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Tausende protestieren gegen rechtsextremen Aufmarsch in Dresden

Von nachrichten.at/apa, 11. Februar 2024, 21:20 Uhr
Dresden
In Dresden gingen tausende Menschen auf die Straße.  Bild: (APA/dpa/Robert Michael)

DRESDEN. Mehrere Tausend Menschen haben am Sonntag gegen einen Aufmarsch Rechtsextremer anlässlich des Jahrestages der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg protestiert.

Nach Angaben der Polizei beteiligten sich in strömendem Regen knapp 5.000 Menschen am Gegenprotest. Bei der rechtsextremistischen Demonstration zählte die Polizei knapp 1.000 Teilnehmer. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

150 Identitätsfeststellungen

Die Aufzugstrecke der Rechtsextremen am Rande der Dresdner Innenstadt war hermetisch abgeriegelt, berichtete ein dpa-Reporter. An einer Stelle hätten Gegendemonstranten versucht, auf die Strecke zu gelangen. Das verhinderte die Polizei. Wie sie auf X (ehemals Twitter) mitteilte, wurden rund 150 Menschen in eine polizeiliche Maßnahme genommen. Es wurden Identitäten festgestellt.

Die Polizei hatte im Vorfeld das Ziel ausgegeben, die Lager zu trennen und bei möglichen Blockaden einzuschreiten. Sie hatte sich auf eine "konfrontative Versammlungslage" eingestellt. Die sächsische Polizei wurde nach eigenen Angaben unterstützt von Beamten aus Thüringen, Brandenburg, Hamburg, Bayern und Hessen sowie der Bundespolizei. Ein Hubschrauber kreiste über Dresden, auch berittene Polizei war vor Ort.

Sprechchöre und Pyrotechnik

Der Gegenprotest wandte sich in lauten Sprechchören gegen den rechtsextremen Aufmarsch. Vereinzelt wurde nach Beobachtungen des dpa-Reporters Pyrotechnik gezündet. Einmal sei eine Wurzel geworfen worden. Drei Demonstrationen hatten sich zu dem Gegenprotest vereint.

Dresden war bei alliierten Luftangriffen ab dem 13. Februar 1945 stark zerstört worden. Nach Recherchen von Historikern verloren bis zu 25.000 Menschen ihr Leben. Die Luftangriffe auf die wegen ihrer prächtigen Bauten auch "Elb-Florenz" genannte sächsische Metropole gelten als Schandfleck des Kampfes gegen Nazi-Deutschland, weil sie keinen militärischen Wert hatten. Das Hitler-Regime lag zu diesem Zeitpunkt bereits am Boden, knapp drei Monate später kapitulierte es. Rechtsextremisten nutzen das Gedenken an die Zerstörung Dresdens seit Jahren, um sogenannte Trauermärsche zu veranstalten.

14 Strafverfahren eingeleitet

Bis zum Sonntagnachmittag leitete die Polizei 14 Strafverfahren ein. Davon richteten sich nach Angaben von Sprecher Thomas Geithner fünf gegen das rechte Lager, der Rest gegen Gegendemonstranten. Bei letzteren ging es unter anderem um Vermummungen. Zwei Teilnehmer des rechten Aufmarsches hatten laut Polizei Quarzhandschuhe beziehungsweise Protektorenhandschuhe getragen. Geithner sprach in einem ersten Fazit von einem insgesamt friedlichen Tag für Dresden.

Am eigentlichen Jahrestag der Zerstörung an diesem Dienstag ist nach Angaben der Polizei kein Aufzug aus dem rechten Lager geplant. Es seien 25 Versammlungen und neun Veranstaltungen angemeldet, davon fünf Kundgebungen von rechts und der Querdenker-Szene, 14 von links und sechs aus dem bürgerlichen Spektrum. Einige davon sind "Platzhalter", um Orte in Dresden zu besetzen.

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4  Kommentare
4  Kommentare
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muehlviertlerbua (912 Kommentare)
am 12.02.2024 14:27

Auch berittene Polizei war im Einsatz, das waren sicher die Herpferd-Fans, er hat's ja schon immer gewusst, dass wir in Wien auch ein paar Reitpferderl brauchen ....

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Utopia (2.320 Kommentare)
am 12.02.2024 13:00

Bitte was genau ist rechtsextrem, was ist linksextrem? Wer bestimmt, was extrem ist? Es wäre gut, wenn die Volksvertreter sich auf eine genaue Definition einigen könnten, damit Klarheit herrscht. Dann muss nicht jeder selbst etwas erfinden.

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elhell (2.017 Kommentare)
am 12.02.2024 18:12

Also, wenn zum Gedenken anlässlich eines Angriffs auf Deutschland und der Niederlage des Dritten Reichs welche aufmarschieren, sind es vermutlich keine Linken.

Aber Definitionen gibt es schon. Die AFD hat den Bogen schon dermaßen überspannt und zeigt ihr wahres Gesicht, sodass sie offiziell als "gesichert rechtsextrem" bezeichnet werden darf.
Das schaffen wir in Österreichisch ja nicht. Bei uns werden die üblichen und häufiger werdenden braunen Rülpser als Einzelfälle oder "persönliche Meinung, die in einer Demokratie ja noch gesagt werden darf" abgetan, statt da oder dort mal ein Urteil zu sprechen.

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picknick (488 Kommentare)
am 11.02.2024 21:36

einmal sei eine Wurzel geworfen worden….. was bitte ist eine Wurzel ?

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