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Baubranche will für Hausbau Steuervorteile statt Fördergeld

Von Karin Haas, 17. September 2011, 00:04 Uhr
Baubranche will für Hausbau Steuervorteile statt Fördergeld
Der von der Wirtschaftskammer forcierte Handwerker-Bonus ist der Baubranche nicht genug. Bild: Colourbox

LINZ/WIEN. Eine breite Phalanx aus der Baubranche macht mit der neuen Initiative „pro Bauen“ für steuerliche Begünstigungen für Häuslbauer und Sanierer nach holländischem Muster mobil. Im Gegenzug sollen die Direktförderungen gekürzt werden.

„Wir brauchen ein Umdenken in der Förderpolitik. Denn was gerade gefördert wird, wird beinahe unreflektiert gemacht“, sagt Leonhard Helbich-Poschacher, der Präsident des Verbandes der Baustoffhändler Österreichs. Die mehr als 100 Unternehmen dieses Vereins haben sich mit Baustoffproduzenten wie Wienerberger, Rigips und dem Forschungsverband der Bauindustrie zur „Initiative pro Bauen“ zusammengeschlossen.

Diese Plattform will die steuerliche Absetzbarkeit von Baurechnungen bei Wohnraumschaffung und Sanierungen von Privaten oder eine Absetzbarkeit zumindest eines Teiles der Zinslast eines Häuslbauerkredites erreichen.

Attacke gegen Mietbeihilfe

Dies solle zulasten der von den Ländern verteilten Direktförderungen gehen, die ja nicht immer Wohnraum schaffen. So fließt rund ein Drittel des Wohnbauförderbudgets von Oberösterreich von 288 Millionen Euro im Jahre 2010 in die Stützung von Mieten für Einkommensschwache; dies mit steigender Tendenz.

Norbert Hartl, der Chef der Baufirma Schmid in Frankenburg und Obmann der Bauinnung in der Wirtschaftskammer Oberösterreich, begrüßt den Vorstoß „pro Bauen“. „Endlich würde es dann Fördermittel nur noch gegen tatsächlich vorgelegte Rechnungen geben“, sagt Hartl. Er spricht für rund 1000 gewerbliche Baumeister im Lande.

Die Pfuscherei führt auch Baustoffhändler-Sprecher Helbich-Poschacher ins Treffen: „Unser Vorstoß müsste auch die Finanzministerin glücklich machen, da es dann weniger Schwarzarbeit gäbe“.

Dass es bis dorthin noch ein weiter Weg ist, gibt auch Helbich-Poschacher zu. „Wir wollen mit der Kampagne „pro Bauen“ Ende Oktober starten und vor allem Bewusstseinbildung in der Politik betreiben“. Mit einer Umsetzung rechnet der Unternehmer aus der gleichnamigen Stein- und Baustoffdynastie, wenn überhaupt, erst 2014.

Mit den 100 Millionen Euro für die Förderung thermischer Sanierung, wie sie der Bund jüngst lockermachte, will sich die Initiative aber nicht abspeisen lassen. Dies sei zu wenig, auch wenn damit argumentiert wird, dass 100 Millionen Euro Förderung 600 Millionen Euro Wertschöpfung generieren würden. Es gehe nicht um Almosen oder Einzelaktionen, sondern um ein Umdenken, sagt der Sprecher der Baustoffhändler.

Primär wird mit der Forderung der Bund angesprochen. Denn der habe die Zweckbindung der Wohnbauförderung (rund 2,5 Milliarden Euro pro Jahr) aufgehoben. Ein Resultat sei, dass viel weniger gebaut werde, kritisiert Helbich-Poschacher.

1995/96 entstanden in Österreich 65.000 Wohneinheiten. 2010/11 waren es, auch krisenbedingt, nur noch 38.000. Da dies nicht nur den Bau, sondern auch vor- und nachgelagerte Bereiche betreffe, will die Initiative pro Bauen noch mehr Unterstützer ins Boot holen. So sollen auch Immobilienmakler, Finanzierer und Wohnbaubanken gewonnen werden.

Haimbuchner skeptisch

Oberösterreichs Wohnbaulandesrat Manfred Haimbuchner, den eine Kürzung der Direktförderung treffen würde, zeigt sich auf Anfrage der Oberösterreichischen Nachrichten skeptisch. „Am Wohnbaufördersystem an sich möchte ich nicht rütteln lassen“, sagt Haimbuchner. Es habe sich bewährt. An Verbesserungen feile derzeit eine Reformgruppe.

Damit mehr versteuerte Tätigkeit stattfinde, redet Haimbuchner dem Handwerker-Bonus, wie er von der Wirtschaftskammer seit Längerem gefordert wird, das Wort.

Damit dürfte aber die Baustoff-Industrie wenig Freude haben. Denn ein Handwerker-Bonus sähe vor, dass ausschließlich Arbeitskosten bis zu einem Höchstbetrag von 6000 Euro (20 Prozent der in Rechnung gestellten Arbeitskosten) abgesetzt werden sollen. Materialkosten wären explizit ausgeschlossen.

Phalanx für effektivere Förderung

Folgende Unternehmen und Institutionen sind bei der „Initiative pro Bauen“ dabei. Kampagnenstart ist Ende Oktober.

• Verband der Baustoffhändler Österreich mit mehr als 100 Unternehmen, darunter Poscher, Quester mit Geschäftsführer Ulrich Paulmann, Rigips, Isover, Baumit, Wienerberger.
• Immobilienunternehmen wie MAS Real Estate & Facility Management
• Bauinnungen der Kammern mehrerer Bundesländer

• Auch Immobilienmakler und Wohnbaubanken sollen ins Boot

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