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"Die Reisewarnungen wirken wie ein Lockdown"

30. September 2020, 00:04 Uhr

LINZ. Weltwirtschaft: Wissenschafter sehen noch einige Hindernisse für eine deutliche Erholung.

"Es könnte deutlich schlechter sein, gut ist es aber noch lange nicht." So fasst der Linzer Finanzwissenschafter Teodoro Cocca die aktuelle Lage der Weltwirtschaft zusammen und meint damit auch die Lage in Österreich.

Bei einer Online-Veranstaltung der Industriellenvereinigung (IV) Oberösterreich sagt Cocca, dass die aktuelle Belegung der Spitals- und Intensivbetten in Österreich nicht auf eine Notlage hinweise. "Aber die zahlreichen Reisewarnungen der Länder untereinander und die Restriktionen wirken wie ein zweiter Lockdown."

Die Weltwirtschaft habe in den vergangenen Wochen einen Teil des dramatischen Rückgangs wieder aufgeholt und damit das nachvollzogen, was die Aktienmärkte mit deutlichen Kursanstiegen schon früh vorweggenommen hatten. Allerdings sei in den Sommermonaten keine weitere Steigerung zu erkennen gewesen. Und jetzt würden die Märkte etwas schwächeln.

Gebremster Konsum

Auch die Konsumentenstimmung würde nicht auf eine rasche Erholung hindeuten. Was kein Wunder sei. Schließlich sei die Arbeitslosigkeit hoch, viele Menschen befänden sich noch in Kurzarbeit. "Und wenn die Angst vor einem Jobverlust überwiegt, steigt auch der Konsum nicht", sagt Cocca.

Positiv sieht der Finanzwissenschafter, dass sich die Wirtschaft als widerstandsfähig erwiesen hat. Dies nicht zuletzt, weil die Notenbanken die Politik unterstützen und die Märkte den Notenbanken vertrauen, die die Zinsen nach wie vor niedrig halten. "Nicht einmal Italien macht den Märkten Sorgen. Das Land kann sich mit 0,8 Prozent Zinsen auf zehn Jahre finanzieren", sagt Cocca.

Wann zahlen wir die Schulden?

Allerdings müssten die Staaten ihre Schulden auch irgendwann zurückzahlen. "Und diese Herausforderung kommt schon in den nächsten beiden Jahren auf uns zu", sagt der Ökonom Friedrich Schneider. Er halte nichts davon, in den nächsten Jahren die Steuern zu erhöhen. Wenn man viel Geld braucht, müsse man die Mehrwertsteuer erhöhen. Das würde den Konsum massiv bremsen. Langfristig führe nichts daran vorbei, auf die Ausgaben zu schauen, sagt Schneider und nennt das Pensionssystem bzw. ein höheres Pensionsalter als mögliche Stellschraube. Wichtig sei auch, dass Europa mit einer Stimme spreche, um nicht zwischen den USA und China zerrieben zu werden.

Diese beiden Wirtschaftsblöcke würden mit Handelsbarrieren den Zugang zu ihren Märkten blockieren. Dagegen müsse Europa geeint mit einem großen Binnenmarkt vorgehen, sagt Michael Löwy, Bereichsleiter für Internationale Beziehungen in der IV. Die EU habe hier Fehler gemacht und sei zu sehr von Technologien aus dem Ausland abhängig, sagt Löwy. (dm)

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6  Kommentare
6  Kommentare
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observer (22.325 Kommentare)
am 05.10.2020 16:18

Ich bin nicht der Meinung des Hrn. S. Der hat sich auch schon öfters getäuscht. Ich denke nur daran, wie er eine Rechnung angestellt hat, das MigrantInnen einen positiven ökonomischen Nutzen haben, allerdings unter gewissen Prämissen, die hat er sich da als Sicherheitsnetz eingezogen. Nur sind die nie eingetreten. Ich bin vielmehr der Meinung, dass höhere Staatsschulden in Österreich mittelfristig überhaupt keine Problem darstellen. Die Zinsen werden langfristig nieder bleiben und so lange Österreich sich im MIttelfeld der EU Staaten bzgl. der Staatsschulden hält haben wir kein Problem. Und das sollte durchaus möglich sein. Es ist überhaupt nicht nötig zu den wenigen Musterknaben zu gehören, ganz im Gegenteil, die werden zu Gunsten deranderen abgemolken, wie sich ja schon gezeigt hat. Wieder auf d ie Pensionen hinzuzielen, das finde ich falsch, allerdings trifft den Hrn. S. als priviligierter Pensionsbezieher ja nicht, deswaegen verständlich. Da lieber eine geringe Mwst Erhöhung.

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observer (22.325 Kommentare)
am 05.10.2020 16:28

Und überhaupt scheinen mir die Aussagen des Hrn. S. öfters ideologisch eingefärbt zu sein.

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Elenakaya (2.853 Kommentare)
am 06.10.2020 08:25

Warum sollte man die Pensionisten aus der Gemeinschaft ausschliessen?

Man darf schon festhalten, dass alle Personen von den Massnahmen profitieren. Also sollten auch alle Personen einen Beitrag leisten.

Wie im derstandard schon vor Wochen berichtet wurde sind Pensionisten und größere Unternehmer die einzigen deren Kaufkraft keine oder nur geringe Einbußen erlitt. Dagegen stehen tausende Arbeitslose und Unternehmer vor dem Ruin.

Man kann Mindestpensionen verschonen aber alles über 1.400,- netto Pension kann man durchaus deutliche Solidaritätsbeiträge erwarten.

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europa04 (21.652 Kommentare)
am 30.09.2020 08:17

Glorreiche Idee "Pensionskürzung" und Mehrwertsteuer erhöhen!
Der "Ökonom" Friedrich Schneider sagt aber nicht dazu, um wieviel die Pensionen in Zukunft gekürzt werde sollen! Speziell die hohen, auch seine!
Er sagt auch nicht dazu, das eine Kürzung der Pensionen erst recht wieder den für die Wirtschaft so notwendigen Privatkonsum massiv bremsen wird.

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observer (22.325 Kommentare)
am 05.10.2020 16:27

Er gehört ja aufgrund seiner privilegierten Stellung zu denen, die sich da nicht fürchten müssen, weil nicht betroffen. Eine Vermögenssteuer hat er gar nicht angeschnitten, obwohl es sich bei den Coronamassnahmen um viele Massnahmen handelt, die vermögenserhaltend gewirkt haben. Wenn man innerhalb der EU für Kredite anstatt Geschenke an die gewissen maroden Staaten war, dann ist es nur logisch, so auch in Bezug aufÖsterreich zu denken und somit daran, dass die Unternehmen, die hier profitiert haben, in der Nachcoronazeit, wenn sich wieder eine Normalität einstellt und Profite fliessen, also vermutlich in 2 oder 3 Jahren, diese Zuwendungen auf langfristiger Basis - alsio auf etwa 10 Jahre, diese wieder zurückzahlen sollten. Das hätte man freilich gleich bei der Gewährung festschreiben sollen, dann hätten welche, die das nicht unbedingt nötig gehabt hätten, davon vermutlich Abstand genommen. Ich sehe es jedenfalls nicht ein, dass Pensionisten für vermögenserhaltende Massnahmen blechen.

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betterthantherest (34.922 Kommentare)
am 30.09.2020 08:03

Es wird einen 2. Lockdown geben - nur heißt er diesmal anders.

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