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Zuversicht für eine ganze Region: "Wasser ist wie Gold für diese Menschen"

Von Verena Gabriel, 27. Oktober 2023, 14:17 Uhr
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Bildergalerie Äthiopien: Zuversicht für eine ganze Region
Bild: Menschen für Menschen

ADDIS ABEBA/WIEN. In der Region Albuko, gut 400 Kilometer nördlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, hat die Hilfsaktion "Menschen für Menschen" im Frühjahr ein Großprojekt begonnen.

Kilometerlange Fußmärsche müssen die Mädchen zum nächsten Tümpel zurücklegen. Die vollgeschöpften Wassertanks schleppen sie zurück ins Dorf. Jeden Tag sind die jungen Frauen Stunden unterwegs. Der Tag ist zu kurz, um noch in eine Schule zu gehen. Wenn die Lebensgrundlage fehlt, wird Bildung zur Nebensache. Es ist ein Teufelskreis, und doch gibt es einen Ausweg.

Äthiopien: Zuversicht für eine ganze Region
Eine ungeschützte Wasserstelle in Albuko – rund die Hälfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, außerdem dauert das Schöpfen aus den ungeschützten Rinnsalen sehr lange – Frauen und Mädchen (die traditionell fürs Wasserholen zuständig sind) kostet das viel Zeit und Kraft. Mädchen verpassen deshalb auch oft den Unterricht. Bild: Menschen für Menschen

Hälfte ohne Trinkwasser

Der mühsame Wassertransport ist in Teilen Äthiopiens Geschichte. Dort, wo die Hilfsorganisation „Menschen für Menschen“ (MFM) gemeinsam mit den Bewohnern Tiefbrunnen errichtet hat. „Wasser ist wie Gold für diese Leute“, sagt Gerhard Zwettler, MFM-Vorstand in Österreich.
In der ländlichen Region Albuko, gut 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Addis Abeba, hat im Frühjahr ein Großprojekt begonnen. Mehr als hunderttausend Menschen leben dort.

Nur knapp die Hälfte von ihnen hat Zugang zu sauberem Wasser. Hinzu kommt die angespannte Sicherheitslage, nach wie vor kommen in Äthiopien Menschen bei Gefechten ums Leben. Erosionen erschweren die Arbeit der Bauern zusätzlich.
Nun können sie Hoffnung schöpfen. „Wir werden mindestens zehn Jahre dort tätig sein“, sagt Zwettler. Es gehe um eine „integrierte, nachhaltige Entwicklung“. So werden hunderte Äthiopier, die für „Menschen für Menschen“ in ihrem Heimatland aktiv sind, gemeinsam mit den Bewohnern Albukos an einer besseren Zukunft für die Region arbeiten.

Gebildete Frauen haben weniger Kinder

Die Projekte betreffen nicht nur die Landwirtschaft, sie umfassen auch die Bereiche Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen. Alle Bereiche greifen ineinander. Wenn zum Beispiel die Wasserversorgung sichergestellt ist, wird auch mehr Menschen der Zugang zu Bildung und besser bezahlten Jobs ermöglicht. „In unserer Arbeit ist aufgefallen, dass gebildete Äthiopierinnen weniger Kinder haben“, sagt der Österreich-Chef. Frauen seien ein „wesentlicher Motor in der Entwicklung des Landes“. Die Bemühungen von „Menschen für Menschen“ tragen in Albuko bereits Früchte. Fünf Frauen machen sich für den Bau von geschlossenen Öfen – statt der offenen Feuerstellen – stark, um Holz einzusparen.

Im Sinne der Organisation wird so geholfen, dass die Menschen lange etwas davon haben. „Es funktioniert wie ein Schneeballsystem“, sagt Zwettler. „Die Vorzeige-Bauern teilen ihre Erfahrungen mit anderen Bauern. So geht die Entwicklung sukzessive weiter.“ Vor allem bei der Lebensmittelversorgung setzt „Menschen für Menschen“ auf nachhaltige Hilfe. Häufig werden Saatgut und Setzlinge an die Leute verteilt, damit sie selbst anbauen und später ernten können.

In Dürre-Regionen ist schnelle Hilfe in Form von Mehl, Mais, Hülsenfrüchten und Öl trotzdem unausweichlich. Der Grundgedanke ist aber immer derselbe: "Alle Eltern wünschen sich eine bessere Zukunft für ihre Kinder". In jenen Dörfern, wo Trinkwasserbrunnen jungen Frauen den Weg zur Bildung ebnen, ist dieser Wunsch schon ein Stück weit in Erfüllung gegangen.

Spendenkonto

So können Sie die Hilfsprojekte von "Menschen für Menschen" in Äthiopien unterstützen und damit einen Beitrag leisten, um das Leben der Dorfbewohner nachhaltig verbessern zu können:

  • IBAN: AT28 3200 0000 0022 2000
  • BIC: RLNWATWW

Der OÖN-Ausgabe am 28. Oktober liegt außerdem ein Erlagschein bei.

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Autorin
Verena Gabriel
Verena Gabriel
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