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Deutschland: Unionsparteien auf Platz eins, dahinter folgt die AfD

Von nachrichten.at/apa, 09. Juni 2024, 18:15 Uhr
CDU-Spitzenkandidatin Ursula von der Leyen
CDU-Spitzenkandidatin Ursula von der Leyen Bild: MICHAELA STACHE (APA/AFP/MICHAELA STACHE)

BERLIN. Die Rechts-außen-Partei AfD holt trotz vieler Skandale im Wahlkampf laut ersten Prognosen Platz zwei, die Parteien der Ampelkoalition (SPD, Grüne, FDP) stecken Verluste ein.

Maximilian Krah und Petr Bystron – die Nummer eins und die Nummer zwei auf der EU-Wahlliste der deutschen AfD – waren zuletzt bei Wahlkampfterminen gar nicht mehr aufgetreten.

Dem einen, Maximilian Krah, machte zunächst die mutmaßliche Spionagetätigkeit eines engen Mitarbeiters zugunsten Chinas zu schaffen. Gegen den anderen, Petr Bystron, lagen ernstzunehmende Vorwürfe vor, wonach er Geld aus Russland annehme.

Am Ende des Wahlkampfs reichte es sogar den meisten Mitgliedsparteien der Rechts-außen-Fraktion ID im Europaparlament: Sie schlossen trotz Gegenstimmen aus der FPÖ die AfD-Mandatare aus der Fraktion aus. Das Fass zum Überlaufen gebracht hatte eine verharmlosende Äußerung Krahs über die SS.
Dennoch schaffte die AfD in Deutschland laut erster Prognose mit 16,4 Prozent Platz zwei. AfD-Chef Tino Chrupalla sprach von einem „Super-Ergebnis“.

Nur 14 Prozent für Kanzlerpartei

Ganz klar Platz eins belegten in Deutschland die Unionsparteien CDU/CSU mit 29,6 Prozent. Die Kanzlerpartei SPD erreichte dagegen nur 14 Prozent. „Wir haben mehr als doppelt so viel“, zeigte sich CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann erfreut. SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz könne so nicht weitermachen. „Eigentlich müsste er die Vertrauensfrage im Bundestag stellen“, sagte Linnemann in der ARD. So könne es nicht weitergehen. Im ZDF sagte Linnemann: „Das ist desaströs, was wir da erleben. Entweder, die Ampel macht einen Kurswechsel, oder sie muss den Weg freimachen für Neuwahlen.“

Tatsächlich erlitten die Parteien der Ampelkoalition – SPD, Grüne und FDP – herbe Verluste (siehe Grafik). Die Grünen rutschten von ihrem Rekordergebnis bei der EUWahl 2019 (20,5 Prozent) auf zwölf Prozent ab. SPD und FDP (fünf Prozent) verloren von einem niedrigen Niveau aus nochmals Prozentpunkte. Selbst zusammengezählt kommen die drei Regierungspartner nicht einmal auf 30 Prozent.

Als „bitteres Wahlergebnis“ bezeichnete SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert das Resultat seiner Partei. Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang gab sich ebenfalls enttäuscht: „Das ist nicht der Anspruch, mit dem wir in diese Wahl gegangen sind, und wir werden das gemeinsam aufarbeiten.“
Das neu gegründete linke Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kam aus dem Stand heraus auf 5,5 Prozent. Die Partei „Die Linke“, von der sich Wagenknecht im Vorjahr abgespaltet hatte, erreichte dagegen nur 2,8 Prozent.

Weil es bei der Europawahl in Deutschland keine Sperrklausel gibt, also beispielsweise eine Vier-Prozent-Hürde wie in Österreich, wird auch die Linke künftig Mandatare im EU-Parlament stellen – genauso wie fünf Kleinparteien, darunter wie schon seit 2014 das Satireprojekt „Die Partei“.
Das einwohnerstarke Deutschland ist das EU-Mitgliedsland, das die meisten Abgeordneten im EU-Parlament stellt. 96 der insgesamt 720 Abgeordneten kommen aus unserem Nachbarland.

Prognose: EVP europaweit voran

Nach Vorliegen der deutschen Prognosen um 18 Uhr gab es bereits eine vorsichtige Schätzung über die künftige Gesamtzusammensetzung des EU-Parlaments. Demnach verteidigt die Europäische Volkspartei (EVP), der CDU/CSU und auch die ÖVP angehören, wie erwartet Platz eins und kommt auf 180 Sitze. Damit bleibt die EVP im Vergleich zu 2019 stabil.
Zweitstärkstes Lager im neuen Parlament bleiben laut erster Prognose die Sozialdemokraten mit 135 Sitzen. Danach folgen die Liberalen, die auf 81 bis 87 Sitze abrutschen, sowie die zwei rechtspopulistischen Parteienbündnisse EKR und ID mit knapp 80 beziehungsweise rund 70 Sitzen.
Die Grünen würden demnach deutlich verlieren und weit unter 60 Sitzen landen. Die deutsche AfD wird zu den fraktionslosen Parteien gezählt, da sie kurz vor der Europawahl aus der ID-Fraktion ausgeschlossen worden war. Insgesamt dürften rechte Parteien den Zahlen zufolge am stärksten hinzugewinnen.

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10  Kommentare
10  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
soistes (255 Kommentare)
am 10.06.2024 17:28

Sie werden trotzdem nichts daraus lernen.

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Hanspeter (224 Kommentare)
am 10.06.2024 11:20

Lied von Hildegard Knef an die Grünen: Von nun an ging's bergab ......... Gut so !

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nixnutz (4.330 Kommentare)
am 09.06.2024 21:50

Auch wenn es eine Europawahl war: Bezeichnend dass die Regierungsparteien (mitsamt latastrophalem Lindner) nur ca. 1/3 erhalten haben.

Im Herbst wird die Union wieder vorne sein.

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Linz2013 (3.525 Kommentare)
am 09.06.2024 20:37

Unfassbar, dass die Afd zweitstärkste Partei wird.

Sie ist rechtsradikal. Afd-Politiker spionieren für Russland und China.

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reibungslos (14.728 Kommentare)
am 09.06.2024 20:49

Bei den Leuten mit niedrigem Lebensstandard ist die AfD sogar die mit Abstand stärkste Partei. Dieser Umstand sollte eigentlich zu Denken geben, zumal immer mehr Leute an Lebensstandard einbüßen.

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betterthantherest (34.894 Kommentare)
am 09.06.2024 18:48

... die Grünen haben fast 9 % Stimmenanteil verloren.

Absolut gesehen haben die Grünen in D fast 40 % Wählerstimmen an AFD und Co verloren.

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NedDeppat (14.320 Kommentare)
am 09.06.2024 19:06

Da geht noch was 😂🤣🇦🇹

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nixnutz (4.330 Kommentare)
am 09.06.2024 21:55

@better

Auch ohne.Wahlanalyse gehe ich davon aus dass die AfD SEHR wenig an die extreme AfD verloren haben.

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betterthantherest (34.894 Kommentare)
am 09.06.2024 18:36

Die Union hat alleine so viele Stimmen wie Grüne SPD und FDP zusammen.

Die Grünen haben fast 9 % ihrer Stimmen verloren.
Bei den jungen Wählern bis 30 haben die Grünen fast 30 % Stimmen verloren.

Eine eindrucksvolle Abwahl der Ampel.

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gerald160110 (5.621 Kommentare)
am 09.06.2024 18:34

Gratulation an die CDU/CSU für das hervorragende Ergebnis und das die AfD in ihre Schranken verwiesen wurde

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