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Die Milchbauern belagerten Brüssel - EU sagte halbe Milliarde Soforthilfe zu

08. September 2015, 00:05 Uhr
Die Milchbauern belagerten Brüssel EU sagte halbe Milliarde Soforthilfe zu
Mit brennenden Strohballen wurde die Polizei attackiert. Bild: APA/EPA

BRÜSSEL. Sie beträgt nur einen Bruchteil der Bauernverluste – Kein Zurück zu Marktordnungen.

Bei der Begrüßungszeremonie lachten die Agrarminister der EU gestern in Belgiens Hauptstadt in die Kameras. Als dann die für faire Preise und Marktregeln protestierenden Bauern Strohballen entzündeten und gegen die Polizeisperren vorgingen, dürfte ihnen der Ernst der Lage klar geworden sein. Es wurde eine Soforthilfe von 500 Millionen Euro angekündigt, die aber die Erwartungen der Landwirte weit verfehlt.

Denn wenn das Preistief bei Milch – um zehn Cent weniger pro Liter als 2014 – weiter anhält, wäre das übers Jahr ein Verlust von EU-weit 15 Milliarden Euro. Allein Österreichs rund 31.500 Milchbauern würden um rund 300 Millionen Euro weniger erlösen. Allerdings war die Preissituation im Vorjahr überdurchschnittlich gut.

"Ländlicher Raum blutet aus"

Doch jetzt drohten "eine Vernichtung der bäuerlichen Kultur in den Dörfern" und "ausgeblutete ländliche Räume", sagte Romuald Schaber, der deutsche Präsident der EU-Milchbauernvereinigung EMB (European Milk Board), schon vor der Tagung der Minister. EMB tritt gegen die von der EU angekündigte Exportoffensive und gegen Einlagerung von Milchpulver auf – "rausgeschmissenes Geld".

Die Bauernvertreter fordern ein dreistufiges "Marktverantwortungsprogramm": Sinke der Marktindex (Preisrelation) um 7,5 Prozent, solle private Einlagerung geöffnet werden, ab 15 Prozent ein freiwilliger Lieferverzicht, ab 25 Prozent solle die Produktion verpflichtend gekürzt werden.

IG-Milch will 50 statt 30 Cent

Die österreichische EMB-Organisation, die IG Milch, forderte gestern in Wien einen Bauernmilchpreis von mindestens 50 Cent, für Biomilch von 60. Der aktuelle Marktpreis beträgt in Österreich 30, in Deutschland im Schnitt nur noch 27 Cent pro Liter.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan ließ in den vergangenen Tagen mit seinen Aussagen keinen Zweifel daran, dass der Markt nicht mehr beschränkt werde. Erst mit 1. April lief die Jahrzehnte alte Regelung, die jedem einzelnen Bauern eine Produktionsquote zuschrieb, aus. Hogan war gestern, weil erkrankt, nicht beim Gipfel dabei.

Ein EU-Sprecher sagte, das Hilfsprogramm sei kurz- und mittelfristig angelegt; es sei "robust und entschlossen". Die Verarbeiter sollen neue Exportmärkte erschließen können, nicht nur für Milch, auch für Schweinefleisch, wo die Preissituation ebenfalls schlecht ist. Die Mitgliedsstaaten sollen bei den Hilfen Spielraum erhalten.

Nationaler Spielraum

Den will Österreich nutzen. Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter sprach gestern von Einbußen für Österreichs Milch- und Schweinebauern in Höhe von "sicher 100 Millionen Euro".

Da unser Anteil an der EU rund zwei Prozent beträgt, wären das rund zehn Millionen Euro aus dem EU-Hilfspaket. Rupprechter sagte am Montagabend, der Anteil Österreichs sei noch offen. Die Bauernvertreter fordern Entlastung bei Betriebskosten, etwa mit steuerfreiem Diesel oder Zuschüssen zu Versicherungen. (le)

Das EU-Hilfspaket

Die Soforthilfe von 500 Millionen Euro wird verwendet für Bauern, die in Zahlungsschwierigkeiten sind, und für die Ankurbelung des Absatzes von Milchprodukten (z. B. Erschließung neuer Exportmärkte).

400 Millionen Euro sollen die Bauern selbst finanzieren; das Geld kommt aus der Superabgabe, die Bauern heuer zahlen müssen, weil sie im Vorjahr ihr Milchkontingent überliefert haben (Gesamtstrafe 900 Millionen, Österreich davon 47).

Interventionspreis: Wenn der Milchpreis unter 22 Cent sinkt, kauft die EU Ware auf. Dieser Preis werde nicht erhöht, weil „Intervention“ das Überangebot nicht senke.

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18  Kommentare
18  Kommentare
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alexius001 (2.214 Kommentare)
am 08.09.2015 17:32

wenns für die flüchtlinge geld haben , werden sie doch auch für arbeitende menschen den gerechten preis zahlen können!

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Bauerntod (36 Kommentare)
am 08.09.2015 16:44

Ich bin sehr enttäuscht von den Österreichern, die alle Bauern als überflüssig abstempeln, da sie nur von den Ausgleichszahlungen leben. Aber sie ja sonst schon lange aufgegeben hätten, da ihre Arbeit nur mehr gemacht wird, weil sie ihre Leidenschaft in der Natur haben. Alle , die weiter ihr Zuhause behalten wollten, haben größer gemacht um zu überleben und sich in totale Schulden gestürzt. Jetzt wissen sie nicht mehr, wie sie weiterleben können, ohne Haus und Hof zu verlieren und alle jene, die keine Ahnung von Landwirtschaft haben, froh wären, wenn es nur mehr Kunstprodukte und Vitamine zu schlucken gibt und alle Medikamente, die jeder mit nach Hause nimmt ja anscheinend viel gesünder sind als Milch und Fleisch. Aber es geht ja schon in diese Richtung und ich hoffe, dass dann alle, die die Bauern nicht leiden können zufrieden sind!!!

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Zaungast_17 (26.427 Kommentare)
am 08.09.2015 17:34

nimm´s ned persönlich, Trotteln gibts viele auf der Welt! zwinkern

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mape (8.871 Kommentare)
am 08.09.2015 14:18

50% Überproduktion an Milch in Österreich? Ja hallo, da stimmt doch was nicht, wenn dieser Unsinn auch noch gestützt wird !

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( Kommentare)
am 08.09.2015 14:37

mape

Die pfiffigen Bäuerlein glaubten nach dem Auslaufen der Milchkontingente, noch mehr Kühe einstellen zu müssen. Irgendjemand wird die Milch schon brauchen, nötigenfalls muss halt der Steuerzahler einspringen und über Sondersubventionen das Finanzloch ausgleichen.

Aber noch sind die ÖVP-Minister so blöde, den Bauern alle Wünsche zu erfüllen, aber bald wird ein anderer Wind wehen und so mancher Kuhmelker seinen Hof zusperren ...... wenn kein Geld mehr da ist.

Wo bleibt eigentlich der Jakob Auer, Bauernbundpräsident und Giebelkreuzler mit seinen Weisheiten ? Sind nicht 98 % der milchverarbeitenden Betrieb im Eigentum der Raiffeisler ?
Warum zahlen die ihren Mitgesellschaftern, also den Bauern nicht mehr '?

Und die Übergescheiten, die mit Deutschen Molkereien abgeschlossen haben, sind jetzt im Eimer , sie erhalten noch weniger, als man ihnen in Österreich je zahlte. Wenigstens deren Kontingent ist weg und entlastet den Österr. Milchmarkt. Aber Subventionen wollen sie immer noch.

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fuertiere (254 Kommentare)
am 08.09.2015 11:11

Fakt ist, dass eine Kuh jedes Jahr ein Kälbchen gebären muss, um überhaupt Milch geben zu können. Direkt nach der Geburt wird das kleine Kälbchen von seiner Mutter getrennt und in einen Käfig gesperrt. Die meisten Kälber werden nach ein paar Tagen zum Schlachthof gebracht und dort im jungen Alter (oft ohne oder mit unzureichender Betäubung) getötet, in zwei Hälften geteilt und zu Kalbs(leber)wurst verarbeitet. Ein unvorstellbares Grauen für diese jungen Kuhkinder, die eigentlich nur eins wollten, Geborgenheit bei ihrer Mutter und ein Leben in Freiheit.

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0-8-17 (81 Kommentare)
am 09.09.2015 21:00

was sie schreiben passiert in Großbetrieben wie im ehemaligen Ostblock bzw. in Frankreich oder norddeuschland ect. ,aber in keinen bäuerlichen Familienbetrieb , die ihr am liebsten den boden unter der füßen wegziehen würdet!!!

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( Kommentare)
am 08.09.2015 10:17

millquart

Bauern mussten nie lernen, marktwirtschaftlich zu denken, man stopft ihnen seit Kriegsende Millionen in den A...., die anfangs nur gedacht waren, die Agrarproduktion in die Höhe zu bringen.

Aber dumme Politiker der ÖVP sehen und sahen die Bauern als ihr Wahlklientel an, das wiederum gab den Bauern die Möglichkeit, täglich die Öffnung diverser Subventionstöpfe zu fordern.

Jetzt leben die Bauern zu 87 % von öffentlichen Subventionen, nicht fähig, sich und ihre Familien zu erhalten.

30 % der Bauernhöfe müssen noch aus dem Produktionszyklus genommen werden, sämtliche Subventionen weg, dann passt der Preis, sowohl für die Bauern als auch für die Konsumenten.

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strandhuepfer (6.206 Kommentare)
am 08.09.2015 11:49

Lieber Arbeiterkämmerer!
Wenn die letzten Bauern aufgeben und die Agrarindustrie das Ruder übernimmt, dann ist es mit günstig leben für dich vorbei. Es arbeitet niemand um so einen geringen Stundenlohn wie die Bauern Oft für 2-3Euro in der Stunde. Und da beflegelst du sie auch noch. Schäm dich.

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( Kommentare)
am 08.09.2015 09:59

Gemeinsam mit den anderen Raiffeisengenossenschaften, unter anderem der Nummer 2 (NÖM, Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien) und der Nummer 3 (Gmundner Molkerei, Raiffeisenverband Oberösterreich), hat der Österreichische Raiffeisenverband einen Marktanteil von 96 % bei Frischmilch in Österreich.

------------------

Und die Giebelkreuzler, bei denen viele Bauern hochverschuldet sind, bestimmen den Milchpreis, der an die Bauern bezahlt wird.
Bedankt euch bei Jakob Auer, Bauernbundobmann und Oberguru bei den Raiffeislern, dort werdet ihr geschlagen und nicht vom Konsumenten, wie dümmliche Bauern uns einreden wollen.

Die Bauern sind keine Freien mehr sondern Abhängige, die am Tropf der Steuerzahler hängen und zu verdanken haben sie es der ÖVP, die seit JAhrzehnten den Landwirtschaftsminister stellt.

In OÖ. ist ein Schweinebauer Agrar-Landesrat, von Tuten und Blasen keine Ahnung, aber Hauptsache er macht, was ihm Pühringer vorschreibt.

So geht das Bauernsterben weiter, jede Wette !

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MajaSirdi (4.833 Kommentare)
am 08.09.2015 07:42

Gequälte Tourbokühe in Ställen zu 100.000 Tiere d.H. - nicht Lebensmittel sondern Magenfüllerfabrik!

Wenn eine Kuh durch "Kunstfutter" zu Höchstleistungen von 8.000 bis 12.000 Kg Milch gezwungen wird kann die Milch nix mehr wert sein und genau von solcher Milch graus mir!!!

Die Kaufe ich einfach nicht - ich gehe zum Bauern ums Eck und hole mir die Milch vom Automaten und die dazugehörigen Produkte wie Joghurt macht die Bäuerin selbst - dieser Milch kann auf der Weide zugesehen werden wie gemütlich im Tier wachsen kann ...

1 L Milch um 0,80 € und ein FruFru zu 180 g um 0,99 € -- Da kann doch was nicht stimmen ...????

Meine Frage daher:
Brauchen wir einen Kropf?
Brauchen wir dazu die EU?
Beides mit NEIN zu beantworten ...

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Biobauer (6.037 Kommentare)
am 08.09.2015 08:22

Die Kuh wird International vom Alm und Wiesenpfleger zum Silagefressenden Schwein gemacht.
Das hier ein Oberösterreichischer Grünlandbauer nicht mithalten kann, scheint logisch auch wenn denn Zusammenhang viele nicht verstehen.

Was wird aus unserer Landschaft wenn die Wiesen nicht mehr rentabel zu pflegen sind.
Schau mal in Deiner Umgebung, wenn alles Wald und Buschwerk wäre was jetzt saftig grün leuchtet.

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amha (11.451 Kommentare)
am 08.09.2015 08:37

Bäuerlein, Bäuerlein. Hast nix zu tun, weilst hier täglich die gleiche Leier absonderst?

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( Kommentare)
am 08.09.2015 10:01

Vielleicht hockt das Bio-Bäuerlein in der Landwirtschaftskammer und wenn keine Fenster zu putzen sind, darf er am Computer spielen.

grinsen grinsen

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( Kommentare)
am 08.09.2015 15:27

Die Frage stelle ich mir auch.

Aber möglicherweise hat er einen billigen Rumänen oder Ghanesen, der derweilen mit dem 450PS-MB-Trac-Ackerschlepper die Apfel- und Birnbäume spritzt, damit sie am Bauernmarkt schön aussehen.

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am 08.09.2015 09:53

Wir würden alle gesünder leben, da dann keine Pestizide, Fungizide, Herbizide, Monsanto-Produkte im allgemeinen und keine Gülle mehr angewendet würden.

Auch ginge es den Bienen besser, soferne sie die nächsten Jahre überleben.

Da der Bauer an sich schon zu den größten Umweltverschmutzern zählt, Fleisch ohnehin in Maßen und Milchprodukte gar nicht gegessen und getrunken werden sollten, könnte es nur besser werden. Von den enormen Steuerverschwendungen abgesehen (wenn man liest, was die Bauernvertreter jetzt wieder fordern, wird einem schlecht. Eigentlich handelt es sich bei den Bauern eh schon um "Staatsangestellte")

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am 08.09.2015 07:12

Die Bauern wurden zu Leibeigenen der Politik, in Ö vor allem der ÖVP. Die Subventionsabhängigkeit fällt ihnen jetzt verdientermaßen auf den Kopf.

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gegenstrom (16.154 Kommentare)
am 08.09.2015 05:10

Wer den Supermarktpreis für Milch und den Abnahmepreis den die Bauern bekommen vergleicht, wird rasch erkennen, dass dazwischen mehr Geld verdient wird als bei der nicht ganz unaufwändigen Produktion.
Noch viel schlimmer ist es bei anderen Rohstoffen wie zum Beispiel Kakao. Kakao wird immer teurer weil die Bauern, z.B. in Ghana, nur einen sehr niedrigen vom Staat regulierten Preis bekommen von dem sie nicht leben können. Die Preissteigerungen an der Börse durch Rohstoffknappheit sacken der Staat und Spekulanten ein. Zahlen muss es der Endkunde = Normalsterbliche.
Warum müssen die gequälten Turbokühe doppelt do viel Milch produzieren als die Kühe von 1990? Statt 4000kg jetzt 8000kg?
Damit es den geldgeilen Bauern so richtig gut geht und das Tierschutzgesetz wird nicht einmal ignoriert !
Man müsste endlich sagen - Milchkonzerne und nicht mehr Milchbauern!

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