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Europas Finanzsystem war wieder ganz nahe am Abgrund

19. Juni 2010, 00:04 Uhr
Europas Finanzsystem war wieder ganz nahe am Abgrund
Da wollten einige Investoren nicht mehr hinsehen. Bild: dpa

Die Überraschung war groß, als am zweiten Mai-Wochenende die EU-Finanzminister ein 750 Milliarden Euro schweres Rettungspaket für die Gemeinschaftswährung schnürten. Und noch größer war die Überraschung, als die Europäische Zentralbank (EZB) bekanntgab, ...

Die Überraschung war groß, als am zweiten Mai-Wochenende die EU-Finanzminister ein 750 Milliarden Euro schweres Rettungspaket für die Gemeinschaftswährung schnürten. Und noch größer war die Überraschung, als die Europäische Zentralbank (EZB) bekanntgab, Staatsanleihen maroder Euroländer kaufen zu wollen.

Eine nachträgliche Erklärung dafür lieferte der gestern veröffentlichte EZB-Monatsbericht für Mai: Das europäische Finanzsystem stand kurz vor dem Kollaps. Dort ist etwas verklausuliert von „einer schweren Störung der Märkte“ zu lesen.

Die Lage am 6. und 7. Mai habe sich sprunghaft und gefährlich verschlechtert. Dafür seien zwar andere Faktoren verantwortlich gewesen als seinerzeit nach der Lehman-Pleite. Jedoch könne eine Vielzahl von Parallelen gezogen werden. „Dies gilt insbesondere in Bezug auf die Geschwindigkeit, mit der die Stimmung umschlug, sowie mit Blick auf die jähe Flucht der Finanzinvestoren in sichere Anlagen.“

Seither interveniert die EZB auf den Anleihemärkten. Bisher hat sie Anleihen im Volumen von 47,1 Milliarden Euro gekauft und will damit so lange weitermachen, bis die Lage unter Kontrolle ist.

Dieses Vorgehen wurde heftig kritisiert. Von einem Tabubruch war die Rede. Und die Kritik kam nicht nur von außerhalb. Axel Weber, Chef der Deutschen Bundesbank und EZB-Ratsmitglied, hat sich mehrfach öffentlich geäußert, dass er keine Freude damit habe.

Ausgangspunkt für den Beinahe-Kollaps in Europa war der Absturz der Börse in New York am 6. Mai. Noch immer ist nicht geklärt, wie es dazu kommen konnte, dass der Leitindex Dow Jones innerhalb einer halben Stunde rund 1000 Punkte verlieren konnte.

Weil gleichzeitig die Griechenland-Krise in Europa schwelte und die Investoren ohnehin wegen der Finanzkrise der vergangenen beiden Jahre noch vorsichtig sind, griff Panik um sich. Nicht nur der Handel mit Staatsanleihen brach praktisch zusammen, auch Aktien- und Devisenmarkt spielten verrückt. So erklärt sich einige Wochen später, warum die Politiker bereit waren, den Einsatz beim Poker mit den Investoren derart zu vergrößern. (hn)

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1  Kommentar
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sirius (4.494 Kommentare)
am 21.06.2010 12:09

verderben wird uns heiligst verschwiegen.es dauert nicht mehr lange bis euro da unten bleibt.der psychologisch günstigste zeitpunkt wird abgewartet.alle sollen dann ja nicht draufzahlen,die sichs richten können werden wieder die winner sein.wer die depperten sein werden - einser frage?

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