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Außenpolitik

Raketenbeschuss aus dem Libanon auf Israel, Angst vor Vergeltung

15. Januar 2009 00:04 Uhr

Libanesische Militärs untersuchen einen Blindgänger.

JERUSALEM. In Nordisrael sind gestern erneut Katjuscha-Raketen aus dem Libanon eingeschlagen. Der Krieg im Gaza-Streifen belastet unterdessen die Beziehungen Israels zur EU.

Opfer soll es durch den Beschuss in Nordisrael nicht gegeben haben. Dennoch brachten die vermutlich von palästinensischen Freischärlern abgeschossenen Raketen Unruhe in den Libanon. Dort will man auf keinen Fall zur zweiten Front werden. Um weitere Angriffe und die damit wohl verbundene israelische Vergeltung zu verhindern, ordnete Armeekommandant Jean Qahwaji die Entsendung von Elitetruppen in das Grenzgebiet an.

Wie schon vergangene Woche, als erstmals Katjuscha-Raketen aus dem Libanon abgefeuert worden waren, dementierte die Hisbollah auch gestern, mit dem Angriff etwas zu tun zu haben. Beobachter in Beirut und Jerusalem glauben allerdings, dass Raketenangriffe ohne das Wissen der Schiitenorganisation nicht durchgeführt werden können.

Am 19. Tag der Gaza-Offensive meldete sich gestern auch Osama bin Laden zu Wort. Alle Muslime sollten jetzt in den Krieg ziehen, um das „zionistische Gebilde zu besiegen“, hieß es in der Audio-Botschaft des Top-Terroristen.

Unterdessen belastet der Krieg im Gaza-Streifen die Beziehungen Israels zur EU. Brüssel werde den vereinbarten Prozess der Annäherung unterbrechen, hieß es gestern. Die Annäherung war von der EU erst im Dezember beschlossen worden. Es geht dabei auch darum, mehr Einfluss im Nahen Osten zu gewinnen.

Druck erhöht

Laut palästinensischen Meldungen von gestern soll die Hamas den ägyptischen Vorschlag zu einer Waffenruhe angeblich nun doch akzeptieren. Zuvor hatte sie dies stets abgelehnt. Eine Bestätigung gab es dafür zunächst jedoch nicht. Israels Armee hat unterdessen mit mehr als 160 Luftangriffen innerhalb von 24 Stunden den Druck auf die radikalislamische Hamas erhöht. (wrase)

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