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Wirtschaft

Wieso YouTube Mitgliedern das Geldverdienen erschwert

Von Martin Roithner   31. März 2018 00:04 Uhr

Wieso YouTube Mitgliedern das Geldverdienen erschwert
97 Prozent der Kanalbetreiber auf YouTube erhalten für ihre Inhalte kein Geld.

LINZ/SAN BRUNO. Videoportal verschärft Aufnahmekriterien für Partnerprogramm.

Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit verwenden YouTube. Das entspricht fast einem Drittel aller Internetnutzer. Viele sehen sich aber nicht nur Videos an, sondern produzieren selbst Inhalte. Für einzelne Mitglieder ist das ein einträgliches Geschäft: Sie verdienen viel Geld damit, wenn Unternehmen in ihren Beiträgen Werbungen schalten.

Ehe es aber so weit ist, muss man in das Partnerprogramm des US-Konzerns aufgenommen werden. Und das ist seit heuer schwieriger geworden: Denn YouTube, 2005 gegründet und Tochter von Google, hat die Aufnahmekriterien verschärft.

Partner kann nur noch werden, wer mehr als 1000 Abonnenten hat und wessen Kanal binnen eines Jahres insgesamt 4000 Stunden angesehen wurde. Zuvor galten 10.000 Ansichten in Summe als Grenze. "Wir wollen schlechte Inhalte herausfiltern und gute Mitglieder schützen", schrieben Produktleiter Neal Mohan und der strategische Geschäftsführer Robert Kyncl in einem Blog.

Die Ursachen wurzeln freilich tiefer. Videos mit sexuellen oder gewaltverherrlichenden Inhalten kursierten zuletzt immer häufiger. Das missfiel den Werbefirmen, die YouTube zum Großteil finanzieren. Sie übten Druck auf den Konzern aus und forderten verschärfte Richtlinien. Das Fass zum Überlaufen brachte Logan Paul, der im Dezember ein Video mit einer Leiche im Wald veröffentlicht hatte. Sechs Millionen Mal wurde der Clip angeklickt, ehe ihn Paul selbst löschte. YouTube nahm das Video zum Anlass, die Kriterien zu ändern.

Mit Werbevideos erfolgreich

Die Maßnahme stößt nicht bei allen auf Wohlwollen. "Für Nischenkanäle wird es schwieriger. YouTube läuft Gefahr, sich um Mitglieder zu bringen", sagt Dalibor Truhlar. Der 48-Jährige aus Wilhering ist Buchautor und Kreativdirektor. In seiner Freizeit betreibt er einen YouTube-Kanal. Truhlar sagt, die meisten Mitglieder seien nicht auf Geld aus, steckten aber viel Zeit in ihre Videos. Zudem fielen hohe Kosten für die Ausrüstung an.

Dem Wilheringer gelang vor einigen Wochen der Durchbruch. Sein Video der zehn besten Super-Bowl-Werbungen 2018 wurde bisher 830.000 Mal angeklickt. Noch erfolgreicher war sein Video der zehn lustigsten und berühmtesten Werbungen mit 2,9 Millionen Aufrufen.

Trotz des Erfolgs gibt Truhlar zu bedenken: "97 Prozent der Mitglieder auf YouTube verdienen nichts. Und ein Prozent bekommt 15.000 Dollar – im Jahr."

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