fernen Osten Betriebe auffangen?

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Istehwurst (13.376 Kommentare)
am 31.03.2020 14:28

Kein Online Shop ?? Verschlafen ??

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amha (11.451 Kommentare)
am 31.03.2020 14:49

Artikel nicht gelesen, oder einfach nicht verstanden? Karl Mayr hat´s ja erklärt: im Onlineshop ist kein Geld zu verdienen! Der Modehandel wird aktuell weltweit von Onlinehändlern ruiniert, bei welchen Geldverdienen nicht im aktuellen Fokus steht. Die sammeln Millionen ein welche verheizt werden können, bloß um eine Marktposition für irgendwann aufzubauen. Ein Familienbetrieb MUSS aber Geld verdienen; und tut deshalb gut daran, sich nicht mit Zalando & Co. zu messen.

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ewk53 (1.402 Kommentare)
am 31.03.2020 15:39

Ist für istehwurst gedacht

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Istehwurst (13.376 Kommentare)
am 31.03.2020 15:51

JETZT wäre Fussl froh wenn er einen defizitären????? ONLINE Shop hätte. So würde er wenigsten die Klamotten unter die Leute bringen ....

Und nix verdienen am Fetzenmarkt??? Wer so eine Lüge glaubt .......
Ein T Shirt kostet in Bangladesch 1€ bei uns 85€

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amha (11.451 Kommentare)
am 31.03.2020 15:58

Auf diesem "Niveau" diskutier ich aber nicht, bin weder Lehrer noch Entwicklungshelfer.

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netmitmir (12.413 Kommentare)
am 31.03.2020 18:14

.... aber besonders gescheit sind´s auch nicht! Was machen wir jetzt mit Ihnen ! Sie werden WKO Funktionär dafür reicht es wahrscheinlich.

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ewk53 (1.402 Kommentare)
am 31.03.2020 16:15

@istehwurst es gibt auch Autos die 10 000 euro Kosten und welche die 200 000
Kosten das ist auch bei Klamotten so
Lieber ein bisschen mehr nachdenken und nicht gleich alle Unternehmer die keinen Onlineshop haben als looser hinstellen

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ewk53 (1.402 Kommentare)
am 31.03.2020 15:38

Wer lesen kann hat klare Vorteile bitte nochmals den Artikel genau lesen und dann melden

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0x00 (2.063 Kommentare)
am 31.03.2020 17:29

nein. Aber nur grob eine Vorstellung vom IT-System von Fussl hat, der versteht, warum die Implementierung eines Onlineshops ähnlich schwierig wäre wie die Bekämpfung der Corona-Pandämie

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loewenfan (5.471 Kommentare)
am 31.03.2020 12:47

muss leicht einer über 100 Filialen haben damit die anderen keinen Platz zum Schnaufen haben, dasselbe gilt zB für Hartlauer, Lutz und alle anderen Giersäcke in der Größenordnung,
jedes Jahr Rekordumsätze und dann als erste anfangen zu Jammern, wie wärs mit jährlicher Aufstockung des Eigenkapitals um für so was besser gerüstet zu sein,
als Privater musst auch selber schauen das Du nicht wg eventuellem Jobverlust od wie jetzt Kurzarbeit gleich in die Knie gehst

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ewk53 (1.402 Kommentare)
am 31.03.2020 14:09

Nur der Unterschied ist dass der Lutz fast keine Steuern auf Malta zählt und trotzdem Unterstützung von Österreich will und die anderen brav in Österreich die Steuern zahlen
Kennst di aus

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max1 (11.582 Kommentare)
am 31.03.2020 15:21

Den LUTZ gibt es ja gar nicht oder doch?
Es ist ein Familienbetrieb die machen doch sowas nicht. Unser ehemaliger Finazminister war ja auch dort als Chef da lief alles ganz sauber ab, die WC-Anlagen waren immer sauber die Geschäfte ebenfalls, die Geschäftslokale.

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welserin1964 (87 Kommentare)
am 31.03.2020 14:46

Sie hätten sich doch auch selbständig machen können?? Dann bräuchten Sie sich jetzt nicht in dieser Form sich äussern.....

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teja (5.913 Kommentare)
am 31.03.2020 12:20

basti macht das schon.

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gscheidle (4.104 Kommentare)
am 31.03.2020 12:11

Bedauerlich aber zigtausenden Unternehmen ergeht es nicht anders.

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