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Wirtschaft

Lösen die Schweizer Bürger einen Goldrausch aus?

24. November 2014 00:04 Uhr

(Symbolbild)

BASEL. Eine Bürgerinitiative will die Schweizer Nationalbank dazu zwingen, ihre ohnehin schon großen Goldreserven massiv aufzustocken.

Die wehrt sich mit allen Mitteln und scheint dabei erfolgreich zu sein. Derzeit sind die Gegner der Initiative "Rettet unser Schweizer Gold". Aber es gibt noch viele Unentschlossene.

Die Schweizer sollen am Sonntag darüber abstimmen, ob die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihre Goldreserven auf 20 Prozent ihrer Vermögenswerte aufstocken soll. Darüber hinaus müsste die SNB aus dem Ausland Gold heimholen und dürfte künftig keines mehr verkaufen.

Derzeit hält die SNB knapp acht Prozent ihrer Reserven in Gold. Um den Anteil auf 20 Prozent zu erhöhen, müsste sie 65 bis 70 Milliarden Franken (54 bis 58 Milliarden Euro) in die Hand nehmen. Dies kommentierte der Präsident der Schweizer Notenbank, Thomas Jordan, kürzlich mit den Worten: "Für Goldspekulanten kann es fast nichts Besseres geben, als zu wissen, dass jemand für rund 70 Milliarden Franken Gold kaufen muss und dieses danach nie mehr auf den Markt bringen kann."

Stimmung hat sich gedreht

Als Ende Oktober eine Umfrage veröffentlicht wurde, nach der 44 Prozent der Schweizer für die Annahme der Gold-Initiative seien und 39 Prozent dagegen, rieben sich viele Goldspekulanten schon die Hände.

Doch nun scheint sich die Stimmung zu drehen. Die Gegner sind jetzt in der Überzahl. Zu diesem Umschwung dürfte beigetragen haben, dass die Bürger über die Risiken der Initiative besser informiert sind. Dazu hat SNB-Chef Jordan viel beigetragen. Er warnte in vielen Interviews davor, dass das Aufstocken der Goldreserven massive Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft haben würde. Er warnte unter anderem auch vor steigender Arbeitslosigkeit.

Die SNB hat sich selbst das Ziel auferlegt, den Euro-Kurs nicht unter 1,2 Franken fallenzulassen. An dieser Grenze notiert derzeit die Schweizer Währung. Sollte die SNB Devisenkäufe vornehmen, um den Franken zu schwächen, müsste sie nach den Regeln der Goldinitiative stets auch Gold kaufen. Da sie das Edelmetall aber nicht mehr verkaufen dürfe, erwüchse ihr über die Jahre ein enormes Klumpenrisiko.

Der Schweizer Franken ist schon jetzt deutlich überbewertet. Wenn die Schweizer die Initiative ab kommenden Sonntag ablehnen, könnte dies den Franken schwächen. Für die Schweizer Wirtschaft wäre dies auf jeden Fall eine gute Nachricht.

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