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Chronik

Polizeihelikopter stürzte in See: Vier Tote

Von Gerhard Lukesch   31. März 2011 00:04 Uhr

INNSBRUCK. Vier Beamte starben gestern beim Absturz eines Polizeihubschraubers in Tirol: Offenbar hatte der erfahrene Pilot noch versucht, die defekte Maschine im Achensee notzuwassern.

Der Kontakt zu dem Polizeihubschrauber, der sich auf einem Übungs- und Grenzflug befand, war wenige Minuten vor dem Absturz abgebrochen. Der Helikopter vom Typ Eurocopter 135 stürzte gegen 10.05 Uhr zwischen Gaisalm und Achenkirch in den Achensee. Der Helikopter war mit 1300 Betriebsstunden noch relativ neu.

„Der Hubschrauber kreiste zuerst im Bereich des Wassers herum“, sagte Augenzeuge Georg Pittl. „Dann ist er tief über die Bäume hereingezogen. Ich habe gesehen, dass er ständig im Sinken war. Wie ein Segelflieger ist er dann kurz auf der Wasseroberfläche aufgetippt und auf der Wasseroberfläche aufgeprallt. Die Maschine ist sofort untergegangen.“

„Wir waren wenige Minuten nach dem Unglück an der Einsatzstelle, auf dem Wasser schwammen aber nur kleinere Trümmer“, sagte ein Helfer der Feuerwehr. „Wir haben dann sofort Taucher aktiviert und versuchten, das Wrack zu orten.“

Bisher eine Leiche geborgen

An Bord des abgestürzten Helikopters befanden sich neben dem 41-jährigen Piloten aus Tirol ein 53-jähriger österreichischer Grenzpolizist, ein 43-jähriger Polizist aus der Schweiz und ein 38-jähriger Flugbegleiter aus Tirol. „Der Kollege aus der Schweiz war im Rahmen eines internationalen Austauschs in Innsbruck bei uns“, sagte ein Sprecher des Landespolizeikommandos Tirol. „Möglicherweise hatte der mit 2500 Flugstunden sehr erfahrene Pilot noch versucht, die Maschine am See notzuwassern, das ist aber immer ein großes Risiko.“

Taucher, Wasserretter und die Feuerwehr waren gestern stundenlang im Einsatz, um die Verunglückten zu suchen. Bereits kurze Zeit nach dem Unglück war es traurige Gewissheit: Die Leiche des 38 Jahre alten Flugbegleiters aus Tirol wurde aus dem Wasser geborgen. Der Körper trieb an der Oberfläche. „Wir gehen davon aus, dass die drei anderen Polizeibeamten mit der Zelle des Hubschraubers versunken sind, und vermuten das Wrack in einer Tiefe von mindestens 80 Metern“, sagte gestern der Tiroler Landespolizeikommandant Helmut Tomac. „Eine Bergung aus so großer Tiefe gilt als äußerst schwierig.“

Letztes Unglück im Jahr 1979

Oberösterreich ist von Abstürzen eines Polizeihubschraubers glücklicherweise bereits lange verschont: Zuletzt waren am 21. Juli 1979 zwei Gendarmen im Alter von 28 und 38 Jahren bei einem Verkehrsüberwachungsflug mit einem Hubschrauber vom Typ Agusta-Bell 206b in den Traunsee gestürzt. Beide Beamten waren auf der Stelle tot, als der Helikopter die Wasseroberfläche berührte, steil aufstieg und dann versank.

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